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1. Juli 1945
Pontifikalrequiem des Bischofs von Aachen für die Toten des 16. November 1944 vor dem Amtsgericht auf dem Hoeschplatz unter Mitwirkung des Aachener Domchores. Die Leute legen Kränze auf die Trümmer und zünden Lichter an.
Die Landkrankenkasse für den Kreis Düren nimmt ihre Tätigkeit wieder auf.
Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Düren-Neuss bis Holzheim mit täglich zwei Zugpaaren.
StAD B 159, B 224; Genehmigung des Pontifikalamtes durch die Besatzung in B 375, Schluß; AN 18.7.1945; Domsta, 1940-1947, S. 417
2. Juli 1945
Das Postamt Düren nimmt seine Tätigkeit in den erhaltenen Gebäuden der Postkraftfahrstelle in der Gutenbergstraße auf.
StAD S1/191; Domsta, 1940-1947, S. 417
10. Juli 1945
Wasserversorgung: Als erster Stadtteil wird wieder Rölsdorf bis zur Johannisbrücke vom Wasserwerk Birgel aus versorgt. Es folgen: 16.8. Kölner Landstraße durch Pumpwerk Merzenich, 27.9. Ost-Düren durch Blindenanstalt, 8.10. Nord-Düren durch Teppichfabrik Gebrüder Schoeller, 18.10. West-Düren durch Pumpwerk Birgel mit Unterstützung des Pumpwerkes auf dem Gelände der ehemaligen Schießwollfabrik, 6.11. Süd-Düren durch Zapfstellen mit Pumpwerk an der Jahnstraße.
StAD B 375, Bericht der Stadtwerke Düren vom 28.8.1945. Geringfügig abweichende Daten in StAD, Verwaltungsbericht 1945/1946; Domsta, 1940-1947, S. 417
16. Juli 1945
Die in der Ausweichstelle der Stadtverwaltung in Hämmern verbliebenen Akten und Gegenstände werden nach Düren gebracht.
StAD B 109, Angaben des damit betrauten Bediensteten Kelter von 1952; Domsta, 1940-1947, S. 417
27. Juli 1945
Übernahme der Eisenbahnstrecken Düren-Aachen und Düren-Bonn von den Amerikanern und Einrichtung des Personenverkehrs auf diesen Strecken.
StAD B 159; Domsta, 1940-1947, S. 417
29. Juli - 1.8.1945
Feier des ersten St.-Anna-Festes in St. Josef.
„St.-Anna-Fest in Düren
Im Einvernehmen mit dem Dechanten Pfarrer Adolph wurde Mitte Juli die Reliquie zur Josefskirche übertragen. Vom 29. Juli bis zum 1. August wurde dort in zeitbedingter schlichter Form das Annafest gefeiert. Zahlreiche freiwillige Hilfskräfte richteten in vielen Arbeitsstunden die Kirche, die auch bedenkliche Spuren des Krieges aufweist, her, so daß sie einen würdigen Rahmen für die Feier des Annafestes abgab [...]“
StAD B 159; Domsta, 1940-1947, S. 417; Aachener Nachrichten vom 10. August 1945
30. Juli 1945
Beginn der Bergungsarbeiten der im Bergfried der Burg Nideggen ausgelagerten Archivbestände.
StAD B159, 375; Domsta, 1940-1947, S. 417
1. August 1945
Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Düren und die Innungskrankenkasse der Kreishandwerkerschaft nehmen ihre Tätigkeit wieder auf.
Im stark beschädigten Schlachthof, der am 1.7. mit zwei Leuten in Betrieb genommen wurde, können wieder Schlachtungen vorgenommen werden.
StAD B 159; StAD B 706; Domsta, 1940-1947, S. 417
10. August 1945
Rölsdorf – Die Einwohner von Rölsdorf freuen sich, wieder Wasser zu haben. Es ist nun nicht mehr erforderlich, mit dem Eimer streckenweit zu gehen
Aachener Nachrichten vom 10. August 1945
13. August 1945
Die Dürener Kreisbahn gibt die Teilstrecke Eschweiler über Feld bis Zülpich für den Personen- und Güterverkehr frei. Am 31.8. wird die Strecke ab Girbelsrath, am 17.9. ab Distelrath in Betrieb genommen.
