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Freitag, 4. Juli 1947
„Neues zur Entschuttung. Die Fa. Milke, der die maschinelle Entschuttung der Stadt Düren übertragen ist, verlegt zur Zeit die Feldbahngleise vom Jesuitenhof über die Nideggener Straße, die Oberstraße, den Markt und die Zehnthofstraße. Am Jesuitenhof wird ferner die Anlage zum Sortieren des Schutts aufgebaut. Hier sollen die noch brauchbaren Steine mit der Hand aussortiert werden. Der unbrauchbare Rest des Schutts wird dann zu den ehem. Fischteichen des Weierhofs am Eingang des Wibbelrusches transportiert, wo er in der noch zu erbauenden Verwertungsanlage unter Zusatz von Zement zu wiederverwertbarem Baumaterial verarbeitet werden wird.“
Aachener Nachrichten vom 4. Juli 1947
Mittwoch, 9. Juli 1947
„Als Wohnungssuchende sind beim Wohnungsamt Düren noch 5000 Personen gemeldet. In Keller- und Notwohnungen sind im Stadtgebiet noch ungefähr 2000 Personen untergebracht. 5 qm Wohnfläche im Durchschnitt auf jeden Dürener.“
Aachener Volkszeitung vom 9. Juli 1947
Dienstag, 15. Juli 1947
Sprechstunden beim Entnazifizierungsausschuß
Um eine schnellere Bearbeitung der politischen Fragebogen zu gewährleisten, muß vorerst die mündliche Vorsprache beim Entnazifizierungsausschuß eingeschränkt werden. Aus diesem Grunde sind für den Publikumsverkehr lediglich die Dienststunden mittwochs und freitags von 8-12 Uhr vorgesehen.
Bei Notwendigkeit wird der Entnazifizierungs-Hauptausschuß die in Frage kommenden Personen schriftlich vorladen. Zur Zeit werden die endgültigen Bestätigungen (Entlastungsscheine) ausgestellt. Um eine reibungslose Bearbeitung der Fälle und eine Beschleunigung der Entnazifizierung durchführen zu können, wird die Bevölkerung gebeten, die vorstehenden Sprechtage zu den angegebenen Dienststunden genau einzuhalten.
Düren, den 30. Juni 1947        Der Entnazifizierungsausschuß
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren. Herausgegeben mit Genehmigung der Militär-Regierung des Kreises Düren durch die Kreisverwaltung Düren. Erscheint am 1. und 15. eines jeden Monats, 2. Jahrgang, Düren, den 15. Juli 1947, Nr. 14
Mittwoch, 1. Oktober 1947
„Bekanntmachung
Regimentsfahnen der Besatzungseinheiten
Die Regimentsfahnen der alliierten Besatzungseinheiten sind geweiht und sind als solche mit der erforderlichen Ehrerbietung in der Öffentlichkeit zu beachten. Die deutsche Polizei in Uniform hat dieselben zu grüßen. Alle anderen männlichen Passanten haben ihre Kopfbedeckung abzunehmen.
Auf Befehl der Militär-Regierung“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 1. Oktober 1947
Donnerstag, 2. Oktober 1947
„Opfer des Rassenwahns.
Düren. Der Landkreis Düren zählte am 1. Januar 1933 717 Juden. Am 1. Januar 1939 waren davon noch 429 ansässig. In der Nazizeit, hauptsächlich während des Krieges, wurden aus den ländlichen Gemeinden des Kreises Düren 145 Juden verschleppt. Die betreffende Zahl für das Stadtgebiet Düren ist nicht zu ermitteln. Während von etwa 30 Personen feststeht, daß sie nach Polen transportiert wurden, weiß man von den übrigen 115 nur, daß sie in zwei hiesige Durchgangslager gebracht worden sind, von wo sie mit unbekannten Zielen abtransportiert wurden. Sogenannte Konzentrationslager haben im Kreise Düren nicht bestanden. Vor Ausbruch des Krieges sind von den ländlichen Gemeinden des Kreises 126 Juden emigriert. Die entsprechenden Zahlen der Stadt Düren sind auch hier nicht bekannt.
