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1947, I. Quartal
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Extrem kalter Winter. Bei der
Stadtverwaltung wird der Bürodienst in dn
behelfsmäßig hergerichteten Räumen wegen
Mangels an Heizmaterial in Mantel, Hut und Handschuhen
versehen. Von 420 Bediensteten sind zeitweise etwa 140 krank.
StAD VW 1946; Domsta/Krebs/Krobb,
Zeittafel, S. 236
Mittwoch, 1. Januar 1947
Die Wirtschaftsverwaltung der
amerikanischen und der britischen Zone [= Bizone] wird
vereinigt.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 236
Mittwoch, 8. Januar 1947
„Wärmeräume für Kinder
Düren. Für alle Kinder der Stadt
besteht während der starken Kälte die
Möglichkeit sich in einem geheizten Raum aufzuhalten. Zu
diesem Zweck sind die fünf Kindergärten, und zwar:
Panzerkaserne, Ostschule, Baracke Freiheitsplatz, Nordschule
und Rölsdorf als Wärmehallen eingerichtet und von
8-18 Uhr durchgehend geöffnet. Die Kinder werden
beaufsichtigt.“
Aachener Volkszeitung vom 8. Januar 1947
Mittwoch, 15. Januar 1947
„Aufruf! In der Stadtratssitzung vom
13.12.46 wurde einstimmig beschlossen, die Entschuttung der
Straßen der Stadt noch kraftvoller als bisher
fortzusetzen. Dazu sollen sämtliche männlichen
Personen aller Stände im Alter von 17-60 Jahren
herangezogen werden. […]
Wir Männer wollen es als eine
Ehrenpflicht ansehen, daß unsere Stadt vor anderen
Städten nicht zurücksteht. Wir gehen alle mit Freuden
an die Arbeit, gilt es doch dem Straßenbild wieder ein
besseres Aussehen zu geben. Nur in den dringendsten Fällen
machen wir von einem ärztlichen Attest
Gebrauch.“
Amtliches Mitteilungsblatt für den
Kreis Düren vom 15. Januar 1947
Mittwoch, 15. Januar 1947
„Knochensammler. Wie bereits
früher bekannt gegeben, wird den Haushaltungen und
Händlern für abgelieferte lufttrockene Knochen und
zwar für je 3 Kg Knochen 1 Stück Seife
ausgehändigt.“
Amtliches Mitteilungsblatt für den
Kreis Düren vom 15. Januar 1947
Mittwoch, 22. Januar 1947
„Im großen Ganzen kann man
feststellen, daß die Dürener ihre Vaterstadt wieder
in den alten Grundzügen erbauen wollen, ausgenommen die
schon seit Jahrzehnten bekannten verkehrstechnischen
Gefahrenstellen. Der vor einiger Zeit einem kleinen Kreis von
der Stadtverwaltung vorgezeigte Neubauplan entspricht nicht
diesen Wünschen. Eine Planung unter Einbeziehung der
Vorschläge der Bürgerschaft durch freie Architekten
könnte hier Abhilfe schaffen.“
„Der Bericht beklagt daneben die
Existenz von Barackenvierteln, die den ‘Eindruck eines
entstehenden Goldgräberdorfes’ erweckten, und
forderte den vorrangigen Aufbau der noch ganz in Trümmern
liegenden Innenstadt ‘von Grundstück zu
Grundstück’. Die Initiative dazu sollte durch eine
neu gegründete ‘Gesellschaft der Freunde des
Wiederaufbaues der Stadt’ koordiniert werden.“
[Der Beitrag ist gezeichnet mit B.S.]
