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1935 Fortsetzung
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08.04.1935
Quer durch Düren
Unter dem Verdacht von Devisenschiebungen verhaftet
Am Freitagabend wurden der Rechtsanwalt P. und der frühere Möbelhändler S., beide aus Düren, von der Kriminalpolizei auf Veranlassung der Devisenfahndungsstelle im Hauptzollamt Düsseldorf verhaftet, weil gegen beide der Verdacht besteht, an Devisen- und Wertpapierschiebungen größeren Umfangs beteiligt zu sein. Die Ermittlungen sind noch im Gange.
Westdeutscher Beobachter, Montag, 8. April 1935
12.04.1935
Quer durch Düren
Nicht identisch
Die Inhaber der beiden Dürener Möbelfirmen Seeliger legen Wert auf die Feststellung, daß sie mit dem unter dem Verdacht des Devisenvergehens verhafteten, früheren Möbelhändler S. nicht identisch sind.
Westdeutscher Beobachter, Freitag, 12. April 1935
18.04.1935
Quer durch Düren
Gegen das Judentum
Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Düren-Süd
Westdeutscher Beobachter, Donnerstag, 18. April 1935
18.04.1935
33. Generalversammlung der Buirer Bezugs- und Absatzgenossenschaft
Der Jude hat auf dem deutschen Bauernhof nichts zu suchen
Buir, 18. Ostermond
Westdeutscher Beobachter, Donnerstag, 18. April 1935
05.06.1935
Schluß mit dem Marterhof in Nord-Düren
Brutale Viehjuden vor dem Richter – Jüdische Eideshelfer(?) nicht geschätzt
Düren, 5. Juni
Vor Gericht hatten sich die drei Vollblutjuden Erich Sallmann und Ernst Erich Meier, beide aus Langweiler, und Josef Keusch aus Hoven bei Düren wegen schwerer Tierquälerei zu verantworten. Der Anklage lag folgender Vorfall zugrunde (s. Westdeutscher Beobachter v. 21.2.35)
[die 2 Zeugen sind Max Nathan aus Düren und Isidor Schwarz, der Viehhändler aus Nord-Düren]
Westdeutscher Beobachter, Mittwoch, 5. Juni 1935
10.06.1935
Stadt und Kreis Düren
Abbruch an der Gerstenmühle
Dürener Zeitung, 10. Juni 1935
21.06.1935
„Dürener Beobachter“
Rund um den Synagogenschlüssel
Wackere Gemeinderäte
H.M. – Wie vor einiger Zeit in Nidda (Oberhessen), so hat auch jetzt der Gemeinderat von Auerbach a.d. Bergstraße den Beschluß gefaßt, nur noch diejenigen Handwerker, Fuhrleute und Geschäftsleute mit Arbeit und Lieferungen für die Gemeinde zu berücksichtigen, die der Bürgermeisterei gegenüber eine eidesstattliche Erklärung abgeben, daß sie und ihre Familienangehörigen mit Juden und Nichtariern keine Geschäfte tätigen.
In dieser Maßnahme zeigt sich endlich einmal eine gesunde Auffassung, die uns der Nachahmung wert zu sein scheint. Wer mit dem Juden Verbindungen hat, begibt sich selber damit des Rechtes auf die Volksgemeinschaft. Das gilt nicht nur für Lieferanten, das gilt auch für manche Systemreste in den Verwaltungen. Oder wie soll man es anders beurteilen, wenn man immer wieder hören muß, w e r eigentlich beim Juden kauft: Ausgerechnet solche Menschen, die von den Geldern der Allgemeinheit so gut bezahlt werden, daß sie wirklich nicht auf ein paar Mark zu sehen brauchen.
Hier mit der bequemen Nachsicht aufzuräumen, muß oberster Grundsatz der Verwaltungsführer werden. Nicht das Parteiabzeichen macht den Nationalsozialisten, sondern die Tat.
 Der noble Isi
Ein bezeichnender Vorfall wird uns wie folgt geschildert:
Eine nette Dreistigkeit leitete sich dieser Tage ein Dürener Viehjude drei Arbeitern gegenüber. Ein Rudel Kühe durchlief, anscheinend durch ein Verkehrsgeräusch aufgeschreckt, in wildem Galopp mehrere Außenbezirke unserer Stadt. Dabei ging es durch Wiesen, Felder und Gärten, wobei alles, was im Wege stand, plattgetreten oder geknickt wurde. Drei Arbeiter, die gerade des Weges kamen, beschlossen zur Verhütung weiteren Flurschadens die Kühe einzufangen, was auch nach langer Zeit und unter großen Schwierigkeiten endlich gelang.
