LogoGW.jpg
Navi
1946 | 1947 | 1948 | 1949 |
Navi
Verwaltungsbericht der Stadt Düren 1956
6  Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen
Auf dem Gebiet des Wohnungsbaues war das Rechnungsjahr 1956 begleitet von größten Finanzierungsschwierigkeiten. Zu Beginn des Berichtsjahres ließen sich Kapitalmarktmittel kaum beschaffen. Hinzu kam, daß Lastenausgleichsdarlehen für den allgemeinen Sektor gänzlich ausblieben.
Wenn das Rechnungsjahr 1956 doch noch ein voller Erfolg wurde, dann ist dies vor allem der großzügigen Hilfe der Regierung Aachen zu verdanken, die durch die Bereitstellung von Hypothekenkontingenten und von zusätzlichen Landesdarlehen den besonders schwierigen Verhältnissen der Stadt Düren Rechnung getragen hat. Daneben haben die Dürener Sparkassen sehr geholfen. Die Städtische Sparkasse konnte allein trotz der Ende 1955 eintretenden Schwierigkeiten am Kapitalmarkt alle Zusagen erfüllen und bewilligte rund 3.000.000,– DM erste Hypotheken. Daneben ist aber auch der zügige Ablauf des Verfahrens dadurch gewährleistet worden, daß sich der Bauausschuß im Laufe des Berichtsjahres einem Vorschlag der Verwaltung angeschlossen hat und ohne Rücksicht auf das Antragsdatum sofort alle diejenigen Bauherren zum Zuge kommen ließ, die die Finanzierung auf irgendeine Weise sicherstellen konnten. Nicht zuletzt darf die Zusammenarbeit aller am Wohnungsbau beteiligten Dienststellen als vorbildlich bezeichnet werden.

Im Wiederaufbau wurden mit 107 Bewilligungsbescheiden etwa 4,8 Mill. DM Landesdarlehen bewilligt. Die Zahl der geförderten Wohnungen beträgt 471. Im Altersheim der Cellitinnen an der Rütger-von-Scheven-Straße wurden daneben 108 Heimplätze finanziert.
Folgende Zweckbindungen für bestimmte Personengruppen sind ausgesprochen worden:
Für innere Umsiedlung und Rückführung von Evakuierten  42 WE
für äußere Umsiedlung 48 WE
für Sowjetzonenflüchtlinge 18 WE
für Personen mit geringem Einkommen 149 WE
für Bewohner von Notunterkünften 35 WE
zusammen: 292 WE
Nicht zweckgebunden sind 179 Wohnungseinheiten. Die Gesamtbaukosten für die Wiederaufbaumaßnahmen wurden mit etwa 10,2 Mill. DM ermittelt.

Im Neubau konnten in 26 Einzelfällen Wohnungsbaumittel in Höhe von 1,7 Mill. DM für 152 Wohnungen bewilligt werden. Auch kam es zu umfangreichen Zweckbindungen. Im einzelnen ergibt sich folgendes Bild:
Für innere Umsiedlung 4 WE
für Personen mit geringem Einkommen 98 WE
für Bewohner von Notunterkünften 3 WE
zusammen:  105 WE
Nicht zweckgebunden sind 47 Wohnungseinheiten. Die Bausumme im Neubau hierfür beträgt etwa 3,5 Mill. DM

Mit öffentlichen Mitteln wurden hiernach im Rechnungsjahr 1956 insgesamt finanziert:
a) im Wiederaufbau 471 Wohnungseinheiten
+ 108 Heimplätze
mit ca. 4,8 Mill. DM Landesdarlehen
b) im Neubau 152 Wohnungseinheiten
mit ca. 1,7 Mill. DM Landesdarlehen
623 Wohnungseinheiten
+ 108 Heimplätze
mit 6,5 Mill. DM Landesdarlehen.

Im Berichtsjahr sind bezugsfertig und bereits bezogen worden:
im sozialen Wohnungsbau erstellte Wohnungen 578
im frei finanzierten Wohnungsbau 102
 680
Wohnungen mit insgesamt 2.489 Räumen und 34.718 qm Wohnfläche.

Seit dem Jahre 1948 wurden durch Neubau, durch Wiederaufbau und Wiederherstellung gewonnen:



Die Wohnraumlage der Stadt Düren zeigt folgendes Bild



Gegenüber dem Wohnungsbestand vor der Zerstörung der Stadt fehlen heute noch 2.249 Wohnungen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß eine größere Anzahl von Wohnungen durch Teilung gewonnen ist und die neuerbauten Wohnungen im allgemeinen weniger Wohnfläche haben. In Wirklichkeit liegt der Wohnungsfehlbedarf noch höher, und zwar über 3.000.

Im Berichtsjahr wurden durch Neubau 179 gewerbliche Räume mit 5.707 qm Fläche geschaffen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von 31 Räumen.

Die Rückführung Dürener Bürger in ihre Heimatstadt wurde auch im Berichtsjahre fortgesetzt. Es wurden zurückgeführt:
im Rahmen der Maßnahme „äußere Umsiedlung“
 5 Familien mit 15 Personen
im Rahmen der Maßnahme „innere Umsiedlung“
 29 Familien mit 65 Personen
aus den Landgemeinden des Kreises Düren
 12 Familien mit 35 Personen
insgesamt: 46 Familien mit 115 Personen.

Die Zahl der noch in der Evakuierung lebenden registrierten Familien beträgt 202. Im Vorjahre wurden 82 Familien mit 209 Personen zurückgeführt.
Es wurden ferner im Berichtsjahr im Rahmen der Maßnahme „äußere Umsiedlung“ 7 Familien von Heimatvertriebenen mit 27 Personen umgesiedelt.