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19. November 1944
Auf Anordnung des Reichsverteidigungskommissars wird die Stadt geräumt, desgleichen werden Birkesdorf und Gürzenich evakuiert, am selben Tag und am 20. November auch Echtz, Geich und Konzendorf. Die Verladung geschieht mit der Reichsbahn ab Buir. Die Evakuierung erfolgt hauptsächlich in die Gaue Halle-Merseburg, Thüringen und Hannover-Braunschweig; kleinere Teile der Bevölkerung werden in andere Gegenden versprengt oder versuchen auf eigene Faust, aus dem Dürener Gebiet wegzukommen.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 218
23. November 1944
In der Stadt befinden sich noch etwa 200 Einwohner.
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 219
1945
Ca. 16. Januar 1945
Sprengungen der Kölner Landstraße in Höhe von Merzenich durch deutsche Truppen. Unterbrechung des Straßenverkehrs nach Osten.
StAD S1/195; B 161, Bericht Decker; Domsta, 1940-1947, S. 415
Ca. 17. Januar 1945
Entfernung der letzten Zivilisten aus Düren durch die Gestapo, doch gelingt es einigen Personen, sich bis zum Einmarsch der Amerikaner an den Rändern der Stadt aufzuhalten.
StAD S1/195; B 161, Bericht Decker; Domsta, 1940-1947, S. 415
24. Januar 1945
Die „Aachener Nachrichten“ erscheinen als erste deutsche Zeitung, die nach Rückkehr der Bevölkerung zunehmend auch in Düren gelesen wird; seit dem 11.2.1947 mit einem Dürener Lokalteil.
Domsta, 1940-1947, S. 415
23. Februar 1945
In den frühen Morgenstunden beginnt die I. amerikanische Armee vom Westufer der Rur aus einen Angriff („Operation Grenade“) auf deutsche Stellungen östlich der Rur. Es gelingt ihr, mehrere Brückenköpfe zu bilden. Von Süden dringt die amerikanische 8. Infanterie-Division und von Norden die amerikanische 104. Infanterie-Division in die Ruinen von Düren ein, das am Abend des 25. Februars vollständig in deren Gewalt ist. Auch Birkesdorf, Arnoldsweiler und Niederau werden erobert.
MacDonald 1973, S. 156-162; Hoech 1946, S. 231, 238-240; Domsta, 1940-1947, S. 415
24. Februar 1945
Sprengung des neuen Wasserturms auf dem Kölnplatz durch deutsche Truppen.
StAD S1/195; B 161, Bericht Decker; Domsta, 1940-1947, S. 415
25. Februar 1945
Das mit drei Offizieren und sechs Soldaten besetzte alliierte Militärregierungsamt nimmt seine Tätigkeit in einem Haus in der Lessingstraße auf. Es findet in der Stadt 29 Zivilpersonen vor, 4 deutscher Nationalität und 25 verschleppte Personen anderer Nationalitäten, Ukrainer, Polen, Niederländer.
Domsta, 1940-1947, S. 415
1. März 1945
Die amerikanische Militärregierung ernennt einen in der Stadt vorgefundenen Deutschen, den Heizungsmonteur Alfred Stiegler aus Reichenbach im Vogtland, zum Bürgermeister. Er richtet im Hause Paradiesplatz 4 ein Büro ein, das der Anfang der neuen Stadtverwaltung wird.
StAD B 379, sub B; StAD B 375; Domsta, 1940-1947, S. 415
10. März 1945
Die im Staatsarchiv Marburg (Lahn) untergebrachten Bestände des Stadtarchivs werden wegen der sich häufenden Luftangriffe auf Marburg nach Haina (Kloster), Kreis Frankenberg/Eder, gebracht.
Geuenich in: DGBl., 61, 1972, S. 33; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 221
Mitte März 1945
Die ersten Rückkehrer treffen in Düren ein; Ausgabe von Registrierscheinen durch die amerikanische Militärregierung.
StAD KrDü 252, S. 111, frühester Beleg zum 21. März; Domsta, 1940-1947, S. 415
18. März 1945
Die Kreisverwaltung unter dem von der Militärregierung zum Landrat ernannten kaufmännischen Angestellten Wilhelm Seeger aus Düren nimmt ihre Tätigkeit in einem Raum des Hauses Paradiesplatz 4 wieder auf.
AN 1945/38 vom 28.8.; Domsta, 1940-1947, S. 416
2. April 1945
Das Arbeitsamt nimmt seine Tätigkeit wieder auf.
StAD S1/195, Bericht von dessen erstem Leiter Georg Mallmann; Domsta, 1940-1947, S. 416
22. April 1945
Der erste katholische Gottesdienst wird in St. Joseph durch den Jesuitenpater Braun gehalten, der mit den Schwestern vom Karmel nach Düren zurückkehrte.
StAD B 159; Domsta, 1940-1947, S. 416
23. April 1945
Es wird mit der Neueinrichtung des Einwohnermeldeamtes begonnen.
StAD B 109, Bericht von dessen erstem Leiter Heinrich Krings; Domsta, 1940-1947, S. 416
April 1945
Allgemeine Lebensmittelnot für die Rückkehrer. Die Einwohner erhalten je Kopf wöchentlich ein dreipfündiges Schwarzbrot. In der Stadtküche in der Paradiesstraße (Garage Tappert) wird ein warmes Mittagessen unentgeltlich verteilt. Ab Ende April müssen 20 Pfennig dafür gezahlt werden.