StAD B 159, 378; StAD S1/266; Domsta, 1940-1947, S. 418
18. August 1945
Die Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung werden wiedergegründet.
StAD B 159; Domsta, 1940-1947, S. 418
19. August 1945
Erster Gottesdienst der evangelischen Gemeinde in der katholischen Josefskirche.
Gemeindebrief vom 1. Advent 1945; Harder 1967; Domsta, 1940-1947, S. 418
20. August 1945
Aufruf für die politischen Opfer der Naziherrschaft des Kreises Düren
Nach sechsjähriger Willkürherrschaft haben die Nazi-Verbrecher den bisher furchtbarsten aller Kriege heraufbeschworen, der das deutsche Volk nach sechs weiteren Jahren der Opfer und Entbehrungen an den Rand des Abgrundes brachte. Schwere Schäden an Blut u. Gut sind zu beklagen; doch sind diejenigen Männer, Frauen und Kinder am schwersten betroffen, die den Mut aufbrachten, sich gegen den Terror der Nazi-Verbrecher aufzulehnen.
Nur wenige dieser Standhaften haben die furchtbaren Mißhandlungen und Entbehrungen in den Konzentrationslagern und Zuchthäusern überlebt und sind nach dem Zusammenbruch zu uns zurückgekehrt; sie bedürfen unserer gemeinschaftlichen Hilfe.
Kreis- und Stadtverwaltung können über den Rahmen des Wohlfahrtssatzes hinaus kein Geld an die bedürftigen Opfer zahlen.
Wir rufen daher die Bevölkerung des Kreises Düren auf, ihren Beitrag für die politischen Opfer der Naziherrschaft zu leisten.
Geldspenden können bei der Kreissparkasse Düren und deren Zweigstellen, sowie bei der Stadtsparkasse Düren eingezahlt werden.
Zahlungen können auch erfolgen an die Fürsorgestelle für die politischen Opfer der Naziherrschaft, Düren, Hoeschplatz Nr. 7 (Konto Nr. 4699 bei der Kreissparkasse Düren).
Düren, den 20. August 1945.
Der Landrat des Kreises Düren: Seeger. – der Bürgermeister der Stadt Düren: Stiegler. - Fürsorgestelle für die politischen Opfer der Naziherrschaft: Rankers, Unkelbach.
Aachener Nachrichten vom 4. September 1945
28. August 1945
Nachdem die wenigen Kranken aus dem Städtischen Krankenhaus wegen Instandsetzung in die Krankenhäuser Birkesdorf und Stolberg verlegt worden sind, muß das Krankenhaus am 28.8. wegen einer sich ausbreitenden Typhusepidemie im Kreise Düren auf Anordnung der Militär-Regierung mit Typhuskranken belegt werden.
StAD, Verwaltungsbericht 1945/1946. Die darin enthaltenen Angaben über die Wiedereröffnung des Krankenhauses („8.5.1945“, „Mitte August 1945“) widersprechen sich; Domsta, 1940-1947, S. 418
28. August 1945
„Aufruf
Von der jüdischen Gemeinde Aachens, die durch die Rassentheorien des Nazi-Regimes zerstört wurde, hat sich nun einkleiner Teil der Überlebenden zusammengeschlossen, um die Gemeinde wieder zu errichten. Es stehen diesen jedoch keinerlei Mittel zur Verfügung. Es fehlt an Geld, Büromaterial, Schreibmaschine usw.
Im Namen dieser kleinen Gemeinde richte ich an die Aachener Bürgerschaft die Bitte, uns zu helfen. Geldüberweisungen dankend erbeten auf Konto Nr. 3705 der Dresdner Bank oder Konto Nr. 13176 der Städtischen Sparkasse. Sach- und Bargeldspenden an den Unterzeichneten.
