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17. Februar 1942
Entschließung des Bürgermeisters:
Der Ausgabenansatz: Einrichtung und Unterhaltung der öffentlichen Luftschutzräume, der Befehlsstelle und der Rettungsstelle wird erhöht.
StAD, Ratsprotokolle
11. Juni 1942
Nichtöffentliche Tagung der Ratsherren
6. Verschiedenes […]
Als bemerkenswerte Ereignisse in kommunaler Hinsicht nannte der Vorsitzende [Bürgermeister Schmitz]:
1) Fliegerangriff auf Düren vom 10. zum 11. Juli 1941 und seine Folgen […]
StAD, Ratsprotokolle
15. Oktober 1942
18. Fliegerangriff. Luftmine zwischen Brücken- und Merzenicher Straße, ca. 20 Stabbrandbomben an der Mariaweiler Landstraße, 1 Sprengbombe in Birkesdorf. Luftdruckschäden an 525 Häusern.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 211
14. Januar 1943
19. Fliegerangriff. Ca. 25 Stabbrandbomben auf Rölsdorf, ca. 50 Stabbrandbomben auf die Kölner Landstraße, dort Schäden an einem Haus. Splitterschäden an 24 weiteren Häusern. Spreng- und Brandbomben auf weitere Orte des Kreises Düren.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 211
18. Februar 1943
„Ich frage euch: Glaubt ihr mit dem Führer und mit uns an den endgültigen totalen Sieg des deutschen Volkes? …
Ich frage euch: Wollt ihr den totalen Krieg? Wollt ihr ihn, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt noch vorstellen können?
Ich frage euch: Ist euer Vertrauen zum Führer heute größer, gläubiger und unerschütterlicher denn je?“
(Die Menge erhebt sich wie ein Mann. Sprechchöre „Führer befiehl, wir folgen!“).
Goebbels am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast, zit. nach: Dokumente deutscher Kriegsschäden, Band II/1, S. 478, Bonn 1960
19. März 1943
Nichtöff. Tagung der Ratsherren,
Vorsitz: Bürgermeister Dr. Küper
7. Verschiedenes
[...]
„Der Bürgermeister teilte hierzu mit, daß die Luftschutzmaßnahmen in der Stadt Düren nach seiner Meinung über das Maß der sonst üblichen hinaus gingen. Die Bevölkerung habe die Weisungen der zuständigen Stellen bisher nicht allzu ernst genommen [...] Bombensichere Unterstände würden nur im Rahmen des Führerprogramms hergestellt. [...] Hinzu komme, daß Düren nicht mehr Luftschutzort erster Ordnung sei [...]“
1. August 1943
Wegen der sich steigernden Luftgefahr werden das Stadtarchiv Düren, einige dem Kreis gehörende Archivbestände, das Stadtarchiv Nideggen und das Archiv der Evangelischen Gemeinde zu Düren im Bergfried der Burg Nideggen gesichert.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 212
12. August 1943
Bei einem Luftkampf über Düren stürzt ein deutsches Jagdflugzeug auf das Gelände der Schreinerei Wattler, Kölner Landstraße 17; der Pilot kommt ums Leben.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 212
9. Oktober 1943
20. Fliegerangriff. 1 Kaskade in freiem Gelände nördlich der malteserstraße, 3 Sprengbomben am Bretzelnweg. Schäden an 21 Häusern.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 212
25. November 1943
Nichtöff. Tagung der Ratsherren,
Vorsitz: Bürgermeister Dr. Küper
2. Mitteilungen
f) Luftschutzangelegenheiten
„[...] Später wurde die Stadt Luftschutzort zweiter Ordnung und damit wurde ihr die Möglichkeit genommen, sich dem Bunkerbau zu widmen, der nach den Erfahrungen der jüngsten Zeit zum Schutze der Bevölkerung notwendig sei [...] Die Stadt habe sich daher im verstärkten Maße dem Bau von Deckungsgräben zugewandt [...] Nunmehr seien für diese Arbeiten Kriegsgefangene eingesetzt [...]“
StAD, Ratsprotokolle
25. November 1943
Klagen der Bevölkerung über mangelhafte Maßnahmen zum Schutz vor Luftangriffen; Luftschutzstollen wegen hohen Grundwassers nicht möglich, Hochbunker vom Luftgaukommando abgelehnt. Die Bevölkerung ist auf den Ausbau der Hauskeller und der Luftschutzdeckungsgräben angewiesen.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 212
30. Januar 1944
21. Fliegerangriff. 8 Sprengbomben, Kölner Landstraße und in freies Gelände. 6 Tote, 6 Verletzte. Häuser Kölner Landstraße 167, 169, 171 eingestürzt, Bewohner verschüttet. Leichte bis schwere Schäden an weiteren 101 Häusern. Flurschäden.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 214
13. April 1944
22. Fliegerangriff. 15 Sprengbomben, davon 8 Blindgänger. 3 Tote, 2 Verletzte. 2 Wohnhäusern (bei den Bendershäusern) zerstört, 4 schwer beschädigt, Schäden an weiteren 207 Häusern. Glas- und sonstige Schäden an den Dürener Metallwerken, der Zuckerfabrik, dem Bahnhof. Am Schlachthof 226 Fenster zerstört.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 214
21. April 1944
23. Fliegerangriff. 4 Minenbomben, 23 Sprengbomben, davon 5 Blindgänger, 240 Phosphorbrandbomben, 630 Stabbrandbomben. 1 Toter, 4 Verwundete. 3 Wohnhäuser in der alten Siedlung in Rölsdorf und am Neuen Friedhof zerstört, 8 schwer beschädigt, Schäden an weiteren 915 Häusern, meistens durch Luftdruck.
