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August 1946
Zwischen Zülpicher Straße, Nideggener Straße und Mühlenweg werden vom Schweizer Roten Kreuz zur Verfügung gestellte Wohnbaracken errichtet.
AVZ 10.8.1946; AN 3.9.1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Samstag, 24. August 1946
„Düren. Während sich jetzt die Versorgung auf dem Gebiete der Textil- und Schuhwaren langsam auf eine relativ ansteigende Linie hinbewegt, sind die Möbelzuteilungen noch völlig unzureichend. Bei einer Bevölkerung von 100 000 Menschen mit einem anerkannten Mindestbedarf von 30 000 Betten dürfte die tatsächliche Zuteilung von 64 Betten reichlich ungenügend sein, zumal allein das städtische Krankenhaus in Düren 280 Betten benötigt.“
Aachener Volkszeitung vom 24. August 1946
Sonntag, 25. August 1946
Gedenkfeier für die Opfer des Faschismus des Kreises Düren.
„Ihnen der Lorbeer – unser die Pflicht
Zu einer eindrucksvollen Feier gestaltete sich die Gedenkstunde für die Opfer des Faschismus des Kreises Düren am vergangenen Sonntag […]
Nach den bis heute erfaßten Meldungen sind insgesamt 221 Jahre Haft verbüßt worden. 67 politisch verfolgte Personen des Kreises Düren wanderten in die KZs, 48 davon erlitten den Tod. Weitere 96 Personen wurden ihrer politischen Gesinnung wegen verhaftetet. Von 800 im Kreis Düren lebenden Juden wurden 500 inhaftiert. Allein 1942 waren es ungefähr 350, die den Weg in die Folterkammern der KZs gehen mußten. Bis heute sind von diesen 350 nur zwei zurückgekehrt. Nach statistischen Unterlagen darf angenommen werden, daß 300-400 ihr Leben gelassen haben […]“
StAD S1/264; AVZ 24.8.1946; Aachener Nachrichten vom 27. August 1946; AVZ 28.8.1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Mittwoch, 28. August 1946
Die Anlagen der Talsperre Schwammenauel sind so weit wieder her gestellt, dass der 10.000-kW-Generator Strom liefern und damit das Kraftwerk Zukunft bei Weisweiler entlasten kann.
AVZ 28.8.1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Mittwoch, 28. August 1946
„Düren.  Die Kontingentzuteilung für den Monat August ist eingegangen. Äußerst gering ist die Zuteilung an Möbeln. Es wurden dem Kreise zugeteilt: 8 Kleider- und Wäscheschränke, 3 Kommoden, 44 Tische, 13 Küchenschränke, 2 Wohnzimmerschänke. Besonders trostlos liegen die Verhältnisse in der Versorgung der Bevölkerung und der Industrie mit Glühbirnen. Im Juli wurden dem Kreise erstmalig 595 Glühbirnen zugeteilt. Im August beträgt das Kontingent 398 Stück.“
Aachener Volkszeitung vom 28. August 1946
Sonntag, 1. September 1946
Pfarrer Schumann verlässt die Evangelische Gemeinde und wird Geistlicher Rektor des neugegründeten Ordenshauses Assenheim bei Friedberg in Hessen.
AVZ 24.8.1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Samstag, 14. September 1946
„Düren. In diesen Tagen der begonnenen Kartoffelernte herrscht auf dem Dürener Bahnhof morgens und abends ein beängstigendes Geschiebe und Gedränge. Die Züge nach Aachen werden in den Abendstunden oft von Hunderten von Menschen, die mit Säcken, Taschen und Rucksäcken beladen sind, gestürmt. Die Züge nach Neuß gleichen oft einem Bienenschwarm. Zu Dutzenden stehen die Fahrgäste, meist aus den Industriegebieten um Eschweiler und Stolberg, auf den Trittbrettern zwischen den Wagen und suchen sich sogar auf den Dächern eine Sitzgelegenheit. Die Reichsbahn ist nicht in der Lage, die Sicherheit für solche Fahrgäste zu garantieren.“
Aachener Volkszeitung vom 14. September 1946
Samstag, 14. September 1946
Die Berufs- und Fachschulen des Kreises und der Stadt Düren schließen sich zur Vereinheitlichung der beruflichen Fortbildung und zur Einsparung finanzieller Mittel zum „Berufsschulverband Düren“ zusammen. Träger sind Stadt und Kreis Düren.
AVZ 14.9.1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Sonntag, 15. September 1946
Wahlergebnis der Gemeindewahlen der Stadt Düren:
Wahlberechtigte: 16588, Zahl der Wähler: 12296, Beteiligung: 74%. CDU 15755, SPD 6642, KPD 3059, RVP 1329, Unabhängige 910. Zahl der Vertreter: CDU 22, SPD 4, KPD 1.
