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Verwaltungsbericht der Stadt Düren 1946
Stadtbauamt
Düren, den 15. Oktober 1947
Jahresbericht über die Tätigkeit des Stadtbauamtes in der Zeit vom 1.4.1946 bis 31.3.1947
A) Hochbau
[…]
c) Wohnungsbau:
In den Gebäuden der Heil- und Pflegeanstalt wurden durch Instandsetzungen der Türen, Fenster, Wände usw. eine größere Anzahl von Wohnungen hergestellt.
Ebenso wurden in der Panzerkaserne eine größere Anzahl Wohnungen ausgebaut. Der Privatwohnungsbau wurde ebenfalls gefördert, indem Material ausser den allgemeinen Zuteilungen, welche sehr gering sind, beschafft wurde.

Der Oberstadtdirektor
Düren, den 15. Juli 1947
Verwaltungsbericht für das Jahr 1946/47
30.4.1946
Auf Anregung des Bürgermeisters Hammans waren die Herren Architekten Rosskamp, Aulmann, Körner, Boller und Dahmen zu der am 30.4.1946 stattgefundenen Sitzung des Bau- und Wohnungsausschusses eingeladen. Der Zweck dieser Einladung war, die Meinung der Architekten über einen Wiederaufbauplan aller bis zu einem bestimmten Prozentsatz beschädigten Häuser zu hören. Die Herren betonten, daß zunächst eine genaue Feststellung über den Grad der Zerstörung und die für die Instandsetzung benötigten Baumaterialien notwendig sei. In dieser Sitzung wurde jedem der Herren Architekten ein Straßenzug zur Bearbeitung zugewiesen mit der Aufgabe, den Grad der Zerstörung an den einzelnen Häusern und das zur Instandsetzung benötigte Baumaterial festzustellen. Am 1.5.1946 [einen Tag später? GW] gab der Vorsitzende des Bau- und Wohnungsausschusses, Bürgermeister Hammans, bekannt, daß diese Aktion fehlgeschlagen sei. Nach einer Rücksprache mit dem Stadtbauamt wurde in dieser Angelegenheit beschlossen, die Instandsetzung von Wohnräumen nunmehr einzelnen Wohnungsuchenden zu übertragen, denen die Unterstützung der Stadtverwaltung durch bevorzugte Zuteilung von Baumaterialien zugesichert werden sollte.
8.7.1946
Eine wesentliche Änderung in der Frage der Zuweisung von freiem Wohnraum beschloss der Wohnungsausschuss am 8.7.1946. Der Ausschuß war der Ansicht, daß es nicht im Interesse der Bevölkerung liege, wenn das Wohnungsamt über die Zuweisung von freiem Wohnraum allein im Rahmen des eigenen Ermessens entscheide, wie das bisher geschehen sei. Es wurde deshalb ein dahingehender Beschluß gefasst, daß in Zukunft die Wohnungszuweisungen durch das Wohnungsamt nur noch nach Beratung mit dem Wohnungsausschuß vorgenommen werden dürfen. Durch diesen Beschluß wollte sich der Ausschuß bei den kommenden Wohnungszuweisungen Gewißheit verschaffen, daß die Frage der Bedürftigkeit wirklich vorliegt.

20.8.1946
Ein Vortrag des Oberbaurates Dauer in der Sitzung des Wohnungsausschusses am 20.8.1946 vermittelte erstmalig einen Überblick über die geplante Schweizer-Siedlung am Mühlenweg. Die Siedlung ist inzwischen bis auf einige Baracken fertiggestellt und bezogen worden. Im Ganzen sind 25 Baracken erstellt worden, von denen 23 Baracken in 3 Wohnungen und 2 Baracken in 2 Wohnungen eingeteilt sind. Insgesamt konnten in der Schweizer-Siedlung 325 Personen untergebracht werden.