Sofort wurde die Polizei von dem Fund verständigt. Es dauerte nicht lange, da kam der oben genannte Viehjude und gab sich als Beschützer der Tiere aus. Man zeigt ihm sofort den angerichteten Flurschaden, was der Jude mit einem Lächeln quittierte. Mit Erlaubnis der Polizei, die den Juden an ein Trinkgeld für die Arbeiter erinnerte, wurden ihm die Kühe ausgeliefert. Nach langem Zögern erbot sich der Jude endlich dazu, den Leuten zusammen sage und schreibe 1 (eine) ganze Reichsmark auf den Tisch zu legen. Die Arbeiter nahmen jedoch höflichst davon Abstand und ließen den Juden mit seinen Tieren des Weges ziehen. Zu bemerken wäre noch, daß die Tiere vorher mit Wasser und Heu versorgt wurden, wovon der Jude selbst Zeuge war.
Man muß schon sagen, Isi war nobel, Isi wollt gebe e Mark. Daß die so „nobel“ bedachten Leute für die Zukunft, wie sie uns schreiben, wissen, was sie zu tun haben, kann man verstehen. Darüber hinaus aber: Weg mit dem Volksfeind.
Westdeutscher Beobachter, Freitag, 21. Juni 1935
20.07.1935
Was meldet das Dürener Land
Kreuzau kämpft gegen das Judentum
Kreuzau, 20. Juli
Zur Unterstützung der Bestrebungen im Kampf gegen das Judentum hat die Ortsgruppe der NSDAP an gut übersichtlicher Stelle unseres Ortes einen Aushängekasten des „Stürmers“ angebracht. Die Bevölkerung macht von dieser Einrichtung weitgehenden Gebrauch.
Westdeutscher Beobachter, Samstag, 20. Juli 1935
24.07.1935
Kreisbauernschaft Düren, Der Kreisbauernführer
Düren, 24. Heumond  [Juli] 35
An die Landesbauernschaft Rheinland
Verwaltungsamt
Bonn, Endenicher Allee 60
Betrifft: I B la Erhebung über Juden
Meine Erhebungen über die Juden haben festgestellt, dass im Kreise Düren 583 Juden leben, davon 347 allein in der Stadt Düren. […]
Kopie im GW-Archiv
26.07.1935
Keine Juden in den Dürener Sommerbädern!
[Text wie Westdeutscher Beobachter-Artikel v. 27.7.]
Dürener Zeitung, Freitag, 26. Juli 1935
27.07.1935
Quer durch Düren
Keine Juden in den Dürener Sommerbädern
NA. Nachdem Nichtarier schon im Vorjahr zu Beschwerden Anlaß gaben über ihr Auftreten in den Dürener Sommerbädern und auch in diesem Jahre wieder Beanstandungen aus dem übrigen Badepublikum erhoben worden sind, hat sich der Herr Bürgermeistzer veranlaßt gesehen, Nichtarier von den allgemeinen Badestunden in der Rurbadeanstalt und im Dürener Sommerbad mit sofortiger Wirkung auszuschließen. Für die Nichtarier wurden gleichzeitig mit sofortiger Wirkung folgende Badestunden im Dürener Sommerbad eingerichtet: Mittwochs von 8-9 Uhr für Juden und von 9-10 Uhr für Jüdinnen.
Westdeutscher Beobachter, Samstag, 27. Juli 1935
27.07.1935
Gemeindeverwaltungen handeln nationalsozialistisch
H.M. ...
[nach versch. Beispielen, wo Juden in deutschen Städten vom Besuch der Bäder etc. ausgeschlossen wurden]:
An dieser Auslese aus den Vorkommnissen der letzten sieben Tage kann man ermessen, wie notwendig es ist, daß die Kommunalverwaltungen jede gutgemeinte, aber falsche Rücksicht ausschalten, wenn die Kräfte der Zersetzung sich bemerkbar machen.
Aus diesem Grunde ist es zu begrüßen, wenn nunmehr auch die Stadt Düren nach so manchen unangenehmen Vorkommnissen es unterbunden hat, daß deutsche Menschen mit Juden zusammen baden müssen und daß deutsche Mädchen den frechen Blicken dieser negroiden Mischlinge ausgesetzt sind. Mag es ein Anfang und ein Beispiel sein zu einer gründlichen Gemeindeverwaltung nach den Grundsätzen und im Kampfwillen der Bewegung.
