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Verwaltungsbericht der Stadt Düren 1953
6  Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen
Auch im Berichtsjahre stand der Wohnungsbau im Vordergrund.
Vom Land wurden in der Zeit vom 1.4.1953 bis 31.3.1954 zur Verfügung gestellt:
a) für den Wiederaufbau von kriegszerstörten Häusern
 3.405.750,– DM
b) für den Neubau 712.000,– DM
Zusamen mit den Resten aus den Vorjahren, die sich auf etwa 3.710.000,– DM beliefen, wurden im Berichtsjahre für den Wiederaufbau zur Schaffung von 932 Wohnungen 7.120.000,– DM zur Verfügung gestellt. Die Gesamtkosten dieser Bauvorhaben belaufen sich auf rund 14.820.000,– DM.
Im einzelnen wurden im Berichtsjahre fertiggestellt oder aber begonnen im Wiederaufbau:
Für das Programm der Aufbaugemeinschaft 500 196 Wohnungen
Bauverein A (11 Bauvorhaben, die über das ganze
Stadtgebiet verstreut liegen) 49 Wohnungen
Block Zehnthofstraße 49 Wohnungen
Block Philippstraße - Violengasse 45 Wohnungen
Block Meiringplatz 52 Wohnungen
Block Goebenstraße - Freiheitsstraße (Sondermaß-
nahme zur Unterbringung von
Sowjetzonenflüchtlingen) 50 Wohnungen
Block Kölnerlandstraße - Robert-Koch-Straße -
Merzenicherstraße (Sozialrentnerwohnungen) 62 Wohnungen
Block Kurfürstenstraße 20 Wohnungen
5 weitere Häuser der Kriegsbeschädigten-Siedlung
Meiringstraße 11 Wohnungen
Block Bongard 30 Wohnungen
von privaten Bauherren im Bereiche des
Stadtgebietes 368 Wohnungen
zusammen: 932 Wohnungen

Mit den zugeteilten Neubaumitteln wurden folgende Wohnungen vollendet bezw. in Angriff genommen:
An der Goebenstraße 42 Wohnungen
Am Muttergotteshäuschen 34 Wohnungen
Verschiedene private Bauten 6 Wohnungen
An der Scharnhorststraße (durch den Kreis gefördert) 30 Wohnungen
zusammen: 112 Wohnungen

das sind zusammen 1044 Wohnungen

Bis zum 31.3.1954 wurden innerhalb des Berichtszeitraumes bezogen:
496 Wohnungen mit 1789 Räumen mit 25.145 qm Wohnfläche.

Insgesamt wurden durch Neu- und Wiederaufbau in den Jahren seit 1948 gewonnen:



Diese Minderung gegenüber dem Vorjahre ist darauf zurückzuführen, daß zahlreiche Wohnungen, die programmgemäß vor dem Abschluss der Berichtszeit hätten bezogen werden sollen, durch die hartnäckige Frostperiode erst nach Abschluss des Rechnungsjahres bezogen werden konnten. Hierzu zählen:
42 Wohnungen an der Goebenstrasse
52 Wohnungen an der Meiringstrasse und am Meiringplatz
30 Wohnungen am Bongard
50 Wohnungen an der Freiheits- und Goebenstrasse (Sowjetzonenflüchtlinge) und mindestens
70-80 Wohnungen des freien Wohnungsbaues.
Das sind zusammen rund 250 Wohnungen. Diese müssen dem Jahre 1953 zugerechnet werden, sodass 496 + 250 = 746 Wohnungen bezugsfertig wurden.
Ferner haben die durch die Aufbaugemeinschaft 500 verursachten schwierigen Umlegungs- und Finanzierungsverhandlungen eine Verzögerung mit sich gebracht.
Auf dem Gebiete des Wohnungsbaues ist noch alles im Fluss. Mit der Inangriffnahme der Aufbaumassnahme 500 hat der Wohnungsbau in Düren einen starken Auftrieb erhalten. Die vorgenannte Zahl von 932 Wiederaufbauwohnungen und 112 Neubauwohnungen, zusammen 1.044 Wohnungen, die fertig gestellt oder in Angriff genommen worden sind, ist sehr hoch. Ob im kommenden Jahre mit einem Zugang in der gleichen Höhe gerechnet werden kann, ist zur Zeit noch nicht abzusehen. Der Zugang an Wohnungen durch Wiederaufbau wird auf rund 600 geschätzt. Davon fallen voraussichtlich rund 350 Wohnungen auf die Aufbaugemeinschaft 500, ca. 150 Wohnungen auf private Einzelbauherren und ca. 100 Wohnungen auf Sondermaßnahmen (Räumung von Baracken und Notunterkünften und Unterbringung von Sowjetzonenflüchtlingen). Es werden von der Verwaltung Anstrengungen gemacht, um weitere 100 Kleinsiedlungen am Muttergotteshäuschen zu finanzieren.
Die Wohnraumlage der Stadt Düren am 31.3.1954 gegenüber dem Stande vom 31.3.1944 zeigt folgendes Bild:



Auf den Kopf der Bevölkerung entfielen 1944  14,8 qm Wohnfläche
bei der Währungsreform  6,3 qm Wohnfläche
und am 31.3.1954 fast  11,0 qm Wohnfläche

Es fehlen also in unserem Wohnungsbestand gegenüber dem Bestand vor der Zerstörung immer noch 3.000 Wohnungen.

Auf gewerblichem Gebiete sind im Berichtsjahre durch Neubau 339 Räume mit 9.133 qm Fläche geschaffen worden.

Auch im Berichtsjahre ist die Rückführung evakuierter Dürener Bürger in ihre Heimatstadt fortgesetzt worden. Es konnten zurückgeführt werden:
aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern
 13 Familien mit 34 Pers.
aus den übrigen Bundesländern 2 Familien mit 3 Pers.
aus Abgabekreisen des Landes NRW 42 Familien mit 123 Pers.
aus den Landgemeinden des Kreises Düren
 32 Familien mit 100 Pers.
zusammen 89 Familien mit 260 Pers.

Von besonderer Bedeutung für die Tätigkeit des Wohnungsamtes war das Inkrafttreten des Wohnraumbewirtschaftungsgesetzes vom 31.3.1953. Durch dieses Gesetz ist das Wohnungsamt nach dem Kriege erstmalig angehalten, die Wünsche des verfügungsberechtigten Eigentümers hinsichtlich der Auswahl des Wohnungsmieters weitgehend zu beachten. Nachdem das Gesetz nunmehr ein Jahr lang gehandhabt wurde, hat sich gezeigt, daß bei Verwirklichung des Vorschlagsrechtes der Hauseigentümer die Masse der Sozialschwachen und Kinderreichen nicht zu einer ausreichenden Wohnung kommt. Hier liegt für die Gemeinden eine ernste Sorge für die Zukunft, die sie ohne staatliche Hilfe nicht werden beheben können.