 Im Namen der jüdischen Gemeinde
 Alfred Loewendahl“
Aachener Nachrichten vom 28. August 1945
August 1945
Die Kreishandwerkerschaft nimmt ihre Tätigkeit wieder auf.
Zeittafel 748-1948, S. 193
3. September 1945
In Anwesenheit von Vertretern der weltlichen und kirchlichen Behörden findet in der Schule Rölsdorf die Eröffnung der städtischen Volksschulen statt. Am gleichen Tag Eröffnung der Nordschule, am 15.11.1945 der Südschule im Pfarrheim St. Josef, am 15.1.1946 der Ostschule im Genossenschaftsgebäude am Freiheitsplatz, am 30.1.1946 der Hilfsschule in der Blindenanstalt. Wegen fehlenden Schuhzeugs und Erkältungen im Winter viele Schulversäumnisse.
„Schulanfang im Regierungsbezirk Aachen
Eröffnungsfeier in Düren
Auch in Düren fand in feierlichem Rahmen die Eröffnung der Schulen des Kreises Düren statt., und zwar in der Schule Düren-Rölsdorf. Die Militärregierung war durch Major Spragge vertreten. Landrat Seeger eröffnete die Feierlichkeit mit einer Ansprache, in der er die Wichtigkeit dieser Stunde unterstrich. Er wies auf die zum Einsatz gebrachten Lehrkräfte hin, die heute die Gewähr dafür bieten, daß die Kinder wirklich im neuen, demokratischen und christlichen Geist erzogen werden. Der Landrat schloß mit dem Wunsche, daß der nun gelegte Grundstein ein Gebäude erstehen lasse, das den Anstürmen feindlicher Kräfte – und das seien alle Kräfte, die gegen den freien Geist des Individuums kämpften – gewachsen sei.
Major Spragge wies mit Nachdruck auf die bekannte Botschaft des Feldmarschalls Montgomery hin und sprach über seine Beobachtungen, die er den deutschen Kindern gegenüber gemacht habe. „Wie die Kinder spielen, so denken sie und wie sie denken, so spielen sie,“ sagte er und appellierte an das Verantwortungsbewußtsein der Lehrer und Eltern, damit auch wirklich die Gewähr dafür gegeben sei, daß die Kinder zu würdigen Staats- und Weltbürgern erzogen werden.
Bürgermeister Stiegler wies auf die Schwierigkeiten der Aufbauarbeit zur Wiedereröffnung der Schulen hin und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Neuaufbau der deutschen Schulen und der hierfür eingesetzten Lehrkräfte einer kommenden Generation die Wege weisen möge, die uns wieder zu Ansehen in der Welt verhelfen werden.
Kreisschulrat Hilgers sprach vom erzieherischen Standpunkt aus und gab einen eingehenden Bericht über die äußeren Schäden, die das Schulwesen des Kreises erlitten habe. Ihm schloß sich die Geistlichkeit mit zuversichtlichen Erfolgswünschen an.
Ein Kinderchor und eine kleine Musikkapelle sorgten für musikalische Untermalung der Eröffnungsfeier.“
Hilger 1977, S. 59; StAD S1/400; Domsta, 1940-1947, S. 418; Aachener Nachrichten vom 11. September 1945
8. September 1945
Erste Notstromversorgung für Teile der Stadt durch eine Turbine der Zuckerfabrik in der Paradiesstraße, vom 11. November an wieder durch das RWE.
StAD, Verwaltungsbericht 1945/1946; StAD B 378, sub Schoeller: Zuckerfabrik speist Strom in das Stadtnetz ein, Ankündigung vom 6. September 1945; Domsta, 1940-1947, S. 418
15. September 1945
Das Amtsgericht nimmt mit Ausnahme des Grundbuchamtes, das am 30.11. folgt, die Tätigkeit wieder auf.
StAD B 159; Domsta, 1940-1947, S. 418
Sonntag, 23. September 1945
[Fußballspiel] „Dürener Stadtmannschaft : Englische Soldatenhilfe. Am Sonntag, den 23. September, auf dem Sportplatz Westkampfbahn Düren um 3 Uhr.“
Aachener Nachrichten vom 21. September 1945