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1934
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Im Schuljahr 1934/35 hatte die Schule neun
aufsteigende Klassen mit nur 272 Schülerinnen. Gründe
für die sinkende Schülerzahl war die Erschwerung des
Hochschulstudiums und die Abkehr von der Wertschätzung des
Berufes für die Frau. Die Zahl der israelitischen
Schülerinnen nahm ebenfalls ab. […]
1880-1980. Städtisches
Rurtal-Gymnasium Düren, Festschrift zum 100jährigen
Bestehen, Düren o.J., S. 31
10.01.1934
Kommentarspalte
Was ist in der Schützenstraße
los?
(zur angebl. gepl. Erweiterung eines
jüdischen Geschäftes [Rubbe-di-dupp??] in der
Schützenstraße)
Westdeutscher Beobachter, 10. Januar 1934
25.01.1934
Der Bürgermeister
Kreuzau, den 25.
Januar 1934
Betrifft: Vernichtung von
ausländischen Hetzschriften
Nach fernmündlicher Anordnung sollte
ein Wagen, aus den Niederlanden eingeführten Altpapiers,
den die Firma S t r e p p & C o., Hochkoppelmühle
bezogen hatte, beim Einstampfen des Papiers überwacht
werden, da sich in dem Wagen verbotene Druckschriften befanden.
Es ist festgestellt, dass ein Teil der 15 Tonnen Ladung aus
derartigen Druckschriften bestand, von denen ich zur
Kenntnisnahme ein Exemplar der „Freie Presse“
beifüge. Es ist für die Polizeiverwaltung
ausserordentlich schwer, ja fast unmöglich, das
Einstampfen des Altpapiers so zu überwachen, dass nicht
vereinzelte Exemplare der Druckschriften in unberufene
Hände gelangen könnten. Der in Rede stehende Wagen
mußte zunächst vom Bahnhof Untermaubach zur Fabrik
abgefahren und dort in einem verschlossenen Raume aufbewahrt
werden, der plombiert wurde. Da es für die Fabrik nicht
möglich war, die Verarbeitung des Papiers sofort
vorzunehmen, konnte damit erst Montags abends begonnen werden.
Zur möglichst wirksamen Überwachung müssen stets
mindestens 2 Beamte in der Fabrik anwesend sein, da das
Altpapier zunächst aus dem verschlossenen Raum zum
Lastenaufzug befördert und von dort zur Mühle
gebracht werden muß. Die Verarbeitung erfolgt in etwa 6
Schichten a 8 Stunden, sodass während dieser Zeit
ständig 1 bis 2 Beamte anwesend sein müssen. Trotzdem
besteht die Möglichkeit, dass beim Heranschaffen des
Papiers zur Mühle einzelne Exemplare bei Seite geschafft
und später verbreitet werden können. Es erscheint
zweckmässig, Massnahmen zu treffen, dass die Einfuhr
derartiger Schriften als Altpapier vom Auslande her unterbunden
wird. Man könnte zu der Auffassung kommen, dass gerade
diese Papierabfälle absichtlich nach Deutschland verkauft
werden, zumal der Handel in Altpapier überwiegend in
Händen von Juden liegt. Ich bitte, evtl. das Weitere zu
veranlassen.
folgt handschriftlich: d. 29.1.34
Hoffmann??
1) Staatspolizeistelle Aachen
Abschrift (d. Eing.) überreiche ich
unter Bezugnahme auf die fernm. Anordnung v. 20. d. Mts. im
Hinblick auf die Ausführungen des Bürgermeisters
über die Unterbindung der Einfuhr von Altpapier aus dem
Ausland.
Anlage: Ein Exemplar „Freie
Presse“.
2) ZdA
(Kopie im GW-Archiv)
24.03.1934
Aufruf zum Eintritt in die Freiw. Feuerwehr
der Stadt Düren e.V.
[…]
Das Gesetz schreibt für die Aufnahme
vor:
Arische Abstammung
[…]
Zeitungsbericht unbekannter Provenienz,
Slg. Kaiser
24.03.1934
Kellerbrand in Langerwehe
Langerwehe, 24. März. Am
Donnerstagmorgen entstand im Keller eines hiesigen
Konfektionsgeschäftes in der Hauptstraße ein
Kellerbrand. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte mittels einer
Schlauchleitung das Feuer löschen. Die Ursache des Brandes
konnte noch nicht festgestellt werden.
(Westdeutscher Beobachter?), 24. März
1934, in: Materialien Johann Kaiser, FF Düren, Hefter 1934
30.04.1934
Anzeige Seidenhaus Cohn & Cie.,
Wirtelstr. 37a
Dürener Zeitung, Montag, 30. April
1934, Anzeigenteil
01.05.1934
Auf dem Adolf-Hitler-Platz in
Nörvenich [heute: Marktplatz] wird eine „deutsche
Eiche“ gepflanzt, die durch ein mit einem Hakenkreuz
versehenes Eisengitter geschützt wird. In unmittelbarer
Nähe wird ein Schaukasten für den
„Stürmer“ aufgestellt.