Schäden an Industrie- und Gewerbeanlagen: Paul Emil Hoesch (Farbmühle) in Rölsdorf, Papierfabrik Hugo Albert Schoeller, Elino, Carl Canzler, Lindner & Co. Sprengbombe auf Gut Boisdorf.
1 Großbrand, 8 mittlere Brände, 1 Kleinbrand.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 214
30. April 1944
24. Fliegerangriff. 5 Sprengbomben zwischen Marienkirche und Tivolistraße. 1 Toter, 3 Verwundete. Schäden an Marienkirche, Stadttheater, Museum, Amtsgericht, Marienschule, Peschschule, Röntgeninstitut Tivolistraße 4. 9 Wohnhäuser mittelschwer beschädigt; 250 Wohnhäuser leicht beschädigt.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 214
27. Mai 1944
25. Fliegerangriff. In der Mittagszeit auf den Personenbahnhof erster Tieffliegerbeschuss. 4 Tote, 7 Verwundete.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 214
14. Juni 1944
26. Fliegerangriff. 3 Minenbomben auf Lessingstraße und Lagerstraße. 1 Toter, 17 Verwundete. 10 Wohnhäuser zerstört, leichte bis schwere Schäden an weiteren 2.628 Wohnhäusern. Oberschule für Mädchen in der Tivolistraße schwer beschädigt, leichte bis schwere Schäden an 8 weiteren Schulen. 2 Kirchen leicht bis mittelschwer beschädigt. 11 Behördengebäude leicht bis schwer beschädigt. 1 Industriebetrieb mittelschwer, 8 Betriebe leicht beschädigt. Bahnhofsgebäude mittelschwer beschädigt. Stromnetz beschädigt. 521 Personen obdachlos.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 214
6. Juli 1944
27. Fliegerangriff. 3 Minenbomben und 4 Sprengbomben: Neue Jülicher Straße, Blindenanstalt, Bretzelnweg, Nähe Karlstraße, zwischen Rur und Mariaweiler Landstraße. 23 Tote, 70 Verwundete. 15 Wohnhäuser zerstört, 1.748 Wohnhäuser leicht bis schwer beschädigt. Blindenanstalt größtenteils zerstört, Verwaltungsgebäude des RWE zerstört, Joachimskirche und Dürener Faltschachtelfabrik schwer beschädigt. An 11 Industrieanlagen Glas- und Dachschäden. Schäden an Stromnetz, Straßenbahn-Oberleitungen, Reichsbahnanlagen.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 214
19. Juli 1944
28. Fliegerangriff. 67 Sprengbomben, davon 1 Blindgänger, auf den Grüngürtel. 123 Tote, 122 Verwundete. 151 Personen verschüttet, 51 unversehrt, 37 verletzt, 73 tot geborgen, die letzte Leiche am 25. Juli. 60 Wohnhäuser zerstört, 2.409 Wohnhäuser leicht bis cshwer beschädigt. 1 Kirche und 2 Krankenhäuser leicht, 1 Schule mittelschwer, Papierfabrik Schleicher & Schüll schwer, die Eisengießereien Krafft & Söhne und Depiereux leicht beschädigt. Schäden an der Bahnstrecke Köln-Düren, an Gas-, Wasser-, Strom- und Kanalisationsnetz. Aus 255 Wohnhäusern wurden 2.620 Personen ausquartiert.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 215
21. Juli 1944
29. Fliegerangriff. 98 Sprengbomben, davon 5 Blindgänger, und 120 Flüssigkeitsbrandbomben; davon 40 Sprengbomben und 35 Brandbomben auf die Anlagen der Reichsbahn. 12 Tote, 37 Verwundete. 12 Wohnhäuser zerstört, 798 Wohnhäuser leicht bis schwer beschädigt, 3 Krankenhäuser und 1 Kirche leicht beschädigt.
Teilzerstörungen und schwere Schäden an Teppichfabrik Gebr. Schoeller, Maschinenfabrik O. Dörries, maschinenfabrik Matthias Brück, Gebr. Fendel, Verwaltungsgebäude der Stadtwerke. Schäden an Gas- und Stromnetz.
Alle Gleise innerhalb des Bahnhofs waren nicht mehr befahrbar. Der Reiseverkehr wurde durch Kraftwagen aufrecht erhalten. Vollaufnahme des Reisezugverkehrs am 21. Juli um 19 Uhr. Durch Brand wurden 40 Güterwagen und 4 Schnellzugwagen, der Güterschuppen und das Kriegsgefangenenlager nördlich vom Empfangsgebäude des Bahnhofs zerstört. Größere Schäden an 60 Güterwagen mit Ladungen sowie starke Luftdruckschäden an Wagenpark und Gebäuden.
1 Großbrand, 6 mittlere Brände, 15 Kleinbrände.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 215
24. Juli 1944
30. Fliegerangriff. Bomben westlich und nördlich der Stadt: Straße vor Zimmermann-Jansen, Rölsdorf; Garten gegenüber der Gärtnerei Thelen, Gürzenich; Sportplatz hinter der Fabrik Hoffsümmer, Nähe der Dreigurtbrücke Zuckerfabrik; Nähe der Heil- und Pflegeanstalt, Grüngürtel.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 215
Ende August
Die Rückzugswelle der deutschen Truppen aus Belgien und Frankreich erreicht Düren.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 215