Nach dem Kriege haben 49 von den früher im Berichtsgebiet ansässig gewesenen Juden ein Lebenszeichen gegeben. Ihre augenblicklichen Aufenthaltsorte sind meist in Übersee. 17 Juden sind wieder zurückgekehrt und haben sich in der Stadt bzw. im Kreis Düren niedergelassen. Nur von insgesamt vier Juden liegen amtlich bestätigte Todesnachrichten vor.“
Volksstimme vom 2. Oktober 1947
Montag, 13. Oktober 1947
„In Brüssel starb Max Oppenheim.
Brüssel. Max Oppenheim kam im Jahre 1901 als Lehrer nach Düren und war gleichzeitig stellvertretender Rabbiner bei der jüdischen Gemeinde. Er hat es verstanden sich das Vertrauen der bürgerlichen Kreise und der Behörden Dürens zu erwerben. Er war geachtet und beliebt.
In den Ausschüssen besonders jedoch in den Wohltätigkeitsausschüssen war er ein sehr reges Mitglied. Kurz vor dem Brand der Synagoge ist er nach Belgien gegangen und nicht mehr zurückgekehrt. Lediglich einige Wochen im Jahre 1946 weilte er in Düren und war erschüttert, was aus der einstigen schönen Stadt geworden ist. Er hatte vor, sein Haus wieder aufzubauen und in seiner zweiten Heimat, wo er 38 Jahre lang tätig war, seinen Lebensabend zu verbringen.“
Volksstimme vom 13. Oktober 1947
Samstag, 25. Oktober 1947
„Resolution gegen die Demontage
Düren. Die letzte Stadtratssitzung war überschattet von dem großen Schlag, den die Dürener Industrie und damit der Wiederaufbau der Stadt und des Kreisgebietes durch die angekündigte Demontage der Firma Zimmermann & Jansen, Düren-Rölsdorf, erleiden wird […]“
Aachener Volkszeitung vom 25. Oktober 1947
Donnerstag, 6. November 1947
„Wohnungen in der Riemann-Kaserne. Um die große Wohnungsnot in der Stadt Düren in etwa zu beheben, ist vom Oberfinanzpräsidenten auf Antrag hin die Riemann-Kaserne für den Ausbau von Wohnungen freigegeben worden. Nach abgeschlossener Verhandlung mit dem Oberfinanzpräsidenten seitens der Stadtverwaltung wird sofort mit den Arbeiten begonnen werden.“
Volksstimme vom 6. November 1947
Samstag, 8. November 1947
„Denunziant freigesprochen. Vor der Aachener Strafkammer endete ein Prozeß gegen den in Düren wohnhaften Angeklagten Hermann Derbe wegen Verstoßes gegen das Kontrollratsgesetz Nr. 10
(Verbrechen gegen die Menschlichkeit) mit einem Freispruch. Derbe hatte 1939 einen benachbarten Arzt, wegen Abhörens des Londoner Senders zur Anzeige gebracht, worauf der Arzt zu  zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Der Freispruch wurde im wesentlichen damit motiviert, daß es sich bei der Tat des Angeklagten nicht um eine Verfolgung aus politischen Gründen handelte, sondern um Streitigkeiten stark verfeindeter Parteien, die sich mit allen Mitteln und Möglichkeiten gegenseitig bekämpften.“
Aachener Volkszeitung vom 8. November 1947
Mittwoch, 19. November 1947
„Stromeinsparungen in Düren. Die Stromabschaltungen im Zuge der Stromeinsparungen erfolgen in Düren getrennt nach den Gebieten West-, Süd-, Ost- und Norddüren, so daß jeden vierten Tag für die Haushalte und Kleingewerbetreibende ein Stromausfall von 8-12 und von 14-17 Uhr zu verzeichnen ist […]“
Aachener Volkszeitung vom 19. November 1947
Montag, 15. Dezember 1947
„Milchversorgung. Infolge der überaus großen Dürre und des schlechten Futterertrages ist das Milchaufkommen geradezu katastrophal abgesunken. Es wird in Kürze nicht mehr möglich sein, den Milchbedarf für Säuglinge und Kleinkinder sowie für Kranke sicherzustellen.“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 15. Dezember 1947