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Verwaltungsbericht der Stadt Düren 1951
6  Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen
Der Schwerpunkt der gesamten Verwaltungsarbeit im Bauamt liegt nach wie vor beim Wiederaufbau der Stadt. Sie selbst sind im letzten Rechnungsjahr im Bauausschuß zu 42 Sitzungen zusammengetreten.
[…]
Im Volkswohnungsbau
wurden durch das Land Darlehen in Höhe von DM 1.409.800,– bereitgestellt
Davon wurden weitergegeben:
a) an Private DM 711.400,–
b) an Genossenschaften DM 698.400,–
Mit diesem Betrag wurden 200 wieder aufzubauende Wohnungen und 114 Wohnungsinstandsetzungen gefördert.
Für Neubauwohnungen wurden weitere Sondermittel in Form von Landesdarlehen in Höhe von DM 1.705.000,– bereitgestellt. Mit diesem Betrag sind 276 Wohnungen in der Rütger v. Schevenstraße und 21 Wohnungen der Bundesbahn an der Girbelsratherstraße gefördert worden.
Es sind im Berichtsjahr insgesamt 1044 Wohnungseinheiten mit 3222 Räumen durch Neubau, Wiederaufbau, Wiederherstellung, Anbau, Ausbau oder Umbau errichtet worden gegenüber 273 im Jahre 1948/1949, 425 im Jahre 1949/1950 und 619 im Jahre 1950/951.
Außerdem wurden 491 gewerbliche Räume aufgebaut.
Die Stadt hat am Bau von Wohnungen wesentlich geholfen durch Ankauf von Grundstücken, die sie im Erbbaurecht zur Verfügung gestellt hat und zwar mit DM 775.000,– seit der Währungsumstellung. Die damit eingetretene Entlastung des Wohnungsmarktes ist zwar spürbar, aber gemessen an dem ungeheuren Bedarf an Wohnungen in der schwerst zerstörten Stadt nicht durchschlagend genug. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen jetzt 7,5 m2 Wohnraum gegenüber 6,3 m2 im Jahre 1949 und 14,8 m2 vor der Zerstörung. Es fehlen noch einschließlich der Unterbringungsmöglichkeiten für die Evakuierten trotz unserer sichtbaren Leistungen im Wohnungsbau rd. 4200 Wohnungen.
Zur weiteren Herabminderung der Wohnungsnot sind folgende Wohnungsbauten geplant oder in der Ausführung begriffen:
a) Als Sondermittel für die Stadtkernbebauung sind DM 1.200.000,– Landesmittel bereitgestellt. Diese Mittel sind für die Bebauung der Ostseite der Zehnthofstraße von Stürtz bis Hoch und gegebenenfalls für den Sparkassenblock an der Weierstraße, Markt, Kaiserplatz bestimmt. Die Durchführung liegt im Auftrage der Grundstückseigentümer in den Händen der Treuhand- und Finanzierungsgesellschaft.
b) Von der Stiftungsverwaltung der Stadt ist die Errichtung von 40 bis 50 Zwei- und Einraumwohnungen in der Blücherstraße/Kölner Landstraße und Merzenicher Straße für Sozialrentner geplant.
c) Die städtische Wohnungsverwaltung errichtet zur Zeit 30 Wohnungen im Grüngürtel an der Scharnhorst-, Freiheits- und Goebenstraße.
d) Wir hoffen weiter, in absehbarer Zeit weitere 40 Wohnungen im Stadtkern, und zwar am Bongard errichten zu können. Die Straße ist baureif und der Grunderwerb ist bereits getätigt.
e) Der Dürener Bauverein wird an der Goebenstraße 40 Zweiraumwohnungen bauen, die in erster Linie jungen Ehepaaren vorbehalten sein sollen.
f) Weiter sind vom Dürener Bauverein 24 Wohnungen an der Waisenhausstraße im Bau. Der Dachstuhl wird in den nächsten Tagen aufgesetzt.
g) Der Dürener Bauverein hofft auch, in Kürze an der Scharnhorststraße 30 Wohnungen wieder errichten zu können.
