LogoGW.jpg
Navi
Navi
Navi
Mittwoch, 8. Januar 1947
„Wärmeräume für Kinder
Düren. Für alle Kinder der Stadt besteht während der starken Kälte die Möglichkeit sich ein einem geheizten Raum aufzuhalten. Zu diesem Zweck sind die fünf Kindergärten, und zwar: Panzerkaserne, Ostschule, Baracke Freiheitsplatz, Nordschule und Rölsdorf als Wärmehallen eingerichtet und von 8-18 Uhr durchgehend geöffnet. Die Kinder werden beaufsichtigt.“
Aachener Volkszeitung vom 8. Januar 1947
Mittwoch, 15. Januar 1947
„Aufruf! In der Stadtratssitzung vom 13.12.46 wurde einstimmig beschlossen, die Entschuttung der Straßen der Stadt noch kraftvoller als bisher fortzusetzen. Dazu sollen sämtliche männlichen Personen aller Stände im Alter von 17-60 Jahren herangezogen werden. […]
Wir Männer wollen es als eine Ehrenpflicht ansehen, daß unsere Stadt vor anderen Städten nicht zurücksteht. Wir gehen alle mit Freuden an die Arbeit, gilt es doch dem Straßenbild wieder ein besseres Aussehen zu geben. Nur in den dringendsten Fällen machen wir von einem ärztlichen Attest Gebrauch.“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 15. Januar 1947
Mittwoch, 15. Januar 1947
„Knochensammler. Wie bereits früher bekannt gegeben, wird den Haushaltungen und Händlern für abgelieferte lufttrockene Knochen und zwar für je 3 Kg Knochen 1 Stück Seife ausgehändigt.“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 15. Januar 1947
Samstag, 25. Januar 1947
„Das Dürener Flüchtlingsheim und seine Aufgaben
In den nächsten Tagen kann das Dürener Flüchtlingsheim auf ein segensreiches Wirken von einem Jahr zurückblicken. Infolge der überaus großen Wohnungsnot in Stadt und Kreis hat sich diese Einrichtung als Durchgangsstation für die zahlreichen Heimkehrer, die sich aus der Evakuierung zurückgefunden und ratlos ihre frühere Wohnung in Trümmer liegen sahen, als Not- und Wartheim bis zur Bereitstellung eines geeigneten Wohnraumes durch das Kreiswohnungsamt sehr bewährt […]
Im Februar des vergangenen Jahres wurde das Heim von der Stadtverwaltung mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes und des katholischen Karitasverbandes gegründet und einige Monate später von der Kreisverwaltung übernommen, die dieses Werk tatkräftig fördert. Die Einrichtung im ehemaligen Männerblock I der Prov. Heil- und Pflegeanstalt war erst durch die Hilfe des Chefarztes dieser Anstalt möglich, da an Einrichtungsgegenständen und den nötigen Baumaterialien so gut wie nichts vorhanden war. Das Haus war durch die Kriegsereignisse stark zerstört […]“
Aachener Volkszeitung vom 25. Januar 1947
Dienstag, 28. Januar 1947
„Razzia gegen Schwarzhändler. Am vergangenen Dienstag führte die Dürener Polizei, unterstützt von der Kriminalpolizei eine Razzia gegen Schwarzhändler durch. Verdächtige Gegenden der Stadt wurden umstellt und abgesperrt und alle Passanten und Kraftfahrzeuge nach bewirtschafteten Waren durchsucht. Kleinere Mengen Lebensmittel wurden beschlagnahmt.“
Volksstimme vom 30. Januar 1947
Samstag, 22. März 1947
„Dauerferien in Eschweiler über Feld?
[…] Es gibt wohl kaum einen Ort im Reg.-Bez. Aachen, der unter so schlecht gelagerten Schulverhältnissen zu leiden hat, wie der zehn Kilometer östlich Dürens gelegene und durch die Kriegsereignisse stark zerstörte Ort Eschweiler über Feld. Das Schulgebäude war wie die meisten Häuser der Ortschaft stark in Mitleidenschaft gezogen und ohne Dach. Die Gemeinde, die seit zwei Jahren bemüht ist, diese Mängel zu beheben, hatte keinen großen Erfolg. Nachdem die Inneneinrichtung beschafft war, fehlte es an Dachsparren und Latten. Trotzdem hätte der Schulunterricht beginnen können, wenn eine Lehrperson vorhanden gewesen wäre. Die Kinder sind heute seit drei Jahren, die Evakuierung mitgerechnet, ohne Schulunterricht. Erst in jüngster Zeit, nachdem die Gemeindeväter ein Protestschreiben an den Oberkreisdirektor und den Kreisschulrat gerichtet hatten, mit der gleichzeitigen Bitte, für 140 Schulkinder die entsprechenden Lehrpersonen zur Verfügung zu stellen, wurde ein Lehrer eingestellt. Der Unterricht begann. Doch leider dauerte das ganze nur 14 Tage. […]“
Aachener Volkszeitung vom 22. März 1947
Dienstag, 1. April 1947
Die Ortsverwaltung der IG Metall stellt Peter Geuer als Geschäftsführer ein. Im Laufe des Jahres 1949 folgt mit Michael Claassen ein weiterer Hauptamtlicher.
