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Verwaltungsbericht der Stadt Düren
1949
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6.) Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen
Der Wiederaufbau der Stadt macht
erfreuliche Fortschritte. Nachdem der Neuordnungsplan nach
erheblichen Schwierigkeiten am 26.7.1949 durch die
Landesregierung genehmigt wurde, hat eine lebhafte
Bautätigkeit im Stadtinnern eingesetzt. Für die
Umlegung ist ein Betrag von schätzungsweise DM
2.000.000.– erforderlich. Dieser erhebliche Aufwand ist
aufzubringen, trotzdem die Stadt fast ihren gesamten
innerstädtischen Grundbesitz mit einem Wert von etwa DM
500.000.– in die Umlegungsmasse hineinzuwerfen gezwungen
sein wird. Das Land hat 1949 eine Beihilfe von DM
200.000.– gewährt. Die weiteren Mittel müssen
durch Anleihen beschafft werden. Die Aufnahme eines ersten
Betrages von DM 500.000.– haben Sie in der Sitzung vom
26.6.1950 genehmigt.
Vor der Zerstörung hatte Düren
6431 Wohn- und Geschäftshäuser mit 13.628 Wohnungen.
Es wurden am 16.11.1944
4.253 Wohn- und Geschäftshäuser =
66.1 % völlig zerstört
1.537 Wohn- und Geschäftshäuser =
23.9 % teilweise zerstört und nur beschränkt
benutzbar
628 Wohn- und Geschäftshäuser =
9.8 % beschädigt aber noch benutzbar
13 Wohn- und Geschäftshäuser = 2 %
blieben ohne nennenswerten Schaden.
Seit der Zerstörung sind 1203 Wohn-
und Geschäftshäuser mit 6380 Wohnungen ganz oder
teilweise wieder aufgebaut worden.
An Wohnungsinstandsetzungsdarlehen wurde
eine Summe von DM 1.180.000.– während des
Rechnungsjahres 1949 zur Verfügung gestellt. Im laufenden
Rechnungsjahr sind weitere DM 964.000.– zur Verteilung
gelangt.
Außerdem konnte nach langwierigen und
schwierigen Verhandlungen bei den zuständigen
Landesstellen und Banken erreicht werden, den zu einem
Aufbauverein zusammengeschlossenen Anliegern des Marktes von
Pletzergasse zu Pletzergasse die Mittel für die Erstellung
von 24 Häusern mit 132 Wohnungen neben den dazu
gehörigen Geschäften zur Verfügung zu stellen.
In der Stadt fehlen noch
schätzungsweise 4200 Wohnungseinheiten. 442 Familien mit
1551 Personen leben noch in Notunterkünften. der Bedarf an
Instandsetzungsdarlehen ist noch sehr groß. Anträge
mit einer geforderten Summe von DM 2.500.000.– liegen
noch vor. Die Verwaltung bleibt fortlaufend bemüht,
für die Gewährung von Instandsetzungsdarlehen weitere
Landesmittel zu erhalten, da gerade hierdurch am schnellsten
und billigsten neue Wohnungen geschaffen werden.
An Neubauten wurden im Berichtszeitraum im
Stadtgebiet bezugsfertig die Siedlung des Bauvereins in
Rölsdorf, die Postsiedlung in der
Girbelsratherstraße und die Häuser des Bauvereins in
der Schoellerstraße.
Im Bau begriffen sind die ersten 10
Häuser der Kleinsiedlerstelle am
Muttergotteshäuschen.
Für das laufende und kommende
Rechnungsjahr sind der Stadt Mittel für die
Stadtkernbebauung zugesagt worden. Folgende Bauvorhaben sind
geplant:
1.) auf dem städtischen Gelände
zwischen Waisenhausstraße und Jesuitengasse 24 Wohnungen,
2.) auf dem Gelände der
Schenkel-Schoellerstiftung zwischen Waisenhausstraße und
Pletzergasse, das die Stadt im Tausch erworben hat, 27
Wohnungen,
3.) in der Binsfelderstraße 27
Wohnungen,
4.) in der Schoellerstraße 63
Wohnungen,
5.) Weiter ist der Bau von 69 Wohnungen am
Alten Teich geplant. Es ergeben sich hier aber leider
Schwierigkeiten im Grundstückserwerb, die wahrscheinlich
nur durch Enteignung ausgeräumt werden können.
Außerdem sollen vom Land bezw. den
Bankinstituten Mittel zur Verfügung gestellt werden, um
eine grössere Zahl von Wohnungen in den halbfertigen
Häusern im Stadtkern zu errichten.
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