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Dienstag, 1. Oktober 1946
Die Kaufmännische Berufsschule nimmt den Unterricht wieder auf.
StAD, B 159; Domsta, 1940-1947, S. 423
Dienstag, 1. Oktober 1946
Anträge auf bevorzugte Entnazisierung
Auf Anordnung der Militärregierung wird der Hauptausschuß vorläufig keine Anträge auf bevorzugte Entnazisierung entgegennehmen. Diesbezügliche Anfragen sind daher zwecklos.
Es wird nochmals auf den früheren Hinweis im Amtlichen Mitteilungsblatt und in den Tageszeitungen aufmerksam gemacht, wonach die Entnazisierung nach einer Vorrangfolge durchgeführt wird. Die jeweilige Bedarfsgruppe wird zur Einreichung ihres Fragebogens rechtzeitig aufgefordert werden.
Mermagen (Sachbearbeiter)
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren. Herausgegeben mit Genehmigung der Militär-Regierung des Kreises Düren durch das Kreispresseamt Düren. Erscheint am 1. und 15. eines jeden Monats, 1. Jahrgang, Düren, den 1. Oktober 1946, Nr. 14
Sonntag, 13. Oktober 1946
Kreistagswahl: Wahlberechtigt 61.246, Zahl der Wähler: 40.929, Beteiligung: 66,8%. CDU 65.942, SPD 25.538, KPD 6.371, RVP 1.543, Unabhängige 275. Zahl der Vertreter: CDU 37, SPD 4, KPD 1.
„Was jeder von der Kreistagswahl wissen muß?
Am Sonntag, dem 13. Oktober finden wie überall in der britischen Zone, auch im Kreise Düren, die Kreistagswahlen statt.
Der Kreis Düren ist für diese Wahl in insgesamt 11 Wahlbezirke aufgeteilt worden, deren Grenzen sich vorwiegend mit denen der Amtsbezirke decken […]“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 1. Oktober 1946; Jeder Wähler hatte mehrere Stimmen. AVZ 16.10.1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Freitag, 18. Oktober 1946
Eröffnung der „Volkshochschule der Stadt Düren“ im Festsaal der Provinzialanstalten.
AVZ 23.10.1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Freitag, 25. Oktober 1946
Erste Sitzung des neuen Kreistages. Landrat Armin Renker wird wiedergewählt.
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren, 1. Jg. Nr. 16 vom 1. November 1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Dienstag, 29. Oktober 1946
Ergebnis der Volkszählung: Stadt Düren 27.603 Einwohner, 12.448 männlich, 15.155 weiblich; 9.043 Haushalte, 7.767 normale und 340 anormale selbständige Wohnungen; 19.379 bewohnte normale Wohnräume, die von 26.791 Personen bewohnt werden; 540 bewohnte Räume, die nicht als Wohnräume bestimmt sind, aber als solche von 812 Personen bewohnt werden.
StAD, B 1515; Domsta, 1940-1947, S. 423
Freitag, 1. November 1946
„Eigentum und Besitz von Juden
Die jüdische Gemeinde Düren forscht nach Vermögen und Besitz jüdischer Angehörige, die zur Zeit der nationalsozialistischen Regierung unter Zwang den Besitzer wechselten oder rechtswidrig weggenommen wurden. Angaben erbittet Ludwig Kann, Uhlandstraße 16.“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 1. November 1946
Sonntag, 10. November 1946
Erster Martinszug nach dem Kriege.
StAD, B 161; Domsta, 1940-1947, S. 423
Freitag, 15. November 1946
„Dürener Geschichtsschreibung
Erlebnisberichte
Wir sind die Augenzeugen der 2. Zerstörung Dürens am 16.11.44. Bei uns liegt die Verantwortung, die noch in frischer Erinnerung befindlichen Geschehnisse der letzten Jahre aufzuzeichnen und sie als Geschichtsmaterial der Nachwelt zu erhalten. Alle Einwohner aus Stadt und Kreis, die dafür Sinn und Eignung haben, werden gebeten, in ihren winterlichen Mußestunden persönliche Erlebnisberichte zu schreiben, die dann aber auch als wertvolle Beiträge in die eigene Familienchronik gehören.
Als Themen sind gedacht
Der Krieg von 1939 – 1945
Stadt und Kreis Düren in der Zeit der Fliegerangriffe
Unsere Heimat im Aribeschuß ab September 1944
Der Angriff auf Düren am 16.11.1944 (auch auswärtige Beobachtungen)
Die Zeit der Evakuierung
Kriegsereignisse im verlassenen Heimatort
Erlebnisberichte von Soldaten und Gefangenen
Erlebnisberichte von KZ-Insassen und politisch Geschädigten.
