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Verwaltungsbericht der Stadt Düren
1955
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6 Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen
Die Tätigkeit der Abteilung
Wohnungsbaufinanzierung wurde im Laufe des Berichtsjahres durch
den fast gänzlichen Ausfall der Lastenausgleichsmittel
sehr erschwert. Weitere Hemmnisse traten durch die ständig
steigenden Baukosten und durch die sich zum Ende des
Berichtsjahres anzeigende Verknappung des Kapitalmarktes auf.
Während in den letzten 3 Jahren die
erste Zuteilung der Wohnungsbaumittel schon im Herbst des
Vorjahres für das kommende Rechnungsjahr erfolgte, hat das
Wiederaufbauministerium die Bereitstellung für das Jahr
1956 erst Ende Februar 1956 verfügt. Dadurch wurde der
Stadt ihr Anteil erst im Laufe des März zugeteilt. Die
Bewilligung der Einzeldarlehen fällt dadurch jetzt in das
Rechnungsjahr 1956. Daraus ergibt sich für das
Haushaltsjahr 1955 ein erheblicher Rückgang der erteilten
Bewilligungsbescheide gegenüber dem Vorjahre.
In der Zeit vom 1.4.1955 bis 31.3.1956
wurden Bewilligungsbescheide an private Bauherren für den
Wiederaufbau von 90 Gebäuden mit 273 Wohnungen, die
über das ganze Stadtgebiet verstreut sind, erteilt. Die
Baukosten betragen schätzungsweise 4.000.000,– DM.
Davon sind als Landesmittel 1.904.000,– DM bewilligt
worden. Von den 273 Wohnungseinheiten sind 70 Wohnungseinheiten
zweckgebunden für die innere Umsiedlung und für die
Rückführung von Evakuierten. Im Wohnungsneubau sind
die Landesdarlehen für insgesamt 124 Wohnungen bewilligt
worden.
Im Vordergrund des Wohnungsneubaues stand
die Finanzierung des Eigenheim-Programms „300“. Von
den hiervon in der Stadt zu errichtenden 186 Eigenheimen wurden
inzwischen durch die Regierung in Aachen für die
Häuser, die für Betriebsangehörige der 7
c-Gelder zeichnenden Firmen zweckgebunden sind, die
Bewilligungsbescheide erteilt. Es handelt sich dabei um 86
Eigenheime ohne Einliegerwohnung.
Im Wohnungsneubau wurden außerdem
bewilligt:
für den 2. Bauabschnitt Schulstr. 27
Wohnungseinheiten und
für 7 Einzelhäuser privater
Bauherren 11 Wohnungseinheiten.
Es wurden also insgesamt aus
öffentlichen Mitteln finanziert:
für den Wiederaufbau 273
Wohnungseinheiten
für den Neubau 124 Wohnungseinheiten
397 Wohnungseinheiten
In diesem Zusammenhang ist ein weiteres
Neubauprogramm, und zwar die Nebenerwerbssiedlung in
Rölsdorf von
64 Häusern mit 128 Wohnungseinheiten
zu erwähnen.
Träger der Maßnahme ist die
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft der
„Rheinprovinz Rheinisches Heim“ in Bonn. Die zur
Finanzierung dieses Programms erforderlichen öffentlichen
Mittel werden unmittelbar über den Bund zur Verfügung
gestellt. Die Siedlung ist im Rohbau fast fertig.
Im Berichtsjahr sind bezugsfertig und
bereits bezogen worden:
im sozialen Wohnungsbau erstellte Wohnungen:
768
im freifinanzierten Wohnungsbau erstellte
137
905 Wohnungen,
mit insgesamt 3.152 Räumen mit 44.155
qm Wohnfläche.
Gegenüber dem Vorjahre ist das ein
Mehr von 104 Wohnungen, 387 Räumen mit 4.865 qm
Wohnfläche.
Seit dem Jahre 1948 wurden durch Neubau,
durch Wiederaufbau und Wiederherstellung gewonnen:
![]()
Demnach hat das Jahr 1955 einen sehr
beachtlichen Zugang an Wohnungen gebracht und das Jahr 1954 um
104 Wohnungseinheiten übertroffen.
Die Wohnraumlage der Stadt Düren zeigt
folgendes Bild:
![]()
Gegenüber dem Wohnungsbestand vor der
Zerstörung der Stadt fehlen heute noch 2.929 Wohnungen.
[s. dazu Aussagen 1954!].
Im Berichtsjahre wurden durch Neubau 148
gewerbliche Räume mit 4.147 qm Fläche geschaffen.
Das bedeutet dem Vorjahre gegenüber
eine Minderung von 33 Räumen. Das [unleserlich]
beobachtete ständige Absinken der Zugänge an
gewerblichen Räumen stellt eine durchaus normale
Entwicklung dar. Der Bedarf wird in absehbarer Zeit gedeckt
sein.
Auf dem Gebiete der Rückführung
evakuierter Dürener Bürger in ihre Heimatstadt wurden
im Berichtsjahre besondere Anstrengungen gemacht. Es wurden
zurückgeführt:
im Rahmen der Maßnahme
„Äußere Umsiedlung“
27 Familien mit 87 Personen
im Rahmen der Maßnahme „Innere
Umsiedlung“
26 Familien mit 58 Personen
Aus den Landgemeinden des Kreises
Düren
29 Familien mit 64 Personen
82 Familien mit 209 Personen
Die Zahl der noch in der Evakuierung
lebenden registrierten Familien beträgt 248.
Im Vorjahre betrug die Gesamtzahl der
Zurückgeführten
46 Familien mit 138 Personen
Im Berichtsjahre wurden außerdem im
Rahmen der Maßnahme „Äußere
Umsiedlung“ 19 Familien von Heimatvertriebenen mit 75
Personen umgesiedelt.
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