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Verwaltungsbericht der Stadt Düren 1954
6  Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen
Die Tätigkeit der Abteilung Wohnungsbaufinanzierung stand im Berichtszeitraum im Zeichen des Wiederaufbaus; der Schwerpunkt lag bei der Verwirklichung des Stadtkernprogramms „Aufbaugemeinschaft 500“. Trotz aller auftretenden Hemmnisse aus der Umlegung, der Bereinigung der Grundbücher und dem Unvermögen der Bauherren, neben den Grundstücken echtes Eigenkapital zur Verfügung zu stellen, ist es in schwierigen Finanzierungsverhandlungen gelungen, das Bewilligungsverfahren für die „Aufbaugemeinschaft 500“ bis zum 31.3.1955 im wesentlichen abzuschließen. Die gesamte Maßnahme umfaßt den Wiederaufbau von 109 Häusern mit 541 Wohnungseinheiten. Zur Finanzierung dieser Wohnungen einschl. der freifinanzierten Läden waren rd. 13 Millionen DM erforderlich. Davon waren Landesmittel rd. 5 Mill. DM. Die Bauarbeiten konnten in einem sehr erfreulichen Umfang vorangetrieben werden, so daß zu Ende des Berichtsjahres (31.3.55) folgender Stand zu verzeichnen war:
Bezugsfertig oder bezogen: 222 Wohnungen
rohbaufertig: 197 Wohnungen
mit dem Bau begonnen: 106 Wohnungen
noch nicht begonnen: 16 Wohnungen
Der Baubeginn der letzten drei Häuser wird in aller Kürze erfolgen.

In der Zeit vom 1.4.1954 bis 31.3.1955 wurden außerdem Bewilligungsbescheide im Wiederaufbau für 68 Häuser mit 223 Wohnungen ausgestellt für private Bauherren, verstreut über das ganze Stadtgebiet. Die Baukosten hierfür betragen schätzungsweise 3,7 Millionen DM. Davon wurden als Landesmittel 1.850.000,– DM bewilligt.
Darin sind außerdem enthalten:
a) das Gertrudisheim mit Vorasyl, insgesamt 33 Betten
b) Erweiterung des Altersheimes St. Anna 14 Betten
c) Nachfinanzierung des Waisenhauses mit einem kleineren Betrag.

An Sonderprogrammen wurden durchgeführt:
In der inneren Umsiedlung und Rückführung von Evakuierten außer den im Programm 500 enthaltenen 5 Wohnungen weitere 43 Wohnungen. Zur Räumung von Notunterkünften 28 Wohnungen.

Im Neubau wurden gefördert 21 Häuser mit 64 Wohnungseinheiten, und zwar:
Kleinsiedlung Muttergotteshäuschen
Erweiterung um 8 Siedlerstellen 16 Wohnungen
Projekt der Stadt Düren
Schulstrasse zur Räumung von Notunterkünften 36 Wohnungen
Einzelhäuser privater Bauherren 12 Wohnungen
[zusammen] 64 Wohnungen
An Landesmitteln hierfür wurden bewilligt 456.800,– DM.

Außer 340 im Programm 500 enthaltenen Wohnungen sind im Berichtsjahr die vorgenannten 287 (223 und 64) Wohnungen, zusammen 627 Wohnungen, finanziert worden. Sie sind bis auf einige wenige im Bau.

Es sind im Berichtsjahre bezugsfertig und bezogen worden:
a) im sozialen Wohnungsbau 661 Wohnungen
b) im freifinanzierten Wohnungsbau 140 Wohnungen
insgesamt 801 Wohnungen
Diese Wohnungen haben 2765 Räume mit 39.290 qm Wohnfläche.
Gegenüber dem Vorjahre bedeutet das ein Mehr von 305 Wohnungen mit 976 Räumen und 14.145 qm Wohnfläche.
Dazu kommen weitere 42 Wohnungen an der Merzenicherstrasse und 62 Wohnungen an der Kölnerlandstrasse und Robert-Koch-Strasse, insgesamt 104 Wohnungen, die kurz vor ihrer Fertigstellung stehen.
Insgesamt wurden durch Neubau, durch Wiederaufbau und Wiederherstellung in den Jahren seit 1948 gewonnen:



Wenn Sie die für 1951 genannte Zahl um die als Ersatz für die geräumten Kasernenwohnungen errichteten 300 Schlichtwohnungen vermindern, haben wir im vergangenen Baujahr den höchsten Zuwachs an Wohnungen zu verzeichnen.

Die Wohnraumlage der Stadt Düren am 31.3.1955 gegenüber dem Stand vom 1.4.1944 zeigt folgendes Bild:



Auf den Kopf der Bevölkerung entfielen 1944  14,8 qm Wohnfläche
bei der Währungsreform  6,3 qm Wohnfläche
und am 31.3.1955  11,5 qm Wohnfläche

Es fehlen heute gegenüber dem Wohnungsbestand vor der Zerstörung der Stadt noch immer 2.177 Wohnungen. Zahlreiche Familien haben noch keine eigene Wohnung oder sind in überbelegten Räumen eng zusammengedrängt. Allein 400 junge Ehepaare teilweise mit 2 oder 3 Kindern warten auf eine Wohnung.

Auf gewerblichem Gebiete sind im Berichtsjahre durch Neubau 181 Räume mit 4.955 qm Fläche geschaffen worden. Gegenüber dem Vorjahre bedeutet das eine Minderung von 158 gewerblichen Räumen. Diese Minderung entspricht der normalen Entwicklung. Es ist damit zu rechnen, dass der Bedarf bald gedeckt ist.

Die Rückführung evakuierter Dürener Bürger in ihre Heimatstadt ist im Berichtsjahre fortgesetzt worden. Es konnten zurückgeführt werden
im Rahmen der Maßnahme „Äußere Umsiedlung“
 3 Familien mit 16 Personen
im Rahmen der Maßnahme „Innere Umsiedlung“
 22 Familien mit 67 Personen
aus den Landgemeinden des Kreises Düren
 21 Familien mit 55 Personen
zusammen 46 Familien mit 138 Personen

[…]
Das Wohnungsamt ist noch immer eine der meistbesuchten städtischen Dienststellen mit durchschnittlich 150 Besuchern an jedem der 3 Sprechtage.