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1931
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Herr Klüttermann [ab September 1936
Kaplan an St. Josef in Aachen] hat kaum Kontakte zu Juden. Von
Repressionen gegenüber Juden ist ihm vor der
‘Kristallnacht’ nicht viel bekannt geworden. Das
Wissen und die relativ distanzierte Einstellung Juden
gegenüber ist geprägt durch die abweichenden
Gebräuche, Regeln und Riten der beiden Religionen. So
berichtet Klüttermann von dem Befremden der
Mitschüler, als sich ein jüdischer Kommilitone im
Jülicher Gymnasium (Abiturjahrgang 1931) weigert, samstags
einen Schreibstift in die Hand zu nehmen.
„So ein Unsinn“, sagte der
Lehrer. Und das war es für uns auch. Nicht weil wir
Judenhasser waren. Nur wir fanden das nun wirklich etwas
übertrieben.
Interview mit Geschwister
Klüttermann, 17.5.1989, in: Kirschgens, S. 145
10.07.1931
Langerwehe, 10. Juli. In der Remise des
Metzgermeisters Levy brach diese Nacht gegen 12 Uhr ein Feuer
aus, das wegen des herrschenden starken Windes sehr schnell an
Ausdehnung gewann. Das ganze Gebäude wurde ein Raub der
Flammen. Auch das Auto und mehrere Wagen fielen dem Brand zum
Opfer. Nur mit größter Mühe gelang es, das
Wohnhaus zu retten. Personen kamen nicht zu Schaden. Die
Ursache des Feuers konnte bisher noch nicht ermittelt werden.
Wie man hört, ist der Sachschaden durch Versicherung
gedeckt.
Zeitungsbericht unbekannter Provenienz,
Slg. Kaiser
05.10.1931
Nächtlicher Brand
Lüxheim, 4. Okt. Verflossene Nacht
weckte ein hellauflodernder Brand die Bewohner des Oberdorfes.
Das Feuer hatte bereits die mit Heu, Stroh und Holz
gefüllte Scheune der Geschwister Schwarz in Schutt und
Asche gelegt. 15 Hühner kamen in den Flammen um.
Nachbarliche Hilfe rettete das bedrohte Wohnhaus und
schützte die dicht an am Brand liegende Synagoge vor dem
Feuer. Immerhin bietet der Vorfall Grund genug, bei aller
Sparsamkeit in der Gemeindeverwaltung dennoch eine Nachtwache
einzurichten gegen Brandgefahr und Diebe – wenigstens
für die Wintermonate.
Zeitungsbericht unbekannter Provenienz,
Slg. Kaiser
19.10.1931
Feuer in der Wirtelstraße
Die Wehr arbeitete mit Rauchmaske und
Frischluftgerät
N.A. In der Nacht von Samstag auf Sonntag
brach in einem Geschäftshause an der Wirtelstraße
ein Brand aus, der zuerst von einer Polizeistreife bemerkt
wurde, die um 3.50 Uhr die Wehr alarmierte.
Drei Motorgeräte der Wehr fuhren
sofort zur Brandstelle und trafen ein ausgedehntes Schadenfeuer
im Verkaufsraum des Geschäftes an. Das Feuer hatte sich
bereits auf einen großen Teil der Ladeneinrichtung und
Warenvorräte ausgedehnt und drohte auf das ganze
Erdgeschoß überzugreifen. Mit zwei Schlauchleitungen
wurde das Feuer angegriffen. Infolge der großen
Rauchentwicklung mußten die Wehrleute mit Rauchmasken und
Frischluftgerät vorgehen, wodurch es gelang, sehr schnell
in das Brandobjekt einzudringen und die Bekämpfung des
Feuers wirksamer zu gestalten. Durch die außerordentlich
starke Hitze und den sehr geringen Sauerstoffgehalt in dem
brennenden Raume mußten die Wehrleute mit den Rauchmasken
wegen der bestehenden Lebensgefahr später
zurückgezogen werden, sodaß nur noch mit dem
Frischluftgerät weitergearbeitet werden konnte.
Trotzdem gelang es nach etwa
zweistündiger Tätigkeit das Feuer einzudämmen,
um 5.30 Uhr rückte die Wehr ab. Eine Brandwache blieb bis
8.30 Uhr zurück und löschte die noch glimmenden
Brandreste ab. – Ein großer Teil der
Warenvorräte wurde durch das Feuer vernichtet, jedoch ist
durch das Eingreifen der Wehr größerer Schaden
vermieden worden. Die Brandursache ist noch nicht festgestellt.
separate Notiz:
N.A. in der Nacht auf Sonntag brach in dem
Geschäftshause der Firma Fromm an der Wirtelstraße
ein Brand aus, der zuerst von einer Polizeistreife bemerkt
wurde, die um 3.50 Uhr die Wehr alarmierte.
Zeitungsbericht unbekannter Provenienz,
Slg. Kaiser
14.12.1931
Das „Westdeutsche Grenzblatt“
zum „künftigen Schicksal“ der Juden in
Deutschland
[Vorwegschilderung fast aller gegen die
Juden später de facto ergriffenen Maßnahmen,
ausschl. Holocaust]
Westdeutsches Grenzblatt, Jg. 7 Nr. 285 v.
14.12.1931, Auszüge in: Lepper II, S. 1095
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