Türk, Straßennamen in der
Gemeinde Nörvenich, zit. nach: Dominicus, Chronik des
Amtsbezirks Nörvenich 1932-1946, S. 44
02.05.1934
Quer durch Düren
Öffentliche Betätigung der
Zionistenvereinigung verboten
Westdeutscher Beobachter, Mittwoch, 2. Mai
1934
24.08.1934
Aus dem Dürener Land
Hütet Euch vor Juden
Vlatten, 24. August
Wie berechtigt diese Warnung ist, zeigt
folgender Vorfall: Eine hiesige Familie wollte ihren
Viehbestand, bestehend aus vier stattlichen, wohlgenährten
Ziegen sowie einem ausgezeichneten Milchschaf und einem
prächtigen Schafbock, umständehalber verkaufen. Kaum
war dies bekannt geworden, als sich auch schon ein
geschäftstüchtiger Sohn Israels aus einem
benachbarten Orte einstellte und sich in uneigennütziger
(!) Weise erbot, den ganzen Bestand für sage und schreibe
45 Mark zu kaufen. Welch bodenlose Unverschämtheit in
diesem Angebot lag, braucht wohl nicht näher
erläutert zu werden und wird jedem Bauer auf den ersten
Blick klar sein. Die Hälfte seines
„uneigennützigen“ Angebotes hätte er
allein aus der Wolle wieder herausgeschlagen, vielleicht auch
noch mehr. Die gebührende Antwort wurde ihm zuteil und
wäre die Mutter nicht so krank gewesen, wäre ihm auch
noch eine Antwort aus der „Armenkasse“ gegeben
worden. Wutentbrannt, daß ihm sein
„Geschäftche“ entgangen, verließ er
„diesen Ort und begab sich weiter fort“, wie Busch
von Knopp so schön erzählt. Allen Bauern möge
dieser Vorgang zur Warnung und Lehre dienen, denn schon mit dem
Eintritt in das Haus ist er verraten und verkauft. Leider
muß man immer wieder feststellen, daß es auch noch
Leute gibt, die sich als Schlepper von den Juden gebrauchen
lassen, um damit ihre eigenen Stammes- und Rassegenossen
betrügen zu helfen.
Westdeutscher Beobachter, Freitag, 24.
August 1934
24.10.1934
Aus dem Dürener Land
Jüdisches Geschäftsgebaren
Vlatten, 24. Oktober
Einem hiesigen Einwohner wurden am Freitag
wegen einer geringfügigen Schuld, die er bei einem Juden
hatte, seine Kaninchen, die er sich für den Winterbedarf
gezogen hatte, versteigert und dem Juden als
Höchstbietenden zugeschlagen. Dies ist wieder ein Beispiel
für das rücksichtslose Vorgehen der Juden und beweist
die Richtigkeit unserer vor kurzem gebrachten Warnung vor dem
Geschäftsverkehr mit Juden. Wie wir noch nachträglich
hören, soll der Gepfändete und sein Freund mit dem
Juden nach der Versteigerung eine sehr erregte
Auseinandersetzung gehabt haben, in deren Verlauf der Jude von
den beiden gründlich verprügelt worden sein soll.
Westdeutscher Beobachter, Mittwoch, 24.
Oktober 1934
16.11.1934
Aus den Nachbarkreisen
Der letzte Jude verläßt
Rödingen
konnte dieser Tage der kleine Ort im Kreise
Jülich melden. Rödingen beherbergte einmal eine ganze
Anzahl dieser Gesellschaft, die aber mit der Zeit ihr
Betätigungsfeld mehr und mehr in die Großstadt
verlegte. Dem letzten scheidenden Vertreter des
auserwählten Volkes werden die Rödinger kaum eine
Träne nachweinen.
Westdeutscher Beobachter, Freitag, 16.
November 1934
24.11.1934
Quer durch Düren
Jüdische Schmiergelder
die an den Falschen kamen
Ein junger Mann war einige Zeit im Stalle
eines Bauern, der mit Vorliebe noch mit den Söhnen Israels
Geschäfte zu machen scheint, beschäftigt gewesen. Der
Viehjude gab dem Schweizer des Bauern für jedes Stück
Vieh, das er auf der Weide des Bauern hatte, für
„bevorzugte Behandlung“ ein Trinkgeld von 3 Mark.
Der junge Mann hatte davon gehört, und als er eines Tages
in die Stadt kam und kaum noch ein Hemd am Leibe hatte, ging er
zum Viehjuden hin und holte dort im angeblichen Auftrag des
Schweizers einen Teil von dessen Trinkgeldern ab. Ein zweites
Mal schrieb er selbst eine Bescheinigung auf den Namen des
Schweizers aus, mit der dieser ihn berechtigte, den Rest der
Trinkgelder abzuholen.
Der Angeklagte gab seine Schuld, die er in
übergroßer Not begangen habe, zu und bat um Milde.
Das Gericht billigte ihm mildernde
Umstände zu und stellte das Verfahren aufgrund der
Amnestie ein.
Interessant bei dieser Verhandlung war,
daß sie verriet, wie die Söhne Israels vor wie nach
„schmierige“ Geschäfte betreiben, bei denen
letzten Endes immer der Bauer, der sich noch mit ihnen abgibt,
der Betrogene ist.
Westdeutscher Beobachter, Samstag, 24.
November 1934
20.12.1934
Dürener Gerichtschronik
Schwindler vor Gericht
Jud Schainfeld kam nicht
Der in Düren sattsam bekannte
Schwindler und Betrüger Schainfeld sollte sich in der
gestrigen Sitzung wegen eines weiteren Betrugsfalles
verantworten. Er sowie sein Verteidiger zogen es jedoch vor,
nicht zu erscheinen und das Gericht vergebens warten zu lassen.
Gegen Schainfeld wurde ein Haftbefehl erlassen.
Westdeutscher Beobachter, Donnerstag, 20.
Dezember 1934
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