|
|
||||||
![]() |
|
|||||
|
|
|
|||||
|
|
||||||
|
|
|
|||||
|
|
||||||
|
|
|
|||||
|
|
||||||
|
|
||||||
|
Verwaltungsbericht der Stadt Düren
1959
|
|
|||||
|
|
||||||
|
6 Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen
Auf dem Sachgebiet der
Wohnungsbaufinanzierung muß für das Rechnungsjahr
1959 leider festgestellt werden, daß die Bauleistung
hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurückgeblieben ist.
Dieser Rückgang in der Zahl der
finanzierten Wohnungen ist eingetreten, obwohl die Stadt
Düren durch die Anwendung des gemischten
Finanzierungssystems, d.h., durch den Einsatz nachrangiger
Landesdarlehen in Verbindung mit Aufwendungsbeihilfen, die dem
einzelnen Darlehensnehmer zugeteilten Mittel stark gekürzt
hat.
Zu Beginn dieses Rechnungsjahres konnte die
Lage zunächst optimistisch beurteilt werden, weil das neue
Finanzierungssystem die Schaffung einer größeren
Anzahl von Wohnungen erwarten ließ. Es konnte jedoch
nicht vorausgesehen werden, daß die in den Vorjahren
übliche Zuteilung allgemeiner Landesdarlehen zur
Jahresmitte ausbleibt.
Da die besonders stark
kriegszerstörten Städte bei der Zuteilung von
Landesmitteln nicht in dem erhofften Maße
berücksichtigt worden sind, konnte der Wiederaufbau zur
Beseitigung der immer noch vorhandenen großen Wohnungsnot
nicht in dem gewünschten Maße fortgeführt
werden. Gegenüber dem Vorjahre sind 2,2 Millionen DM
Landesdarlehen weniger bewilligt worden.
Der sehr geringen Zuteilung an
öffentlichen Wohnungsbaumitteln steht nach wie vor ein
großer Bestand an bewilligungsreifen Baumaßnahmen
gegenüber. Während die Bauherren, die ihre
Bauabsichten auf Trümmergrundstücken verwirklichen
wollen, die Aussicht haben, nach einer gewißen Wartezeit
öffentliche Mittel zu erhalten, ist es nicht möglich,
auch die Grundstückseigentümer zu
berücksichtigen, die Wohnungsbaumaßnahmen auf bisher
unbebauten Baulücken-Grundstücken durchführen
wollen.
Die besonderen Verhältnisse des Jahres
1959 haben die Stadt Düren veranlaßt, den
Wohnungsbau durch die Übernahme von Bürgschaften zu
intensivieren. Die Mieten für die ohne nachstellige
Landesdarlehen erstellten Wohnungen betragen 2,– DM je qm
Wohnfläche. Das Land gewährt auch in diesen
Fällen verlorene Aufwendungsbeihilfen. Wegen des Risikos,
das mit dem Bau solcher Wohnungen für den Bauherrn
verbunden ist und wegen der Verknappung der Kapitalmarktmittel
wird von dieser Finanzierungsmöglichkeit nur in
beschränktem Maße Gebrauch gemacht.
Im Wiederaufbau wurden in 53
Bewilligungsfällen rd. 1,6 Mill. Landesdarlehen
verausgabt. Aufwendungsbeihilfen wurden in 45 Fällen in
Höhe von 71.300,– jährlich bewilligt. Die Zahl
der geförderten Wohnungen beträgt 203.
Die im Wiederaufbau finanzierten Wohnungen
hatten folgende Zweckbindung:
für SBZ-Zuwanderer 87
zur Beseitigung von Notunterkünften 25
für Umsiedlungsmaßnahmen 13
nichtzweckgebunden, insbesondere
Bauherrenwohnungen 69
nur mit Aufwendungsbeihilfen finanziert und
ohne Zweckbindung 9
203
Die Gesamtherstellungskosten dieser
Wiederaufbauprojekte liegen bei DM 6,7 Millionen.
Im Neubau wurden in 48 Fällen
Wohnungsbaumittel in Höhe von DM 1,5 Millionen bewilligt.
Aufwendungsbeihilfen sind in 44 Fällen in Höhe von DM
59.100,– zur Verfügung gestellt worden. Mit diesen
Mitteln sind 146 Wohnungseinheiten gefördert worden.
Folgende Zweckbindungen wurden für
diese Neubauwohnungen ausgesprochen:
für SBZ-Zuwanderer 8
für Umsiedlungsmaßnahmen 18
für Angehörige der Gesellschaft
für kernphysikalische Forschung 3
für Bauherrenwohnungen und Wohnungen
in Familienheimen 73
Wohnungen ohne Zweckbindung nur mit
Aufwendungsbeihilfen 44
146
Die Gesamtherstellungskosten der
Neubaumaßnahmen betrugen rd. DM 7,5 Millionen. Erfreulich
ist festzustellen, daß das Eigenheim-Programm
„300“ im Jahre 1959 mit 60 Eigenheimen
abgeschlossen werden konnte.
Mit öffentlichen Mitteln wurden
demnach im Rechnungsjahr 1959 insgesamt finanziert:
a) im Wiederaufbau 203 Wohnungen mit rd.
1,6 Millionen DM Landesdarlehen
b) im Neubau 146 Wohnungen mit rd. 1,5
Millionen DM Landesdarlehen
insgesamt 349 Wohnungen mit rd. 3,1
Millionen DM
Entsprechend der Zuteilung von
Landesmitteln im Jahre 1958 wurden im Berichtsjahr bezugsfertig
und bezogen:
a) im sozialen Wohnungsbau 501 WE
b) im freifinanzierten Wohnungsbau 97 WE
insgesamt 598 WE
mit 2.130 Räumen und 34.652 qm
Wohnfläche.
Gegenüber dem Vorjahr sind damit 88
Wohnungen weniger erstellt worden.
Das Wohnungsamt schätzt den
Fehlbestand auf Grund der immer noch sehr großen Zahl von
Wohnungssuchenden auch heute noch auf rd. 2.000
Wohnungseinheiten, der nicht zuletzt durch das stetige Wachsen
der Bevölkerungszahl unserer Stadt – im Jahre 1959
wiederum 1.500 Personen – verursacht wird.
In den Vormerklisten des Wohnungsamtes
waren als wohnungssuchend am 1.3.1960 3.864 Familien (1958:
3.791) mit 10.125 Personen (1958: 10.937) registriert.
Zieht man von dieser Zahl die
„unechten Wohnungssuchenden“ (Familien, die eine
Wohnung haben und sich nur verbessern wollen) ab, so verbleiben
schätzungsweise 2.000 echte Wohnungssuchende. Dazu kommen
aber wieder mehrere hundert auswärtige Wohnungssuchende,
insbesondere Pendler.
|
|
|||||
|
|
|
|
|
|
|
|