Dem Leben Zeit und Zukunft geben. 100 Jahre IG Metall, Düren 1991, S. 11
Mittwoch, 16. April 1947
„Frecher Raubüberfall auf Molkerei
Düren. Von drei Banditen, wovon einer mit einer Pistole bewaffnet war, wurde in einer Nacht der vergangenen Woche auf die Milchverwertung an der Mariaweiler Landstraße ein überaus dreister Raubüberfall ausgeführt. Den Burschen, die anscheinend ein Fahrzeug zur Verfügung hatten, fielen 500 Büchsen Kondensmilch in die Hände. Der Versuch, den Butterkeller zu erbrechen, mißlang, da derselbe zu stark gesichert war […]“
Aachener Volkszeitung vom 16. April 1947
Mittwoch, 7. Mai 1947
„Birkesdorf.  In eine Schuhgroßhandlung wurde ein schwerer Einbruchsdiebstahl verübt. Die Diebe entwendeten eine beträchtliche Menge Schuhe, die mit einem Fahrzeug abgefahren werden mußten. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. – Gleichfalls wurde ein Kolonialwarengeschäft von Dieben heimgesucht, die Eier, Margarine, Zucker und sonstige Lebensmittel mitgehen ließen.“
Aachener Volkszeitung vom 7.Mai 1947
Montag, 19. Mai 1947
„Schließung des Wirtschaftsamts
Die Stadtverwaltung gibt bekannt: Auf Beschluß der Stadtvertretung vom 19. Mai ist die Wirtschaftsstelle der Stadt geschlossen worden. Der Beschluß erfolgte deshalb, weil zur Zeit keine Bezugsscheine für Bedarfsgüter eingegangen sind und auch vorläufig nicht erwartet werden. Diese Maßnahme ist im Interesse der Bevölkerung erlassen worden, um zu verhindern, daß die Einwohner unnötigerweise auf der Wirtschaftsstelle warten müssen […]“
Aachener Volkszeitung vom 24. Mai 1947
Montag, 2. Juni 1947
„Gürzenich marschiert wieder.
Gürzenich feierte an den Pfingsttagen wieder sein altgewohntes Schützenfest. Wie man hört sollen es die Schützenbrüder der Militärregierung sehr übel genommen haben, daß sie die aus Wilhelms Zeiten bekannte und in Adolfs Zeiten wieder auferstandene Parade auf dem Marktplatz in diesem Jahr nicht zugelassen hat. Aber etwas haben sie doch erreicht. Sie durften wieder Uniformen tragen und am Pfingstmontagnachmittag und im gleichen Schritt und Tritt unter Trommel- und Pfeifenklang mit der Armbrust bewaffnet durch die Straßen ziehen […]“
Volksstimme vom 2. Juni 1947
Donnerstag, 5. Juni 1947
„Ernährungslage immer noch kritisch.
Düren. In der verflossenen Zuteilungsperiode hat sich die Ernährungslage weiterhin verschlechtert. Für Düren konnte nur 1/3 des uns zustehenden Fleisches ausgegeben werden. Speisekartoffeln gelangten keine zur Ausgabe. – Der Kalorienwert der verausgabten Lebensmittel belief sich in der letzten Versorgungsperiode auf durchschnittlich 802 Kalorien täglich für den Normalverbraucher.“
Volksstimme vom 5. Juni 1947
Sonntag, 15. Juni 1947
„Düren: 28 845 Einwohner. Ein interessantes Zahlenmaterial liefert die jetzt fertiggestellte statistische Aufstellung über den Einwohnerstand der Stadt Düren. Demnach sind nach dem Stande vom 15. Juni als in Düren wohnhaft gemeldet 28 845 , davon 13 171 Männer und 15 674 Frauen […]“
Aachener Nachrichten vom 24. Juni 1947
Samstag, 21. Juni 1947
„Im Dürener Flüchtlingslager sind zahlreiche Ostflüchtlinge eingetroffen, die in den Kreis Düren aufgenommen werden sollen.“
Aachener Volkszeitung vom 21. Juni 1947
Samstag, 28. Juni 1947
„Von der Schußwaffe machten an einem Abend dieser Woche alliierte Soldaten, die als Kohlenbewachungskommando eingesetzt waren, Gebrauch. Als in den Abendstunden beim Umrangieren eines Zuges an der Arnoldsweilerbrücke sich mehrere hundert Personen eingefunden hatten, um sich an den Kohlen zu vergreifen, forderte das Bewachungskommando die „Belagerer“ auf, das Bahngelände zu räumen. Dieser Aufforderung wurde nur widerstrebend Folge geleistet und die Wachmannschaften bedroht und beschimpft. Drauf gaben die Soldaten mehrere Schüsse ab, durch die eine Frau einen Gesäßsteckschuß und ein Mann Armverletzungen davontrug.“
Aachener Volkszeitung vom 28. Juni 1947
Samstag, 28. Juni 1947
„Die ersten Flüchtlinge!
Düren. In den letzten Tagen sind im Flüchtlingsheim Flüchtlinge eingetroffen, die dem Kreise Düren zur Aufnahme zugewiesen wurden. 161 Personen, Männer, Frauen und Kinder, die so auf ihrem langen, beschwerlichen Weg aus ihrer verlorenen Heimat über unzählige Lager und Flüchtlingsstationen endlich die letzte Etappe, ihren neuen Heimatkreis erreicht haben […]
Von 1000 dem Regierungsbezirk zugewiesenen Flüchtlingen werden 250 in den Kreis Düren gebracht werden. Sie müssen Wohnung und Arbeit im Kreisgebiet finden […]“
Aachener Volkszeitung vom 28. Juni 1947