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Montag, 1. April 1946
„Birkesdorf. In der am 1. April in Birkesdorf stattgefundenen Gemeinderatssitzung stellte Frau Henzig (KPD) den Antrag, daß den alleinstehenden Frauen und Kriegerwitwen bei der Bearbeitung ihrer Gärten durch ehem. Pg. Hilfe geleistet werden soll, sei es durch tätige Mithilfe oder Bezahlung von Arbeitskräften. Die Gemeindevertretung trat diesem Antrag einstimmig bei.“
Aachener Nachrichten vom 9. April 1946
Montag, 1. April 1946
Eröffnung von Poststellen in vier Einzelhandelsgeschäften in der Werderstraße, Kölner Landstraße, Friedenstraße und Zülpicher Straße. Weitere Poststellen Mitte Januar 1947 in Distelrath, Rölsdorf und Nord-Düren.
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren, 15. April 1946; AVZ 5.2.1947; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 230
Mittwoch, 3. April 1946
Die Fa. Carl Canzler, Kupfer- und Aluminiumschmiede, Apparate- und Maschinenbau, erhält zur Ausführung von Reparaturen eine kurzfristige Betriebsgenehmigung; volle Betriebsgenehmigung am 1. Juli 1947.
StAD B 159; Domsta, 1940-1947, S. 421
Donnerstag, 4. April 1946
„Bandenüberfall
Nörvenich. Eine Bande, bestehend aus vier Zivilisten und einem Uniformierten, gab sich in Növenich, Irresheim und Eschweiler über Feld als Angehörige der Besatzungspolizei aus und beschlagnahmte unter Anwendung von Waffengewalt Lebensmittel sowie Radiogeräte. Sie tötete ein Schwein, um es mitzunehmen, ließ es jedoch später liegen. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung der Bande auf, die mit einem LKW „Ford V 8“ mit der Aufschrift „Pool“ flüchtete und bisher noch nicht festgestellt werden konnte.“
Volkstimme vom 4. April 1946
Samstag, 6. April 1946
Zwischen dem 15.10.1945 und dem 6.4.1946 im Kreise Düren 110 Unfälle durch Minen und andere Explosivstoffe mit 85 Toten und 57 Verwundeten.
Amtliches Mitteilungsblatt für den Landkreis Düren, 1. Jg. Nr. 4 vom 1. Mai 1946; Domsta, 1940-1947, S. 421
Sonntag, 7. April 1946
Neuordnung des Bezugscheinwesens für bewirtschaftete Wirtschaftsgüter durch die britische Militärregierung. Neueinführung von Bezugsmarken A und B. Bewirtschaftung von Brennholz, Zündhölzern, Waschmitteln und Zusatzseife für bestimmte Berufe, Heime und Krankenanstalten.
StAD, Verwaltungsbericht 1946; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 231
Montag, 15. April 1946
„Achtung vor Minen und herumliegender Munition
Mahnung an alle Eltern und Erzieher. In letzter Zeit häufen sich die Unfälle, hervorgerufen durch Jugendliche und Kinder, die mit herumliegender Munition spielen, in erschreckendem Maße. In den letzten Tagen wurden im Südviertel der Stadt wiederum zwei Kinder, deren Väter sich noch in Kriegsgefangenschaft befinden, getötet und ein weiteres Kind verletzt. Am 27. 3. wurde in Füssenich auf einer Viehweide ein 5jähriger Junge durch eine Tellermine getötet und zwei weitere Kinder verletzt. Am Sonntag, dem 31. 3. ereignete sich in der Nähe des DJK-Schwimmstadions an der Rur ein besonders trauriger Unglücksfall. Wie die Untersuchung ergab, machten sich spielende Kinder an einer Mine zu schaffen, die zur Explosion kam und sieben Kinder tötete. Die Kinder waren schauerlich zugerichtet.“
Amtliches Mitteilungsblatt für den Landkreis Düren vom 15. April 1946
Mittwoch, 24. April 1946
„Bekanntmachungen
Kleinpflanzertabak
Jeder Tabakkleinpflanzer ist verpflichtet, den Anbau von Tabakpflanzen bis spätestens 15. Juni 1946 schriftlich anzumelden und gleichzeitig die Tabaksteuer zu entrichten. Hierbei sind Name und Wohnort des Kleinpflanzers sowie die Anzahl der Pflanzen und der Ort, wo diese stehen, anzugeben. Außerdem ist zu erklären, daß der selbstgewonnene Tabak nur für den eigenen Bedarf verwendet wird.“
Aachener Volkszeitung vom 24. April 1946
Donnerstag, 25. April 1946
Das Stadttheater Düren wird im Festsaale der Provinzialanstalten wieder eröffnet. Die kulturellen Veranstaltungen beginnen mit einem Konzert des Städtischen Orchesters Aachen unter Leitung von Th. B. Rehmann und am 29.4. mit Goethes „Iphigenie“ unter dem Intendanten Roland Müller-Stein mit dem „Theater der Jugend“ in Neuß.
