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1938
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04.02.1938
Dürener Gerichtschronik, 2sp
2 Juden wollten Rebbach machen
Neunzig Prozent Verdienst, ein nettes
Geschäftche
Westdeutscher Beobachter, Freitag, 4.
Februar 1938
[8. März 1938]
Gedruckte Abschrift
Ladung der Eheleute Georg Horn und Grete
geb. Blumenthal, Jülich, vor das Schöffengericht in
Düren wg. Nichtentrichtung der Reichsfluchtsteuer
21.04.1938
Handelsregistereintragungen:
Veränderungen:
A 220. 19.4.38 Gebr. Schweitzer,
Düren. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidatoren
sind die bisherigen persönlich haftenden Gesellschafter
Otto Loew und Theodor Ochs, Kaufleute, Düren.
Neueintragung:
A 951 19.4.38 Die Firma Franz Sinn &
Sohn, Kommanditgesellschaft, Aachen mit je einer
Zweigniederlassung in Düren und Aachen, letztere unter der
Firma Hugo Dahm und Sohn, Zweigniederlassung der Firma Franz
Sinn & Sohn Kommanditgesellschaft. Persönlich
haftender Gesellschafter: Peter Vaessen, Kaufmann in Aachen.
Kommanditgesellschaft seit dem 1. Juli 1918 mit 2
Kommanditisten.
Die Firma Franz Sinn & Sohn
Kommanditgesellschaft Aachen hat das bisher unter der Firma
Gebr. Schweitzer, Düren, betriebene Handelsgeschäft
übernommen. Der Übergang der im Betriebe des
Geschäfts begründeten Forderungen sowie der
Immobilien und Verbindlichkeiten der „Gebr. Schweitzer
Düren“ ist bei dem Erwerbe des Geschäfts durch
die „Franz Sinn & Sohn Kommanditgesellschaft“
ausgeschlossen. Erwerberin führt das Geschäft als
eine Zweigniederlassung des in Aachen betriebenen
Hauptgeschäftes fort.
Westdeutscher Beobachter, Donnerstag, 21.
April 1938
22.04.1938
Vor den Aachener Gerichten:
Merkwürdige Buchhaltung in
jüdischem Betrieb
Was wurde verschleiert? – 30 000 Mark
veruntreut
[Prozeß um Unterschlagungen in
großem Stil gegen den jetzt 51jährigen Georg Dammers
aus Birkesdorf, der in einem elektrotechnischen Betrieb in
Düren-Rölsdorf mit jüdischem Inhaber (=
Hannemann??) 1930-36 als Prokurist größere Gelder in
die eigene Tasche gewirtschaftet hatte.]
[…]
Der Firmeninhaber [Hermann
Löwenstein?] hatte seinen Schwiegersohn [Dr. Wilhelm
Kaufmann?], einen jüdischen Rechtsanwalt aus
Düsseldorf [=Duisburg], im Juni 1936 zum Prokuristen
bestellt, der sich in die Buchhaltung einarbeiten sollte.
[…]
Westdeutscher Beobachter, Freitag, 22.
April 1938, 2sp
23.04.1938
Lügen und Widersprüche im
Dammers-Prozeß
Schmählich mißbrauchtes
Vertrauen – Der zweite Verhandlungstag
Westdeutscher Beobachter, Samstag, 23.
April 1938, 3sp
27.04.1938
Heute Urteil im Dammers-Prozeß
Der Sachverständige hat das Wort
Rund 35 000 Mark wurden in Düren
veruntreut – 10 000 Mark steckte Dammers ein
Westdeutscher Beobachter, Mittwoch, 27.
April 1938, 3sp
28.04.1938
Das Urteil im Dammers-Prozeß
Der Angeklagte im Gerichtssaal verhaftet
15 Monate Gefängnis und 9000 Mark
Geldstrafe für schwere Untreue
Westdeutscher Beobachter, Donnerstag, 28.
