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Verwaltungsbericht der Stadt Düren 1952
6  Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen
An der Spitze der Bautätigkeit stand im Berichtsjahr auch wieder der Wohnungsbau. Das Land hat durch Zurverfügungstellung von Instandsetzungsdarlehen und Neubaumitteln wieder weitgehend geholfen.
Es wurden vergeben an private Bauherren an Landesmitteln 1.119.000,– DM und damit erstellt 153 neue Wohnungen und 8 Wohnungsinstandsetzungen.
Weiter wurden vergeben an die gemeinnützigen Bauunternehmen (Dürener Bauverein und Wohnungsbaugenossenschaft) 2.012.000,– DM und damit erstellt 205 neue Wohnungen und instandgesetzt 155 Wohnungen.
Das Altersheim an der Waisenhausstraße erhielt aus den gleichen Mitteln 120.000,– DM und schuf damit 67 Heimplätze.
Neben dem vorgenannten Wohnungsbau wurden im verflossenen Rechnungsjahr unter Verwendung von DM 517.000,– Darlehensgelder weiter geschaffen 66 Wohnungen für 66 Umsiedlerfamilien und 24 Einzelpersonen mit zusammen 249 Köpfen. Die Mittel hierfür wurden als Umsiedleraufbaumittel zur Verfügung gestellt, so daß unser übriges Wohnungsbauprogramm hierdurch nicht belastet wurde.
Insgesamt wurden durch Neu- und Wiederaufbau im Berichtsjahr 1952 gewonnen (gegenüber):



Der Rückgang gegenüber 1951 erklärt sich dadurch, daß noch 1.200.000,– DM Landesmittel aus dem vergangenen Jahr zur Verfügung stehen für die Sondermaßnahmen:
„Aufbau Zehnthofstraße, den Sparkassenblock und den Bauverein A mit verstreut liegenden Objekten“. Es waren hier große Schwierigkeiten, insbesondere durch die Finanzierung, Vorlagen der Baugesuche und zum Teil durch die Umlegung zu überwinden. Es ist mit dem Baubeginn an der Zehnthofstraße in aller Kürze zu rechnen. Insgesamt entstehen hier 152 Wohnungen, davon an der Zehnthofstraße 45, im Sparkassenblock 65 (noch in der Planung) und beim Bauverein 42. Wenn Sie diese zu der vorgenannten Zahl von 728 hinzurechnen, erreichen wir auch in diesem Jahr wieder einen Zugang von fast 1000 Wohnungen.
Bekannt ist Ihnen als Sondermaßnahme das „Aufbauprogramm 500“, das von den Baugenossenschaften „Neue Heimat“, Dürener Bauverein und Treuhand- und Finanzierungsgesellschaft im Betreuungsgeschäft für private Dürener Bauherren durchgeführt wird.
Die „Neue Heimat“ wird Ende Juli mit dem Bau des 1. Blocks an der Pletzergasse und der Hans-Böcklerstraße beginnen.
Der Bauverein folgt unmittelbar mit dem Block an der Wilhelmstraße. Nach dem Stand der Verhandlungen, insbesondere der Grundstücksumlegung sind die meisten Schwierigkeiten ausgeräumt und es ist nunmehr mit einer zügigen Durchführung dieses Programms zu rechnen.
Es werden damit erstellt insgesamt 500 Wohnungen
Es sind weiter im Bau vom Dürener Bauverein AG
am Bongard 30 Wohnungen
Goebenstraße 42 Wohnungen
Scharnhorststraße 30 Wohnungen
Weiter ist geplant ein Bau an der Merzenicher Straße
etwa gegenüber dem Krankenhaus mit 35 Wohnungen
Die Wohnungsgenossenschaft hat z.Zt. im Bau
2 Blocks an der Philippstraße bzw. Violengasse mit 45 Wohnungen
an der Wenzel-Hollar-Straße 24 Wohnungen
am Meiringplatz 52 Wohnungen
und für die Kriegsbeschädigten in der Meiringstraße 11 Wohnungen
Weiter sind beabsichtigt, Baublocks an der
Freiheitstraße mit 22 Wohnungen
Goebenstraße mit 28 Wohnungen
Scharnhorststraße mit 30 Wohnungen
Diese sind für Flüchtlinge bestimmt und werden aus diesen Mitteln finanziert.
Die Stadt selbst baut an der Kölnerlandstraße/Blücherstraße für Sozialrentner 43 Wohnungen, außerdem 5 Einfamilienhäuser für kinderreiche Familien an der Brückenstraße und Blücherstraße und 12 weitere Wohnungen Blumenthalstraße und Blücherstraße.
Die an Private ausgegebenen Wohnungsinstandsetzungsmittel sind noch nicht ganz abgerufen, so daß auch hier noch mit der Schaffung einer Anzahl weiterer Wohnungen gerechnet werden kann. Wir werden damit im laufenden Geschäftsjahr an die 1000 Wohnungen neu erstellen. Mit Dank und Anerkennung muß auch hier erwähnt werden, daß die Städt. Sparkasse wie auch die Kreissparkasse bei der Finanzierung des Wohnungsbaues weitgehend geholfen haben.
Eine Bilanz der früheren und jetzigen Wohnraumlage zeigt folgendes Bild:



Wenn Sie diese Zahlen vergleichen, so wäre hiernach rd. 70 Prozent des Wohnungsbestandes von 1944 wieder aufgebaut, und zwar entfallen davon schätzungsweise 35-40 Prozent auf Neubauten und der Rest auf wieder hergestellte teilzerstörte Wohnungen. Dabei ist aber zu bedenken, daß eine Wohnung aus der Zeit vor der Zerstörung mit den jetzigen Wohnungen in sehr vielen Fällen nicht gleichgestellt werden kann, da bei der Wiederherstellung kleinere Wohnungen geschaffen wurden durch Teilung, Einbau weiterer Stockwerke und Beschränkung der Größe der Wohnfläche nach den Bestimmungen des Wohnungsbaugesetzes, Ausnutzung der Dachgeschosse und ähnliches mehr.
Insgesamt gesehen darf aber wohl festgestellt werden, daß hierin eine große Wiederaufbauleistung liegt.
Es fehlen zur Wiederherstellung des alten Zustandes
3474 Wohn.Einh., 17124 Wohnräume, 289723 qm Fläche.
Auf den Kopf der Bevölkerung entfielen 1944  14,8 qm Wohnfläche
bei der Währungsreform  6,3 qm Wohnfläche
und am 31.3.1953  8,6 qm Wohnfläche

Erfreulich sind die Zahlen über die Rückführung ehemaliger Dürener Bürger. Als die Aufnahmeländer zum Jahresende die ersten Rückführertransporte vorbereiteten, setzte ein reger Schriftwechsel der Evakuierten mit dem Wohnungsamt ein und eine große Anzahl ehemaliger Bürger zeigte ihren Willen zur Rückkehr an.
Es konnten in ihre Vaterstadt zurückgeführt werden:
aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern
 18 Familien mit 65 Pers.
aus Aufnahmekreisen des Landes Nordrhein-Westfalen
 43 Familien mit 134 Pers.
aus Aufnahmegemeinden des Kreises Düren
 51 Familien mit 173 Pers.
zusammen 112 Familien mit 372 Pers.

Erwähnen möchte ich auch, daß im Berichtsjahr 329 gewerbliche Räume mit 15156 qm durch Neubau geschaffen wurden.

Das Wohnungsamt ist nach wie vor eine stark beschäftigte Verwaltungsstelle. Im Berichtsjahr wurden durch das Wohnungsamt zugewiesen an Altbauwohnungen und Wohnungsteilen 476 mit 1164 Räumen und aus dem Wiederaufbau 728 Wohnungen mit 2600 Räumen.
In der Dringlichkeitsliste I stehen 220 Haushaltungen mit 617 Personen.
In der Dringlichkeitsliste II stehen 981 Haushaltungen mit 3337 Personen und in der Wohnungssuchliste weitere 1400 Haushaltungen mit stark 4000 Personen. […]