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1948, II. Quartal
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1. April 1948
Die Stadt hat 29.994 Einwohner.
StAD VW 1948; Domsta/Krebs/Krobb,
Zeittafel, S. 239
28. April 1948
Die Schweizer Spende schenkt der Stadt die
als Notwohnungen benutzten 25 Militär-Baracken
südlich der Plaggengasse und westlich der Burgauer Allee.
StAD VW 1948; Domsta/Krebs/Krobb,
Zeittafel, S. 239
1. Mai 1948
Die Stadt hat 30.161 Einwohner.
AVZ 15.05.1948; Domsta/Krebs/Krobb,
Zeittafel, S. 239
10. Mai 1948
Kurzer Besuch des britischen Gouverneurs
General Biskop.
AN 31.12.1948; Domsta/Krebs/Krobb,
Zeittafel, S. 239
15. Juni 1948
Entnazifizierung
Es scheint der Öffentlichkeit noch
immer nicht bekannt zu sein, daß die mit der
Durchführung der Entnazifizierung beauftragten
Entnazifizierungs-Ausschüsse weitgehend auf die Mitwirkung
der Bevölkerung angewiesen sind. Um eine sachliche und
gerechte Entnazifizierung zu gewährleisten, werden daher
alle Kreiseingesessenen erneut zur Mitarbeit aufgerufen. Wer
bewußt Entlastungs- sowie Belastungsmaterial, das
für eine gerechte Durchführung der politischen
Überprüfung geeignet und zweckdienlich ist,
zurückbehält, macht sich mitverantwortlich für
evtl. Fehlurteile und verliert jegliches Recht der Kritik an
den gefällten Sprüchen. Die anstehenden Termine sind
am Anschlagbrett im Amtsgericht bekanntgegeben. Alle Bewohner
des Kreises Düren, die irgendwie Belastendes oder
Entlastendes in politischer Hinsicht über die dort
aufgeführten Personen wissen oder denen Tatsachen bekannt
sind, nach denen sich einzelne im Sinne des Gesetzes Vergehen
gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben oder
Naziaktivisten waren, werden darum gebeten, dies dem
Entnazifizierungs-Ausschuß, Finanzamt II. Stock,
mitzuteilen. Die Angaben müssen eidesstattlich versichert
sein.
Düren, den 4.6.1948
Der Entnazifizierungs-Hauptausschuß
des Kreises Düren
Amtliches Mitteilungsblatt für den
Kreis Düren. Herausgegeben mit Genehmigung der
Militär-Regierung des Kreises Düren durch die
Kreisverwaltung Düren. Erscheint am 1. und 15. eines jeden
Monats, 3. Jahrgang, Düren, den 15. Juni 1948, Nr. 12
17. Juni 1948
Heinrich Spies (CDU) als Nachfolger des
gleichzeitig abgewählten Josef Dahmen (SPD) zum ersten
Stellvertreter des Oberbürgermeisters gewählt.
Nachdem bekannt geworden ist, daß Oberstadtdirektor Dr.
Robert Pütz dem früheren Kreisleiter der NSDAP in
Düren, Binz, ein Leumundszeugnis ausgestellt hat, kann
Pütz seiner sofortigen Suspendierung durch die
Stadtverordnetenversammlung nur entgehen, indem er
ankündigt, bis spätestens 1. Okt. sein Amt
aufzugeben.
StAD RP 1948 Juni 17; Domsta/Krebs/Krobb,
Zeittafel, S. 240
17. Juni 1948
Die Pfarrgemeinde St. Anna erwirbt von der
Stiftung Waisenhaus im Tausch deren Grundstück in der
Waisenhausstraße und errichtet dort eine Notkirche.
Zunächst handelte es sich nur um eine kleine Kapelle. 1948
entstand die eigentliche Notkirche aus noch verwendbarem
Schuttmaterial, während die Ruine des Waisenhauses zum
Jugendheim St. Martin (1949/50) und seit 1950 zum Altenheim St.
Anna ausgebaut wurde.
Gatz, St. Anna, S. 26
20. Juni 1948
Währungsreform, Grundlage: I. Gesetz
zur Neuordnung des Geldwesens der amerikanischen, britischen
und französischen Militärregierungen. Einziehung
aller Reichsmarkbestände, Einführung einer
„Deutschen Mark“ und Umstellung der
Reichsmarkbeträge 10:1. Allgemeine Kopfquote je Einwohner
von 60,- DM, Freiquote und Festkonto von je 5 v. H. der
Guthaben bei einem Hauptkonto für die Umstellung, soweit
es unter 5.000,- Reichsmark stand. Sperrung der weiteren
Beträge, jedoch Geschäftsquote für
wirtschaftliche usw. Unternehmungen. Erstausstattung der
Kreditinstitute in Höhe von 95 v. H. als
„Abwicklungskonto“. Reibungsloser Umtauschvorgang.
Dokumente deutscher Kriegsschäden
Band IV/1, Bonn 1964, S. 579
25. Juni 1948
Gründung des Wirtschaftsrates
für die [amerikanisch-britische] Bizone mit 54 Mitgliedern:
20 CDU/CSU, 20 SPD, 3 KPD, je 2 Zentrum und
Niedersächsische Landespartei/Deutsche Reichspartei, 2
FDP, je 1 Hessische Liberal-Demokratische Partei, Bayerische
Wiederaufbauvereinigung und Demokratische Volkspartei
Württemberg-Badens. Der Wirtschaftsrat war zuständig
für Wirtschaft, Verkehr, Post, Finanzen und
Landwirtschaft, seine Weisungen erhielt er von den beiden
Militärgouverneuren, die sich auch die Genehmigung der
Gesetze vorbehielten.
Steininger, Deutsche Geschichte 1945-1961,
Bd. 1, S. 225
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