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Düren in den 50er Jahren
Wohnen, Leben und Freizeit zwischen
Wiederaufbau und Wirtschaftswunder
Es gibt eine Reihe von verbürgten
Äußerungen, die einen Neuaufbau der zerstörten
Stadt Düren an gleicher Stelle für unwahrscheinlich,
gar unmöglich hielten. Die Dürener haben diese
Skeptiker eines Besseren belehrt: Mit einer unglaublichen
Kraftanstrengung verwandelten sie den Haufen von 1,6 Mio. cbm
Schutt bis Ende der 50er Jahre in eine blühende Stadt, in
der wieder genau so viele Menschen lebten wie vor dem Krieg.
Dabei war die Bestandsaufnahme nach der
deutschen Kapitulation für das Dürener Land im
höchsten Maße deprimierend ausgefallen. In der
berühmten Denkschrift „Hürtgenwald und
Rurlandnot“ vom Mai 1947 sprechen die Autoren von einem
„nie geahnten Ausmaß an Zerstörung“ in
den Kreisen Düren und Jülich. Kurze Zeit später
wird der Kreis Düren in die höchste
Beschädigungsstufe eingeordnet, was immerhin Auswirkungen
auf die Zuteilung vieler Güter des täglichen Bedarfs
hat.
Mit dem „Marshallplan“ und der
Währungsreform werden im Jahr 1948 die Weichen gestellt
für einen wirtschaftlichen Aufschwung, den man später
gern als „Wirtschaftswunder“ bezeichnete, der
jedoch für viele zunächst gar keine
„wunderbaren“ Züge annahm. Denn die
Einführung der D-Mark bedeutete für viele kleine
Sparer eine faktische Enteignung, erhielten sie doch für
100 gesparte Reichsmark ganze 6,50 DM gutgeschrieben.
Dabei konnten sie doch jeden Pfennig
gebrauchen: Kleidung, Möbel, Haushaltsgeräte –
fast alles musste doch neu beschafft werden.
Ein besonders drängendes Problem war
die Wohnungsnot. Obwohl die Dürener in Kellern und
Gartenhäusern, Kasernen und Baracken hausten, musste
zeitweise eine Zuzugssperre verhängt werden, weil es keine
Unterbringungsmöglichkeiten gab. Erst durch den
Wiederaufbauplan von 1949 wurden die Möglichkeiten
geschaffen, in größerem Umfang neue Wohnungen zu
bauen.
Trotz (oder vielleicht wegen?) dieser
großen Probleme und des täglichen Kampfes ums
Überleben gab es einen großen Bedarf an Kultur und
Unterhaltung. So waren Ende 1948 bereits wieder sieben Kinos in
Düren in Betrieb, es gab Konzerte,
Theateraufführungen, Sport- und Karnevalsvereine hatten
sich schon wenige Wochen nach Kriegsende wieder
zusammengefunden.
1950 hatte Düren schon wieder 35.000
Einwohner, rund 70 Prozent des Standes vor der Zerstörung.
Wie lebten und arbeiteten die Menschen in den folgenden zehn
Jahren bis 1960, jenem Jahrzehnt also, an dessen Ende man den
Wiederaufbau in Düren als im Wesentlichen abgeschlossen
betrachtete?
Wie verbrachten sie ihre Freizeit, was gab
es an heute längst vergessenen
„Vergnügungen“, was hat sich, außer den
herausragenden baulichen Zeugnissen wie Stift. Gymnasium,
Christus- und Annakirche, Stadthalle (?), Kreisverwaltung und
Rathaus, bis heute erhalten?
Die 1950er Jahre sind mehr als
„Petticoat und Nierentisch“. Es lohnt sich, sie in
einer Rückschau noch einmal genauer zu betrachten.
Mit einer öffentlichen Veranstaltung
mit Filmen und Fotos, Plänen und Texten, Experten und
Zeitzeugen wollen die Dürener Geschichtswerkstatt und die
Evang. Familien- und Erwachsenenbildung das Publikum mitnehmen
auf einen Streifzug durch die 1950er Jahre in Düren.
Donnerstag, 10.05.2007, 19.00 Uhr
Saal der Evang. Gemeinde zu Düren,
Wilhelm-Wester-Weg
Eine gemeinsame Veranstaltung von
Dürener Geschichtswerkstatt
und Evang. Familienbildungsstätte · Eintritt frei |
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