h) Von der Wohnungsbaugenossenschaft sind im Bau 109 Wohnungen, und zwar
im Grüngürtel 42
Ecke Fröbel-/Scharnhorststraße 24
an der Blücherstraße 18
an der Werderstraße 4
an der Scharnhorststraße 21
i) Die Dürener Wohnungsbaugenossenschaft errichtet außerdem 20 Wohnungen an der Pletzergasse. Mit baldigem Baubeginn ist zu rechnen.
j) Der Verein der Kriegsbeschädigten baut seine Häuser in der Meiringstraße mit 16 Wohnungen wieder auf.
k) Die Deutsche Bau- und Grundstücks AG baut an der Ecke Hansemannstraße/Johannesstraße 7 Wohnungen wieder auf.
l) Wie Sie wissen, krankt unser gesamter Wohnungsbau daran, daß für Privatgrundbesitzer kein genügender Anreiz zum Bau von Mietwohnungen gegeben ist und die Finanzierungsmöglichkeiten recht schwierig sind. Es wäre deshalb besonders erfreulich, wenn der Bund der Fliegergeschädigten im Zusammenwirken mit der Treuhand- und Finanzierungsgesellschaft seine Pläne zur Errichtung von etwa 50 Wohnungen verwirklichen könnte.
m) Wir stehen mit der Wohnungsgenossenschaft für das Rheinische Braunkohlenrevier in Köln in Verhandlung und hoffen, daß aus dem Bergarbeiterprogramm auch in Düren eine größere Anzahl von Wohnungen errichtet wird für die in der Stadt wohnenden 80 Bergarbeiter bzw. diesen Gleichgestellten.

Der Wohnungsbau wirkt sich unmittelbar auf das Wohnungsamt aus, bei dem auch heute noch mancher Unmut abgeladen wird.
Der Wohnungsausschuß trat 25 mal zusammen.

Entsprechend der bereits oben genannten Zahl von 1044 durch Neubau bzw. Wiederaufbau gewonnenen selbständigen Wohnungen konnte für die gleiche Anzahl Bewerber der Wunsch nach einer eigenen Wohnung befriedigt werden. Außerdem konnten in 495 Fällen durch Auszug frei werdende Wohnungen oder Teilwohnungen durch den Ausschuß vergeben werden. Außerdem erhielten 41 in einsturzgefährdeten Wohnungen, Kellern, Wohnwagen oder Wohnlauben wohnende Mitbürger eine feste Wohnung. Durch die wider Erwarten sich reibungslos vollziehende Räumung der Panzerkaserne konnten 248 Wohnungsinhaber eine ordentliche Wohnung erhalten.
Leider stehen auch heute noch mehrere hundert Wohnungssuchende in den Dringlichkeitslisten. Der Wohnungsbau einschließlich der Schaffung weiterer Obdache für vom Gericht zur Räumung Verurteilte bleibt vordringliche Aufgabe.
In der Evakuierung außer in den Landgemeinden des Kreises Düren leben noch etwa 1100 rückkehrwillige Dürener Bürger, im Kreise Düren außerhalb der Stadtgrenzen 1389 Dürener, die auf eine Wohnung warten. Bis jetzt ist seit der Währungsumstellung 2600 in der Evakuierung lebenden Dürenern Wohnraum in der Stadt zugewiesen worden. Erstmalig kann bis Ende des Jahres eine stärkere Rückführung aufgrund der neuen staatlichen Bestimmungen erfolgen. Es ist bis zum Jahresende mit der Rückführung von zunächst 60 Familien fest zu rechnen. Im nächsten Jahre wird die Rückführung dann in erhöhtem Maße einsetzen können. Durch Beteiligung der gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaften könnte die Rückführung beschleunigt werden.
Die Umsiedlung von Heimatvertriebenen konnte durch Hilfe für 74 Familien so gelenkt werden, daß mit der Zuweisung aus dem Flüchtlingstreck aus Schleswig-Holstein nicht zu rechnen ist. […]