AVZ v. 22.01.1947; Otten, Mag.-Arbeit, S. 6
Samstag, 25. Januar 1947
„Das Dürener
Flüchtlingsheim und seine Aufgaben
In den nächsten Tagen kann das
Dürener Flüchtlingsheim auf ein segensreiches Wirken
von einem Jahr zurückblicken. Infolge der überaus
großen Wohnungsnot in Stadt und Kreis hat sich diese
Einrichtung als Durchgangsstation für die zahlreichen
Heimkehrer, die sich aus der Evakuierung zurückgefunden
und ratlos ihre frühere Wohnung in Trümmer liegen
sahen, als Not- und Wartheim bis zur Bereitstellung eines
geeigneten Wohnraumes durch das Kreiswohnungsamt sehr
bewährt […]
Im Februar des vergangenen Jahres wurde das
Heim von der Stadtverwaltung mit Unterstützung des
Deutschen Roten Kreuzes und des katholischen Karitasverbandes
gegründet und einige Monate später von der
Kreisverwaltung übernommen, die dieses Werk
tatkräftig fördert. Die Einrichtung im ehemaligen
Männerblock I der Prov. Heil- und Pflegeanstalt war erst
durch die Hilfe des Chefarztes dieser Anstalt möglich, da
an Einrichtungsgegenständen und den nötigen
Baumaterialien so gut wie nichts vorhanden war. Das Haus war
durch die Kriegsereignisse stark zerstört
[…]“
Aachener Volkszeitung vom 25. Januar 1947
Dienstag, 28. Januar 1947
„Razzia gegen Schwarzhändler. Am
vergangenen Dienstag führte die Dürener Polizei,
unterstützt von der Kriminalpolizei eine Razzia gegen
Schwarzhändler durch. Verdächtige Gegenden der Stadt
wurden umstellt und abgesperrt und alle Passanten und
Kraftfahrzeuge nach bewirtschafteten Waren durchsucht. Kleinere
Mengen Lebensmittel wurden beschlagnahmt.“
Volksstimme vom 30. Januar 1947
Donnerstag, 30. Januar 1947
Die Fa. Zimmermann & Jansen erhält
als erste größere Firma das allgemeine Permit der
Militärregierung zur Wiederaufnahme der Produktion.
Peters, Herbert; Prümm, Paul, Die
alten Gassen sind nicht mehr, in: 20 Jahre Aufbau,
Sonderbeilage der Dürener Zeitung 1965, S. 4
Dienstag, 18. März 1947
Die Fa. Dürener Metallwerke
erhält das allgemeine Permit der Militärregierung zur
Wiederaufnahme der Produktion.
Peters, Herbert; Prümm, Paul, Die
alten Gassen sind nicht mehr, in: 20 Jahre Aufbau,
Sonderbeilage der Dürener Zeitung 1965, S. 4
Samstag, 22. März 1947
„Dauerferien in Eschweiler über
Feld?
[…] Es gibt wohl kaum einen Ort im
Reg.-Bez. Aachen, der unter so schlecht gelagerten
Schulverhältnissen zu leiden hat, wie der zehn Kilometer
östlich Dürens gelegene und durch die
Kriegsereignisse stark zerstörte Ort Eschweiler über
Feld. Das Schulgebäude war wie die meisten Häuser der
Ortschaft stark in Mitleidenschaft gezogen und ohne Dach. Die
Gemeinde, die seit zwei Jahren bemüht ist, diese
Mängel zu beheben, hatte keinen großen Erfolg.
Nachdem die Inneneinrichtung beschafft war, fehlte es an
Dachsparren und Latten. Trotzdem hätte der Schulunterricht
beginnen können, wenn eine Lehrperson vorhanden gewesen
wäre. Die Kinder sind heute seit drei Jahren, die
Evakuierung mitgerechnet, ohne Schulunterricht. Erst in
jüngster Zeit, nachdem die Gemeindeväter ein
Protestschreiben an den Oberkreisdirektor und den Kreisschulrat
gerichtet hatten, mit der gleichzeitigen Bitte, für 140
Schulkinder die entsprechenden Lehrpersonen zur Verfügung
zu stellen, wurde ein Lehrer eingestellt. Der Unterricht
begann. Doch leider dauerte das ganze nur 14 Tage.
[…]“
Aachener Volkszeitung vom 22. März
1947
Montag, 31. März 1947
Beim Einwohnermeldeamt sind 29.882 Personen
registriert. Gewerbeaufsichtliche Genehmigungen im
Rechnungsjahr 1946/47: 297 Eröffnungen von
Handwerksbetrieben, 364 eines stehenden Gewerbes, 105
Wandergewerbescheine.
StAD VW 1946; Domsta/Krebs/Krobb,
Zeittafel, S. 236
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