„Kulturelles
Eröffnung des Stadttheaters Düren
Am 29. April öffnet das Stadttheater Düren wieder seine Pforten vorerst in einem Behelfstheater im Festsaal der Provinzial-Anstalten. Die Leitung übernimmt Roland Müller-Stein in Verbindung mit dem „Theater der Jugend“ in Neuß.“
AN 26.4.1946; Domsta, 1940-1947, S. 421; Volksstimme vom 29. April 1946
Montag, 29. April 1946
„Ihrer gedenken wir am 1. Mai
Ehrentafel der Naziopfer!
Katholiken, Sozialdemokraten, Kommunisten, Angehörige aus Lagern kämpften und starben gemeinsam, damit ein freies demokratisches Deutschland lebe.
Die Toten von Düren:
Albert Kamrad; Peter Wolf; Heinz Hammerath; Josef Züll; Adolf Meuser; Josef Reins; Karl Thelen.
Die Toten aus dem Kreis:
Josef Buchna, Birkesdorf; Konrad Offermann, Birkesdorf; Bertram Wieland, Birkesdorf; Heinrich Deis, Merken; Siegfried Meyer, Gey; Johann Balter, Boich; Thea Kuckertz, Birkesdorf; Peter Schäfer, Birkesdorf; Hubert Bergmann, Birkesdorf; Christian Plum, Merken; Jakob Henn, Mariaweiler.
Seit Jahren ohne Nachricht:
Johann Weiser, Binsfeld.“
Volksstimme vom 29. April 1946
Mittwoch, 1. Mai 1946
Auf dem Hoeschplatz erste Kundgebung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes nach dem Kriege.
AVZ 4.5.1946; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 231
Mittwoch, 1. Mai 1946
Wasserversorgung in der Stadt Düren
Nach Überwindung größter Schwierigkeiten ist es inzwischen gelungen, etwa ? des Stadtgebietes, wenn zum Teil auch noch behelfsmäßig, wieder mit einwandfreiem Leitungswasser zu versorgen, trotzdem bekanntlich beide Wassertürme der Stadt zerstört sind.  […] Wurde schon die Stromversorgung des Stadtgebietes ab September 1945 durch die Bevölkerung freudig begrüßt, so galt dies erst recht für die zentrale Wasserversorgung. Das Wasserschleppen aus den unzulänglichen Brunnen konnte in den meisten Stadtbezirken eingestellt werden.
Amtliches Mitteilungsblatt für den Landkreis Düren vom 1. Mai 1946
Mittwoch, 1. Mai 1946
Der Dürener Museumsverein ruft zur Neubildung auf.
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren, 1. Jg. Nr. 4 vom 1. Mai 1946; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 231
Freitag, 3. Mai 1946
Zahlreiche Leichen russischer Kriegsgefangener in einem ehemaligen Lager bei Arnoldsweiler gefunden.
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren, 2. Jg. Nr. 1 vom 1. Januar 1947; Domsta, 1940-1947, S. 421
Montag, 6. Mai 1946
Betr.: Ehrentafel
In unserer am 29. April veröffentlichten Ehrentafel haben wir einen verdienten Kämpfer gegen das Nazisystem vergessen. Wir tragen nach, Ludwig Henzig, Birkesdorf, Kömpchen 5, wurde scgib 1933 ins Gefängnis geschleppt und weilt nicht mehr unter den Lebenden. Auch seiner gedachten wir am 1. Mai.
Die Angehörigen des Siegfried Meyer aus Gey bitten uns klarzustellen, daß eine amtliche Todeserklärung bisher nicht erfolgte. Sie sind seit Jahren ohne Nachricht.
Volksstimme vom 6. Mai 1946
Donnerstag, 9. Mai 1946
Pol. Opfer der Naziherrschaft
Als Tote sind folgende Opfer im Kreise Düren gemeldet: Genosse Ludwig Henzig, Birkesdorf, Kreuzstraße 5, Genosse Bertram Wieland, Birkesdorf, Weidenpesch 37, Genosse Albert Kamrad, Düren, Nagelschmiedsgasse, Genosse Adolf Meuser, Düren, Blücherstraße 109, Genosse Johann Reins, Düren, Aachener Landstraße 25, Genosse Johann Weiser, Binsfeld, Merzenicher Straße 34, Genosse Jakob Henn, Mariaweiler, Gürzenicher Straße 53, Genosse Müller, Weisweiler.