Westdeutscher Beobachter, Samstag, 27. Juli 1935
Anfang August 1935
Verzeichnis der in Aachen lebenden Juden [Auszug mit Dürener Betreffen]
[August 1935]
Daß man auch im Eifelgebiet bereits vor den „Nürnberger Gesetzen“ Sterilisation und Kastration als politische Waffe einsetzte, läßt sich anhand der Archivunterlagen beweisen. So glaubte im August 1935 eine junge Frau aus Reifferscheid bei Hellenthal, im Blumenthaler Bürgermeisteramt Schutz vor einem uniformierten Sittenstrolch zu finden. Sie hatte Vieh auf die Weide getrieben, als sich ein SA-Mann aus Hellenthal an sie heranmachte und sie vergewaltigen wollte. Im letzten Augenblick konnte sie sich losreißen und vor dem Wüstling retten. Sofort beschwerte sie sich bei der zuständigen Parteileitung. Die Angehörigen empfanden es als Rache, daß die junge Frau zur ärztlichen Untersuchung nach Düren bestellt wurde, wo sie nicht psychische Hilfe erhielt, sondern gegen ihren Willen am 5. August 1935 aufgrund eines Beschlusses des Erbgesundheitsgerichtes vom 30.1.1935 im Krankenhaus sterilisiert wurde. Als Begründung wurde „Schwachsinn“ angegeben. In einem Wiedergutmachungsverfahren wurde später festgehalten, daß die sterilisierte Frau 1958 „geistig verwirrt“ war und deshalb nicht mehr das Zimmer verließ. Die Angehörigen konnten offenbar später nicht mehr glaubhaft machen, daß die psychischen Schäden auf den Vorfall im Jahre 1935 zurückzuführen waren.
Gegen den ehemaligen Ortsgruppenleiter von Blankenheim und den ehemaligen Landrat in Schleiden B(...) wurde in der Zeit von 1947-1949 wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ermittelt. Ihnen wurde „Freiheitsberaubung durch Unterbringung eines Menschen in die Heil- und Pflegeanstalt Düren 1933/34[!!!]“ vorgeworfen.
Arntz, Fluchthilfe, S. 188
15.08.1935
[Leserbrief]
Juden raus!
Judenplage in Embken
Lieber WB,
Embken leidet zur Zeit unter einer ausgesprochenen Judenplage. Nicht allein, daß der Ort den traurigen Ruf besitzt, im Verhältnis wohl die meisten Juden aller Gemeinden des Kreises ständig als Gäste zu beherbergen, es sind augenblicklich etwa ein Dutzend dieser unerwünschten Gäste, – groß und klein – hier in der „Sommerfrische“. Auf Schritt und Tritt begegnet man diesen typisch jüdischen Gesichtern und es ist beschämend, wenn man feststellen muß, daß deutsche Volksgenossen sich so weit erniedrigen, mit diesem Geschmeiß freundschaftlich zu verkehren. Überhaupt läßt ein Teil der Bevölkerung trotz aller Aufklärungsarbeit es an dem nötigen Abstand dieser Rasse gegenüber fehlen. So wird noch munter bei Juden gekauft und viele Landwirte scheuen sich nicht, offen mit Juden Viehhandel zu treiben. Die Namen werden, wie durch Anschlag veröffentlicht, demnächst bekanntgegeben. Der Zuzug von Juden, die sich allzu gerne dort ansiedeln, wo eine Synagoge sich befindet und wo „ihre Lait“ schon vertreten sind, ist in der letzten Sitzung der Gemeindeältesten verboten worden.
Heil Hitler!           W.K.
Westdeutscher Beobachter, Donnerstag, 15. August 1935
30.08.1935
Was meldet das Dürener Land
Juden nicht zugelassen
Kirmes in Binsfeld
Binsfeld, 30. August
Die Vorstandsmitglieder der Kirmesgesellschaft versammelten sich zu einer Besprechung, die der Vorsitzende Theodor Scholl eröffnete. Die Kirmes wird wie in vergangenen Jahren in einem Festzelt stattfinden. Alle näheren Vorbereitungen wird der Vorstand vornehmen und der Kirmesgesellschaft vorlegen. Zu den stattfindenden Veranstaltungen sind Juden nicht zugelassen.
Westdeutscher Beobachter, Freitag, 30. August 1935


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