Auf Veranlassug der Militär-Regierung und des Oberpräsidenten der Nordrheinprovinz musste im Gebiet der Nordrheinprovinz eine Wohnraumzählung durchgeführt werden. Für die Stadt Düren hat diese Zählung in der Zeit vom 3.10.1946 bis 11.12.1946 stattgefunden. Mit der Durchführung dieser Arbeit wurden 30 hauptamtliche und 27 ehrenamtliche Zähler beschäftigt. Das Ergebnis der Zählung vermittelte nicht den erwarteten genauen Überblick über die Wohnungsverhältnisse in der Stadt Düren. Das Resultat zeigt zwar keine sehr groben Differenzen, aber dennoch gibt es ein etwas verzerrtes Bild der wirklichen Verhältnisse. Dieser Übelstand ist allein darauf zurückzuführen, daß eine Reihe der eingestellten Zähler trotz wiederholter eingehender Belehrungen es an der notwendigen Gewissenhaftigkeit beim Ausfüllen der Fragebogen fehlen ließen. Anhand der Fragebogen wurden bereits eine Reihe von Wohnungskontrollen durch das Wohnungsamt vorgenommen, wobei in vielen Fällen festgestellte Fehlerquellen in den Fragebogen berichtigt werden mussten. Immerhin ist durch die Zählung erreicht worden, daß die bisher übliche grobe Schätzung von Zahlen bei Aufstellung von Statistiken unterbleiben kann, denn bei allen Unstimmigkeiten, die die Zähler bei ihrer Arbeit verursacht haben, ist es doch möglich geworden, eine Statistik aufzustellen, deren Zahlen keinen sehr beträchtlichen Unterschied gegenüber der Wirklichkeit aufweisen.
Auch inbezug auf die Erfassung von unterbelegtem Wohnraum hat die Zählung, wie erwartet, kein befriedigendes Ergebnis gezeigt. Die allgemeine Auswertung der Zählung inbezug auf den unterbelegten Wohnraum wird in Düsseldorf vorgenommen. Ein Ergebnis hierüber ist bis heute noch nicht bekanntgegeben worden. In diesem Zusammenhang kann aber jetzt schon mitgeteilt werden, daß die Zählung ein eindeutiges Bild über die große Wohnungsnot in Düren vermittelt hat. Die Zahl der Wohnungen, die eine erfolgversprechende Erfassung von Wohnräumen ermöglichen, ist sehr gering. Ohne eine diesbezügliche Anweisung von Düsseldorf abzuwarten, wurden bisher durch das Wohnungsamt bereits ca. 120 Wohnräume beschlagnahmt. In allen Fällen haben die betreffenden Wohnungsinhaber von dem Recht des Einspruchs Gebrauch gemacht. Bei den Verhandlungen vor der Kreisschlichtungsstelle sind daraufhin die Beschlagnahmen von 70 Räumen aufgehoben worden, während die Einsprüche bei 35 Räumen zurückgewiesen wurden. Für die restlichen Räume ist das Beschlagnahmeverfahren noch nicht abgeschlossen.

Im übrigen hatte die Wohnraumzählung folgendes Ergebnis:
19.550 Räume = 244.709 qm Wohnfläche
= 5.648 Wohnungseinheiten
= 2.596 Häuser (einschl. Baracken, Behelfsheimen und Gartenlauben)
889 Gewerbliche Räume = 14.895 qm
533 Kellerwohnungen und Gartenlauben
Nach Abzug der Notwohnungen (Kellerwohnungen, Gartenlauben) und bei Abzug von 10 qm an Küchenraum hat jeder Einwohner z.Zt. ca. 5 qm Wohnraum.

Allgemeines
Im Rechnungsjahr 1946/47 [= 01.04.1946-31.03.1947, GW] sind ca. 950 Räume an Wohnungssuchende vergeben worden, die zum großen Teil von den Eingewiesenen selbst instandgesetzt wurden.
Für 3.272 Personen wurde im Rechnungsjahr 1946/47 die Zuzugsgenehmigung erteilt.