Folgende Opfer waren nicht Genossen: Pastor Keller, Düren, Wolff Düren, Oberstraße, Josef Buchna, Birkesdorf, Thea Kuckertz, Birkesdorf, Peter Schäfer, Birkesdorf, Konrad Offermann, Birkesdorf, Siegfried Meyer, Gey, Johann Balter, Boich, Christian Plum, Merken […]
Volksstimme vom 9. Mai 1946
Donnerstag, 9. Mai 1946
Weisweiler Antifaschisten im KZ Buchenwald
Der Jahrestag unserer Befreiung, der 11. 4. läßt  mich zur Feder greifen, um allen denen zu danken, denen wir fünf Überlebenden unser Leben verdanken. Einer kehrt wohl kaum zurück, unser Genosse und früherer Kapellmeister der Weisweiler Schalmeienkapelle, Michael Müller.
Alle waren wir im kleinen Lager, Jakob Bertram, Jakob Collet, Peter Lövenich, Michael Müller, Ferdinand Sevestrel […]
Volksstimme vom 9. Mai 1946
Mittwoch, 15. Mai 1946
Die Eisenbahnstrecke Düren-Köln wird erstmalig nach Ausbesserung des Großkönigsdorfer Tunnels befahren.
StAD B 159; AN 15.5.1946; Domsta, 1940-1947, S. 421
Mittwoch, 15. Mai 1946
Die Entnazifizierung
Der Regierungspräsident teilt mit: Die bisher von den deutschen Behörden getroffenen Entnazifierungsmaßnahmen sind durch eine Anordnung der Militär-Regierung ausnahmslos überholt. Nach den Bestimmungen der Kontrollkommission für Deutschland (britische Zone) wird die endgültige Entnazifierungsaktion in Kürze beginnen.
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 15. Mai 1946
Mittwoch, 15. Mai 1946
Entnazifizierungsausschuss
Die Vorarbeiten für die Entnazifizierung für die Stadt und den Kreis Düren sind soweit beendet, daß am Mittwoch, dem 5. Juni 1946 mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden kann. Im Interesse einer gerechten und objektiven Lösung wird die Bevölkerung gebeten, uns bei unserer schweren und verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen. Da auf Anordnung der Militärregierung die Vorrangstufen festgelegt sind, können Zwischenanträge vorerst nicht behandelt werden. Die Abwicklung und Entgegennahme der Anträge wird jeweils in der Tagespresse und im Mitteilungsblatt bekanntgegeben. Mit der Überprüfung der Verwaltung wird zuerst begonnen. Schriftliche Anträge auf Rehabilitierung sind mit den erforderlichen Unterlagen bei dem Sachbearbeiter Willi Mermagen, Finanzamt Düren, 1. Stock, abzugeben.
Amtliches Mitteilungsblatt für den Kreis Düren vom 15. Mai 1946
Samstag, 18. Mai 1946
Die 179. Deutsche Minenräumkompagnie hat im Kreise Düren 32000 Minen beseitigt und dadurch 1.200.000 Quadratmeter Ackerland und 150.000 Quadratmeter Wiesenland freigemacht.
AVZ 18.5.1946; Domsta, 1940-1947, S. 421
Montag, 27. Mai 1946
Zweite Sitzung der Stadtvertretung. Bürgermeister Hammans wies „auf die großen Schwierigkeiten in der Materialbeschaffung hin. Für die Zeit vom 1. Januar 1946 bis zum 24. Mai 1946 seien z.B. für das Wohnungsnotprogramm vom Kreisbauamt nur folgende Mengen Material zugewiesen worden:
60 Zentner Kalk, 300 Zentner Zement, 8,7 cbm Holz […]“
„Zum Schluss wurde noch über verschiedene brennende Probleme der Stadt, wie Schuttbeseitigung, Instandsetzen der Kanalisation […] verhandelt […] Die Stadt müsse in erster Linie die von der Militärregierung angegebenen Straßen säubern lassen […] Auf Bitten des Stadtverordneten Bollig sprach dann noch Stadtbaurat Dauer zu der Frage ‘Neuaufbau der Stadt’. Er gab zunächst einen Bericht über die Kanalisationsverhältnisse der Stadt und die in Angriff zu nehmenden Arbeiten. Pläne über den eigentlichen Neuaufbau der Stadt konnten wegen der vorgerückten Zeit nicht mehr erörtert werden.“
StAD, Ratsprotokolle