Ev. Rückfragen und Ablieferung der Berichte im Stadtarchiv im Amtsgericht, Zimmer 335-337.
Das Stadtarchiv Düren
sucht amerikanische und englische Zeitungen und bebilderte Zeitschriften, Pläne usw., die Nachrichten und Bilder über die Kriegsereignisse im Heimatgebiet enthalten, um diese im Archiv niederzulegen, abzuschreiben oder photokopieren zu lassen.
Jeder Bürger möge zur Materialsammlung einer späteren Geschichtsschreibung beitragen.“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 15. November 1946
Samstag, 16. November 1946
Auf dem Trümmerfeld des Marktplatzes wird in einem feierlichen Gottesdienst der Toten des 16. November 1944 gedacht.
AN 19.11.1946; AVZ 20.11.1946; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 234
Samstag, 16. November 1946
Die örtliche Militärregierung richtet im Amtsgericht einen Leseraum für englische Zeitungen ein.
„Eröffnung eines Lesesaals für englische Zeitungen
Der hiesige britische Kommandeur, Herr Cpt. Wood, hat im Gebäude des Amtsgerichts im Parterre einen öffentlichen Leseraum einrichten lassen, der jedermann zugänglich ist. Diese Einrichtung des Kommandeurs der britischen Militärregierung wird sicherlich von zahlreichen Bürgern begrüßt werden.“
AVZ 16.11.1946; Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 1. Dezember 1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Montag, 18. November 1946
Der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung berät über die Wiederaufbaumaßnahmen, die Gebäudeinstandsetzung und ihre zeitliche Abfolge, Beschaffung von Baumaterial, Einsatz der Handwerker, Bildung eines Entschuttungs-Ehrendienstes, Erfassung und Zuweisung von Arbeitskräften durch das Arbeitsamt und die Mitarbeit der Lebensmittelkartenstelle bei der Erfassung arbeitsfähiger Personen für die Bau- und Entschuttungsarbeiten. Erteilung von Baugenehmigungen mit der Bezugsberechtigung von Baumaterialien.
StAD, BaP 1946, S. 5-13; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 234
Montag, 18. November 1946
Gründung des Hilfswerkes für notleidende Kriegsopfer und Schwerkörperbehinderte durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Örtliche Ausschüsse bei den Kreisen sind Träger dieser Aktion. In den folgenden Jahren Haussammlungen in Düren.
StAD, Verwaltungsbericht 1946; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 235
Montag, 18. November 1946
Im Walde bei Hürtgen liegendes der Stadt gehörendes Bauholz kann nicht abgefahren werden, weil Hufnägel zum Beschlagen der Pferde fehlen.
StAD, B 161; Domsta, 1940-1947, S. 424
Dienstag, 19. November 1946
Zum „Elften im Elften“
Alter Tradition treubleibend feierte die Kolpingfamilie in Düren ihren „Elften im Elften“. Es ist schon ein Wagnis, in der jetzigen Zeit in einer an Karneval erinnernden Form einen bunten Abend zu veranstalten. Aber das Beispiel im Kolpinghaus bewies, daß der lebensbejahende Rheinländer seinen „Fastelovend“ feiern will […]
Aachener Nachrichten vom 19. November 1946
Dienstag, 26. November 1946
„Sie haben keinen Brotaufstrich?
Dann können wir schnell abhelfen! Probieren Sie mal die „Falsche Leberwurst“: Reichlich Zweibel in ein wenig Fett bräunen, für 10 Pfg. Hefe in einer Tasse lauwarmer Milch auflösen, alles kochen lassen und mit 3 Esslöffel geriebenen Brötchen andicken. Zum Schluß mit Salz, Pfefferersatz und Majoran abschmecken.“
Aachener Nachrichten vom 26. November 1946
November 1946
Von 13 kriegszerstörten Brücken über den Dürener und Lendersdorfer Mühlenteich sind 8 wieder benutzbar. Die Hauptdurchgangsstraßen sind soweit entschuttet, dass sie befahren werden können. Kriegsschäden am ca. 137 km langen Straßennetz können nur behelfsmäßig behoben werden.
StAD, Verwaltungsbericht 1945(?), Bauamt, Tiefbauabteilung; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 235
November 1946
Beginn der Hebearbeiten an der in der Rur liegenden Dreigurtbrücke.