April 1938, 2sp
28.04.1938
Dürener Gerichtschronik
Im vergangenen Jahr verschwand aus
Jülich das jüdische Ehepaar Horn und Frau, Grete
geborene Blumenthal, die dort Hubertusstraße Nr. 11
gewohnt hatten. Da es beiden im nationalsozialistischen
Deutschland nicht mehr zusagte, begaben sie sich, ohne
daß deswegen die Jülicher Bevölkerung eine
Abschiedsträne vergoß, nach Belgien. In Brüssel
nahmen sie Wohnung. Die Höhe der mitgenommenen
Geldbeträge läßt sich nicht einfach
feststellen. Jedenfalls wollten sie dem Reich ein Schnippchen
schlagen und bezahlten die fällige Reichsfluchtsteuer in
Höhe von 20.000 RM nicht. Alsbald wurde ein
Steuersteckbrief hinter den beiden hergeschickt. Und nun
befaßte sich, natürlich in Abwesenheit der beiden
Angeklagten, das Dürener Bezirksschöffengericht mit
dem Fall. Strafantrag und Urteil lauteten auf je 1 Jahr
Gefängnis und auf je 20.750 Mark Geldstrafe, ersatzweise
je 207 Tage. Weiterhin wurde die Einziehung des
inländischen Vermögens verfügt. Es ist so
umfangreich, daß der Staat dabei reichlich auf die Kosten
kommt. An Inventar sind für 5000 Mark, für ein Haus
35.000 Mark und weiterhin noch erhebliche Hypothekenwerte
vorhanden. Die Angeklagten wären also viel billiger
abgekommen, wenn sie ihre Steuer bezahlt hätten. Ein
höchst seltsamer Fall: Juden, die nicht rechnen
können.
Westdeutscher Beobachter, Donnerstag, 28.
April 1938
20.05.1938
Rassenschänder ins Zuchthaus
und dann in die Irrenanstalt
Die 4. Große Strafkammer des
Landgerichts Köln verurteilte am Montag einen 68 Jahre
alten Juden wegen Rassenschande zu anderthalb Jahren Zuchthaus.
Außerdem wurde die Unterbringung des Angeklagten in einer
Heil- und Pflegeanstalt angeordnet.
Der im Jahre 1870 in Düren
gebürtige Volljude Emil Ullmann hat die seit dem Jahre
1930 bestehenden und zwischendurch abgebrochenen Beziehungen zu
einer Arierin Weihnachten und Silvester vorigen Jahres wieder
aufgenommen und sich gegen die Nürnberger Gesetze zum
Schutz des deutschen Blutes eindeutig vergangen. Zweimal ist
der Jude, der seit 1920 Wohlfahrtsunterstützung bezieht,
schon wegen Sittlichkeitsverbrechens an Minderjährigen zu
4 und zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt gewesen. Der
medizinische Sachverständige erklärte ihn insofern
für beschränkt zurechnungsfähig im Augenblick
der Tat, als ihm zwar nicht die Einsicht, aber der Wille fehle,
vor dem Verbrechen zurückzuschrecken. Die Strafkammer
ordnete deshalb dem Antrag des Staatsanwaltes entsprechend die
Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt an.
Westdeutscher Beobachter, Freitag, 20. Mai
1938
27.05.1938
Walter Trienes:
Entartete Musik
Die zersetzende Wirkung des Judentums auf
die Musik
WB, Freitag, 27. Mai 1938, ganze Seite
13.06.1938
Tagung der Ratsherren, 13. Juni 1938
8. Umbau der Zweigstelle der
Städtischen Sparkasse, Kölnstraße 111 [Ullmann]
02.07.1938
Kommentarspalte
Mit den Juden unter einem Dach?
Der deutsche Mieter braucht keine
Hausgemeinschaft mit Juden zu dulden
Westdeutscher Beobachter, Samstag, 2. Juli
1938
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