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2005
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03.03.2005
Mehr als nur der Name
Liste jüdischer Bürger im Dritten
Reich soll erstellt werden
taz, 3. März 2005
19.05.2005
Kurz notiert
„Synagogenplatz“ als
würdiges Andenken
Düren. Über die weitere Nutzung
des heutigen Parkplatzes zwischen Schützen- und
Wirtelstraße wird noch debattiert. Während die
Grünen ihn in einen Park verwandeln wollen, schlagen die
Bürger für Düren (BfD) nun einen Spielplatz an
dieser Stelle vor. Zunächst aber, so die BfD, soll der
Platz einen neuen Namen bekommen. „Synagogenplatz“
soll er nach Vorstellung der BfD heißen. Der Vorschlag
stamme von Bürgermeister Paul Larue.
Alle bisherigen Versuche, der Situation der
jüdischen Bürger Dürens gerecht zu werden
(Gingkobaum oder Gedenkstein in der Schützenstraße),
seien halbherzig gewesen, sagen die Bürger für
Düren. Mit der Neubenennung des Platzes könne die
Stadt endlich ein würdiges Andenken an ihre ehemaligen
Mitbürger gestalten. (cl)
Dürener Zeitung, Donnerstag, 19. Mai
2005
25.05.2005
Angemerkt
Die Zeit läuft davon
An die Nazi-Gräuel und die
Juden-Vertreibung erinnert in Düren vergleichsweise wenig.
Versuche, den Goebenplatz nach dem Rabbiner Oppenheimer
umzubenennen, scheiterten unlängst. Verständlich aus
Sicht der Anwohner, die ihre fast 100 Jahre alte Adresse nicht
geändert sehen wollten. Jetzt liegt der Vorschlag der
Ratsfraktion „Bürger für Düren“ auf
dem Tisch, den Parkplatz an der Schützenstraße
hinter dem Kaufhof in „Synagogenplatz“
umzubenennen. Die Idee hat Charme. Schließlich hat der
Platz unter den Platanen bislang noch keinen offiziellen Namen.
Außerdem ruft der Name Erinnerungen wach: Gleich
gegenüber, wo das neue Parkhaus errichtet wurde, hat vor
dem Krieg tatsächlich eine Synagoge gestanden. Warum also
nicht Synagogenplatz? Pläne, das Areal zu bebauen, sind in
den vergangenen jahrzehnten mit schöner
Regelmäßigkeit gescheitert. Wenn man mit der
Namensgebung weiter wartet, bis es hier zu einem
Nutzungskonzept kommt, ist auch der letzte Zeitzeuge von Krieg
und Judenmord in Düren verstorben.
Ottmar Hansen
Dürener Nachrichten, Mittwoch, 25.
Mai 2005
27.05.2005
[Leserbrief]
Zu den Plänen, den Platz an der
Schützenstraße dem Gedenken an die ehemaligen
jüdischen Mitbürger zu widmen, schreibt Bernd Hahne
von der Geschichtswerkstatt:
Die Dürener Geschichtswerkstatt
begrüßt ausdrücklich den Vorschlag, den jetzt
noch unbenannten und demnächst würdig zu gestaltenden
Platz an der Schützenstraße dem Gedenken an die
ehemaligen jüdischen Mitbürger Dürens zu widmen.
Erst vor wenigen Tagen ist es zum
wiederholten Male am Widerstand der Anwohner gescheitert, den
Goebenplatz nach dem dort wohnhaften letzten Lehrer und
Prediger der Jüdischen Gemeinde Düren, Max Oppenheim,
zu benennen. Auch andere Versuche der Erinnerung schrammten oft
nur haarscharf an der Peinlichkeit vorbei – wer konnte
schon in der Busspur einen „Platz“ entdecken, den
man nach Max Oppenheim benannte? So böte dieser Platz die
Chance, nach über 60 Jahren ein kleines Zeichen zu setzen.
Bei gleicher Gelegenheit könnte man auch die schon immer
deplatzierte Tafel aus dem Gebüsch an der Post an diesen
Platz versetzen – sie wäre dann zumindest erheblich
näher an dem Ort, an den sie erinnert.
Allerdings sollte man den Platz nicht
„Synagogenplatz“ nennen. Dies würde nahelegen,
die Synagoge habe dort gestanden, was ja nicht stimmt. Sie hat
auf der anderen Straßenseite gestanden – dort, wo
ein Gedenken an sie, ihre Zerstörung und die spätere
Vernichtung der jüdischen Gemeinde schon immer am
Widerstand privater Interessen gescheitert ist.
Angebrachter wäre „Platz an der
Synagoge“.
Das wäre nicht nur historisch
korrekter, sondern würde auch vielleicht die eine oder
andere Frage nach dem wirklichen Standort der früheren
Synagoge provozieren.