StAD S1/195, Berichte Mallmann, Schirmer; StAD B 160, Berichte Bongard, Schröder; StAD B 163, Bericht Wirth; Domsta, 1940-1947, S. 416
1. Mai 1945
Das Standesamt nimmt den Dienstbetrieb in einem Kellerraum des Hauses Paradiesplatz 3 auf. Die erste Beurkundung erfolgt am 15. Mai.
Standesamt Düren, Sterbebuch; Domsta, 1940-1947, S. 416
Anfang Mai 1945
Geschäfte bestehen bis Ende April noch nicht. Anfang Mai eröffnen die Metzgerei Bongard, Paradiesplatz, die Bäckerei Schröder, Karlstraße, und die Lebensmittelgroßhandlung Reinartz, Kirchstraße.
StAD B 160; Domsta, 1940-1947, S. 416
Mai 1945
Aufnahme des Dienstes durch die ersten Eisenbahner beim Bahnhof Düren.
StAD B 159; Domsta, 1940-1947, S. 416
3. Mai 1945
Pfarrer Josef Adolph von St. Bonifatius wird zum Dechanten des Dekanates Düren und zum Pfarrverwalter der übrigen verwaisten Pfarreien mit Ausnahme von St. Nikolaus ernannt. Ausgehzeit auf 5 bis 21 Uhr festgelegt; Gültigkeit der Registrierungskarten auf den Landkreis Düren erweitert, außerhalb des Landkreises sind besondere Pässe erforderlich.
StAD B 224, S. 65; Domsta, 1940-1947, S. 416
7. Mai 1945
2.41 Uhr Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht im Hauptquartier General Eisenhowers in Reims, in Kraft ab 9. Mai 00.01 Uhr.
Domsta, 1940-1947, S. 416
23. Mai 1945
Erste Anordnungen der britischen Besatzung in Düren, die die Amerikaner ablöst.
StAD B 224, S. 73; Domsta, 1940-1947, S. 416
30. Mai 1945
Im Leopold-Hoesch-Museum beginnen die Aufräumungs- und Sichtungsarbeiten unter Leitung von Dr. Heinrich Appel.
Mitteilung Dr. Heinrich Appel; Domsta, 1940-1947, S. 416
Ende Mai 1945
Ab Ende des Monats nehmen die Sparkassen und Banken ihre Tätigkeit wieder auf: Kreissparkasse 22. Mai, Dürener Bank 26. (?) Mai, Städtische Sparkasse 28. oder 29. Juni, Deutsche Bank 9. Juli.
StAD B 159, 375. In diesen Quellen werden für die Dürener Bank drei verschiedene Daten genannt: 6. Mai, 10. Mai, 26. Mai. Dem Verwaltungsbericht der Städtischen Sparkasse vom 2.3.1946 [zufolge] wurde diese „Anfang Juni [1945 von Hämmern bei Wipperfürth] nach Düren zurückverlagert“ (StAD, Verwaltungsbericht 1945); Domsta, 1940-1947, S. 416
1. Juni 1945
Der Dürener Fabrikant Ernst Hammans wird von der Militär-Regierung zum Beigeordneten und Vertreter des Bürgermeisters bestimmt.
StAD B 108; Domsta, 1940-1947, S. 416
1. Juni 1945
Die Feuerwehr nimmt ihre Tätigkeit mit 4 hauptamtlichen und 3 freiwilligen Kräften wieder auf.
StAD, Verwaltungsbericht 1945; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 223
Ca. 12. Juni 1945
Straßenumbenennungen: Adolf-Hitler-Straße in Eisenbahnstraße, Horst-Wessel-Straße in Rurstraße, Göringdamm in Lendersdorfer Allee.
StAD B 375, Bericht des Bürgermeisters an den Landrat. Es ist nicht ersichlich, wer die Rückbenennungen – die Straßen erhielten wieder ihre früheren Namen – veranlaßt oder vorgenommen hat; Domsta, 1940-1947, S. 416
20. Juni 1945
Stadtverwaltung und Kreisverwaltung verlegen die Verwaltungsräume in das notdürftig hergerichtete Amtsgericht.
Nach der Zeittafel 748-1948, u.a. verfaßt von Josef Geuenich, der im Spätsommer 1945 mit dem Stadt- und Kreisarchiv Räume im Amtsgericht bezog, an diesem Tag. Nach einer anderen Quelle (StAD B 108, Wilhelmine Prümm 1951, die 1945 Angestellte der Stadtverwaltung war), bereits „Pfingsten 1945“ = 20. Mai; Domsta, 1940-1947, S. 417
22. Juni 1945
Zur Sicherung der Ernährung der Bevölkerung des Kreises Düren verbietet der Landrat jegliche Ausfuhr von Schlacht- und Zuchtvieh, Getreide aller Art, Ölfrüchten und Kartoffeln.
StAD B 375; Domsta, 1940-1947, S. 417
Juni 1945
Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes beginnt seine Tätigkeit mit der Durchführung des Krankentransport- und Desinfektionswesens.
StAD B 159. Ab 1.10.1945 Krankentransporte wieder durch die städtische Feuerwehr, Desinfektionen durch das Gesundheitsamt; Domsta, 1940-1947, S. 417