AN 20.9.1946. Jeder Wähler hatte mehrere Stimmen; Domsta, 1940-1947, S. 423
Sonntag, 15. September 1946
„Betrifft: Entnazisierung
Über den Begriff Entnazisierung und über die Auswirkungen der durchgeführten Entnazisierung bestehen bei verschiedenen Behörden, ebenso wie in den Kreisen der Bevölkerung noch Unklarheiten. Der Begriff „entnazisiert“ wird vielfach so aufgefaßt, daß der Betreffende nach Erledigung seines Verfahrens völlig makellos dasteht und ebenso zu behandeln sei wie jeder Nicht-Parteigenosse.
Die Militärregierung hat gelegentlich der Einführung der Mitglieder des Revisionsausschusses für den Regierungsbezirk Aachen in ihr Amt auf obige Tatsache hingewiesen und dabei ausdrücklich erklärt, daß diese Auffassung falsch sei. Richtig ist vielmehr folgendes:
Ein Angehöriger der ehemaligen NSDAP bleibt auch dann Parteigenosse, wenn er entnazisiert ist. Der für tragbar befundene Pg. ist nicht in einen Nicht-Parteigenossen umgewandelt worden. Er kann lediglich in den kommenden Jahren beweisen, daß er tatsächlich nur nominelles Mitglied der Partei gewesen ist. Jeder Fall eines überprüften Pg. kann von der Militär-Regierung jederzeit bei Bekanntwerden neuer Tatsachen wieder aufgegriffen werden. Es ist deshalb unrichtig, wenn ehemalige Pg.’s heute erklären: „Ich bin entnazisiert und habe nichts mehr mit den Naziverbrechern zu tun.“
Ich bitte die Herren Leiter der Behörden, die ihnen unterstehenden Beamten, Angestellten und Arbeiter im vorstehenden Sinne zu unterrichten.
Der Regierungspräsident Aachen“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren. Herausgegeben mit Genehmigung der Militär-Regierung des Kreises Düren durch das Kreispresseamt Düren. Erscheint am 1. und 15. eines jeden Monats, 1. Jahrgang, Düren, den 15. September 1946, Nr. 13
Samstag, 21. September 1946
„Jülich. Die Arbeiten am israelitischen Friedhof an der Aachener Straße, der auf Beschluß der Stadtvertretung durch ehemalige Nazi-Aktivisten wieder instandgesetzt werden mußte, sind soweit beendet. Die Anlage des Friedhofes und die Grabdenkmäler sind soweit als möglich in den früheren Zustand gebracht worden. Es bedarf lediglich noch der Wiederrichtung der Einfriedungsmauer.“
Aachener Volkszeitung vom 21. September 1946
Freitag, 27. September 1946
Beginn der ersten Reihe der „Sinfoniekonzerte der Stadt Düren“ durch das Städtische Orchester Aachen unter Leitung von Generalmusikdirektor Dr. Felix Raabe.
AVZ 25.9.1946; Domsta, 1940-1947, S. 423
Samstag, 28. September 1946
„Düren. In der 92. Kartenperiode haben erwachsene Normalverbraucher durchschnittlich täglich 990 Kalorien an Nahrungsmitteln zu verzehren gehabt. Während Kartoffel, Frischgemüse, Fett, Zucker, Marmelade, Kaffee-Ersatz, Käste und Fisch nach den vorgesehenen Rationssätzen verteilt wurden, war es nicht möglich die Nährmittel voll auszuteilen. Einem Bedarf von rund 62 to Fleisch stand nur eine tatsächlich gelieferte Menge von 39 to gegenüber, so daß in einer Woche der 92. Zuteilungsperiode kein Fleisch zugeteilt werden konnte.“
Aachener Volkszeitung vom 28. September 1946
Samstag, 28. September 1946
„Düren. Die Zuteilung an Säuglingsausstattung ist nach wie vor äußerst gering. Bei 1900 werdenden und stillenden Müttern im Kreise Düren wurden für die Monate Mai bis September insgesamt 136 Jäckchen, 511 Hemdchen, 425 Windeln, 124 Moltontücher zugewiesen. Selbst die anerkennenswerte Hilfe der Heilsarmee und der Schweizer Caritas konnte nur im geringen Umfange die große Not lindern.“
Aachener Volkszeitung vom 28. September 1946
Samstag, 28. September 1946
„Düren. Im Monat September wurden für das Wohnungsnotprogramm 1900 Dachziegel zugewiesen. Diese Zuteilung ist die bisher geringste ihrer Art. Dabei fehlen in Düren für bewohnte, aber noch nicht wetterfeste Häuser, ferner für Wohnungen, die bis auf das Dach fertiggestellt wind, in Stadt und Kreis 6,7 Millionen Dachziegel.“
Aachener Volkszeitung vom 28. September 1946
Montag, 30. September 1946
Erste Sitzung der gewählten Stadtvertretung. Der bisherige Fraktionsführer der CDU, Kaufmann Richard Bollig, wird einstimmig zum Oberbürgermeister gewählt. Stellvertreter Josef Dahmen (SPD), Heinrich Bock (CDU).
StAD, Ratsprotokolle Bd. 53; Domsta, 1940-1947, S. 423; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 234