AVZ 23.11.1946; Domsta, 1940-1947, S. 424
Anfang Dezember 1946
Das Postamt wird von der Gutenbergstraße in eine auf dem Grundstück Ecke Tivolistraße/Philippstraße errichtete Großbaracke verlegt.
AVZ 7.12.1946; Domsta, 1940-1947, S. 424
Samstag, 7. Dezember 1946
Der britische Zivilgouverneur von Nordrhein-Westfalen, Asbury, und der Kommandant des Regierungsbezirkes Aachen, Oberst Pownall, besuchen in Düren die Jugendausstellung des Kreises, auf der von Kindern für Kinder angefertigte Gegenstände gezeigt werden.
AVZ 7.12.1946; Domsta, 1940-1947, S. 424
Freitag, 13. Dezember 1946
Beschluss des Stadtrates, zur Entschuttung der Stadt alle Männer zwischen 17 und 60 Jahren einmal im Monat heran zu ziehen. Beginn dieses sogenannten „Ehrendienstes“ am 12. März 1947.
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren, 2. Jg. Nr. 2 vom 15. Januar 1947. Am 13. Dezember wurde allerdings lediglich beschlossen, „die Entschuttung der Straßen auf der Grundlage des freiwilligen Ehrendienstes durchzuführen“, StAD, Ratsprotokolle Bd. 53; AVZ 31.12.1947(?); Domsta, 1940-1947, S. 424
Sonntag, 15. Dezember 1946
„Brennholzentnahme aus den Trümmern
Der Oberstadtdirektor Dr. Pütz teilt hierzu mit: Im Amtlichen Mitteilungsblatt Nr. 18 vom 1. Dezember habe ich die Bevölkerung darauf hingewiesen, Brennholz auf den Trümmern der Stadt zu suchen. Verschiedene Elemente haben dies als eine Aufforderung angesehen, nun noch stehengebliebene Gebäudeteile abzubrechen, um Holz zu gewinnen oder ihr unsauberes Handwerk in den Trümmern der Stadt auszuüben. Da dies zu Unzuträglichkeiten geführt hat, verbiete ich hiermit jede Entnahme von Holz von Trümmerstätten und Hausruinen […]“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 15. Dezember 1946
Mittwoch, 18. Dezember 1946
In der Stadt befinden sich noch 320 Kellerwohnungen und bewohnte Gartenlauben; 550 Familien mit 2.800 Personen leben in überbelegten Wohnungen. Jeder Einwohner der Stadt hat durchschnittlich 5 qm Wohnraum zur Verfügung.
AVZ 18.12.1946; Domsta, 1940-1947, S. 424
Donnerstag, 19. Dezember 1946
Weihnachtsbescherung des Schweizer Roten Kreuzes im Theatersaal der Heil- und Pflegeanstalt durch die Damen der Schweizer Spende für etwa 1.400 Kinder.
AN 24.12.1946; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 235
Freitag, 20. Dezember 1946
„Die Ernährungslage. Durch die ungenügende Ausgabe an Ernährungsfetten hat sich der Gesundheitszustand der Bevölkerung in der ersten Hälfte des Monats Dezember allgemein erheblich verschlechtert. Durch größte Anstrengungen konnte der Mehlbedarf durch Eigenerzeugung aufgebracht werden, die Vorräte an Brotgetreide nehmen jedoch zusehends ab. Nährmittel konnten infolge der Nichtbereitstellung von Getreide an die Nährmittelindustrie der Bevölkerung nicht zugeteilt werden.“
Aachener Nachrichten vom 20. Dezember 1946
Dienstag, 24. Dezember 1946
Josef Schregel, Heimatdichter, † in Neumagen/Mosel. *Jülich 13.3.1865, 1873 Übersiedlung nach Düren, Weinhändler, 1930 Ehrenbürger. Am 31.1.1947 Umbenennung der Eisenbahnstraße in Josef-Schregel-Straße.
StAD, Ratsprotokolle Bd. 53; Domsta, 1940-1947, S. 424
Dezember 1946
Die Dürener Kreisbahn nimmt den Straßenbahnbetrieb von der Johannesbrücke nach Gürzenich und Lendersdorf wieder auf.
KJB 1978, S. 68; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 236
Dezember 1946
In der Heil- und Pflegeanstalt und in der Panzerkaserne sind Räume als Wohnungen hergerichtet worden.
StAD, Verwaltungsbericht 1946, Bauamt; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 236