Dürener Zeitung, Freitag, 27. Mai
2005
29.05.2005
[Leserbrief]
„Chance, ein Zeichen zu
setzen“
[Inhalt wie unter 27.05.2005, DZ]
Super Sonntag, Sonntag, 29.05.2005
29.05.2005
Mariaweiler Schüler gestalten
Kirchenfenster
Anne-Frank-Fenster
Super Sonntag, Sonntag, 29.05.2005
03.06.2005
[Leserbrief]
„Nach über 60 Jahren ein kleines
Zeichen setzen“
[Inhalt wie unter 27.05.2005, DZ]
Dürener Nachrichten, Freitag, 3. Juni
2005
21.06.2005
„Stolpersteine“ erinnern an die
Deportation in den Tod
Berliner Künstler Gunter Demnig legt
heute in der Dürener Hohenzollernstraße die ersten
Messingplatten für ermordete Juden
Dürener Nachrichten, Dienstag, 21.
Juni 2005
22.06.2005
„Ich möchte, dass die Nazi-Opfer
nicht in Vergessenheit geraten“
Gunter Demnig hat die ersten neun
Stolpersteine für Dürener Juden verlegt
Dürener Zeitung, Mittwoch, 22. Juni
2005 (1 Foto)
22.06.2005
Für 35 „Stolpersteine“
haben sich bereits Sponsoren gefunden
[Bildunterschrift]
Dürener Nachrichten, Mittwoch, 22.
Juni 2005 (1 Foto)
22.06.2005
Nur eine Synagoge blieb erhalten
Geschichtskurs des Stiftischen Gymnasiums
Düren viel über die Landjuden im Rheinland. Judaistin
und Buchautorin Monika Grübel referierte. Verhältnis
zu den Christen war früher relativ unproblematisch.
Dürener Nachrichten, Mittwoch, 22.
Juni 2005 (1 Foto)
26.06.2005
Der Kölner Künstler Gunter Demnig
verlegte die ersten „Stolpersteine“
„Auf dem Stolperstein bekommt das
Opfer seinen Namen wieder“
Super Sonntag, Sonntag, 26. Juni 2005 (1
Foto)
26.06.2005
[Von Sonntag zu Sonntag]
Anerkennende Erwähnung verdienen auch
die Mitglieder der Initiativgruppe „Stolpersteine in
Düren“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, an die
von den Nationalsozialisten ermordeten rd. 200 ehemaligen
jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu
erinnern. Die ersten neun „Stolpersteine“ wurden in
der vergangenen Woche durch den Kölner Künstler
Gunter Demnig in der Hohenzollernstraße bzw. in der
Schenkelstraße verlegt. Im März sollen weitere
„Stolpersteine“ folgen.
Erfreulich ist vor allem, dass auf jedem
Stein das „Opfer seinen Namen wieder bekommt“. Die
„Stolpersteine“ sind zugleich eine Ergänzung
der von dem Künstler Rückriem geschaffenen Stelen,
die zwar als Kunstwerk wirken sollen, aber durch ihre vom
Künstler gewollte Anonymität den Passanten über
die Bedeutung der Steine im Unklaren lassen. Aufgearbeitet
werden müsste auch, und darauf weist Bernd Hahne von der
Dürener Geschichtswerkstatt hin, nicht nur das Schicksal
der jüdischen Mitbürger aus den neuen Dürener
Stadtteilen, sondern auch das der Dürener Zigeuner,
politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und
Euthanasieopfer, die ebenfalls ermordet wurden.
Super Sonntag, Sonntag, 26. Juni 2005
02. September 2005
Auschwitz – Geschichte eines
Transports
Förderverein Stadtbücherei
Düren veranstaltet Ausstellung. Dokumentation des
Holocaust und Mahnmal
Dürener Nachrichten, Freitag,
02.09.2005 (1 Foto)
09. September 2005
Das Thema: Tag des offenen Denkmals
Die Mahnung lautet: „Tot ist nur, wer
vergessen ist“
Auch der jüdische Friedhof in
Düren ist zu besichtigen. Allgemeines Schwerpunktthema:
„Krieg und Frieden“. Insgesamt über vier
Millionen Besucher erwartet.
Dürener zeitung, Freitag, 09.09.2005
(1 Foto)
11. September 2005
Dokumentation eines Transports in den Tod
Das „Auschwitz-Album“
In der Stadtbücherei bis zum 26.
September
Super Sonntag, Sonntag, 11.09.2005 (1
Foto)
06. Oktober 2005
Patienten bringen Licht in Karl Levens
Leben
Lorenz Peter Johannsen veröffentlicht
Buch über die Lebens- und Berufswelt des jüdischen
Kinderarzt-Kollegen. Mehr als zehn Jahre lang recherchiert.
„DZ“-Leser führen auf richtige Spuren.
Informationen auch in Israel gesammelt.
Dürener Zeitung, Donnerstag,
06.10.2005 (1 Foto)
07. Oktober 2005
Die Lebens- und Todesspur des Karl Leven
Dürener Kinderarzt schrieb
„Werkstattbericht“ über jüdischen
Kollegen vor und in der Nazizeit
Dürener Nachrichten, Freitag,
07.10.2005 (1 Foto)
09. Oktober 2005
Buch über jüdischen Kinderarzt
erschienen
„Kinderarzt Karl Leven Lebensspuren
– Todesspur“
Lorenz Peter Johannsen hält Erinnerung
an seinen Kollegen wach
Super Sonntag, Sonntag, 09.10.2005 (1
Foto)
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