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1871 - 1880
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1871
01.12.1871
Volkszählung: Ortsanwesende Bevölkerung 12.862 Personen, 11.720  Katholiken, 1.000 Evangelische, 136 Juden
STAD, VW 1872, S. 3-4, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 121
1872
24.05.1872
Einweihung des 1868 begonnenen Synagogenneubaus mit einer nicht der städtischen Verwaltung unterstehenden Elementarschule an der Schützenstraße.
DA 1868 Nr. 22, 99; 1871 Nr. 50; 1872 Nr. 42, 45; STAD, VW 1871, S. 29, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 122

[Gedicht]
Zur Synagogenweihe in Düren am 16/17 Ijar 5632 (Abschrift im Archiv)
Dürener Anzeiger und Unterhaltungsblatt 42/55 v. 25.5.1872
24.-26.05.1872
Nachdem [!] die Zahl der Juden in Düren von 78 im Jahre 1870 auf 161 im Jahre 1875 und sogar auf 252 im Jahre 1882 gestiegen war, errichtete die jüdische Gemeinde eine Synagoge, die bereits 1871 in der Schützenstraße im Bau war und vom 24. bis 26.5.1872 feierlich eröffnet wurde.
Geuenich, Straßennamen, S. 59
24.-26.05.1872
Düren, 8. Oct. (Privatm.) Ein Beispiel seltenen Edelsinnes verdient durch die Vermittelung Ihres vielgelesenen Blattes in weiteren Kreisen Verbreitung zu finden als Sporn zur Nachahmung.
Selten wohl forderte die Nothwendigkeit gebieterischer und unabweisbarer eine Gemeinde zum Baue einer neuen Synagoge auf, selten aber auch hatte eine Gemeinde gegen unüberwindlich scheinende Hindernisse härter zu ringen, um zum endlichen Ziele zu gelangen, als die unserige. Von den vielen Mißgeschicken sei nur das Unglück erwähnt, welches uns nach Fertigstellung der Umfassungsmauern traf, als der vor einigen Jahren durch einen großen Theil Europa’s wüthende Orkan die Front- und eine Seitenmauer in einen Schutthaufen verwandelte, das kurz nachher erfolgende Falliment des Bauunternehmers, welches erst vor Kurzem zum Abschluß gelangte, die Hemmung, welche der letzte Krieg dem endlich der Vollendung nahen Bau entgegenstellte, dazu die beschränkte Leistungsfähigkeit der Gemeinde. Die edelmüthige Bestimmung unserer christlichen Mitbürger, welche theils in Form von Geschenken, theils von Actienzeichnung unsere Sache förderten, sodann eine Verloosung, deren Ertrag durch die Huld Ihrer Majestät unserer Kaiserin, welche zwei Geschenke als Gewinngegenstände übersendete, eine nicht geahnte Höhe erreichte, trugen im Vereine mit der Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder dazu bei, einen in seiner Einfachheit erhabenen, der Stadt zur Zierde gereichenden Tempel zu vollenden, dessen herrliche Fronte und innere Ausstattung wir dem Geschmacke und dem Genie unseres Landsmannes, des bei dem Baue der neuen Kliniken in Bonn thätigen Baumeisters Herrn Roland Brauweiler verdanken. – Die in diesem Frühjahre von dem würdigen und beredten Rabbiner Herrn Dr. Wolfssohn aus Aachen vollzogene Einweihung gestaltete sich durch die Mitwirkung des bewährten aachener Synagogenchors, welcher bei ausgezeichneten Stimmmitteln unter der Leitung seines unermüdlichen Dirigenten, Herrn Dr. R. Marx, es zu wahrer Meisterschaft künstlerischer Leistung gebracht hat, zu einem nicht nur für die Angehörigen der Gemeinde, sondern auch für die zum Theil durch die Genüsse der cölner Gesellschaftsconcerte und der rheinischen Musikfeste verwöhnten Gäste zu einer unvergeßlichen Feier: so sehr fühlten sich Alle durch die ergreifende Wirkung der Choräle der Alltäglichkeit entrückt und zur Andacht erhoben.
Doch was frommt ein schönes neues Gotteshaus, eine noch so erhebende Einweihungsfeier, wenn, wie Dies leider meist der Fall ist, bei dem ohne Wirkung auf das Gemüth der heutigen Generation ganz und gar in der alten Form celebrirten Gottesdienste der Eindruck einer Feier nur zu bald sich mehr und mehr schwächt und die alte Unordnung Platz greift? Dann ist der Contrast eines schönen Gotteshauses mit dem unschönen Gottesdienste um so greller.
Was nun unsere Gemeinde betrifft, so zeigte sich die, die Gemüther tief rührende Wirkung der bei der Einweihung unter Begleitung des Harmoniums von dem gemischten Chore vorgetragenen hebräischen Gebete und deutschen Psalmen als eine so nachhaltige, daß Verbesserungen des Gottesdienstes von einer Seite herbeigewünscht wurden, von welcher es am Wenigsten zu erwarten war. Eher als man es zu hoffen wagte, erfüllte sich der in einem Trinkspruche ausgesprochene Wunsch, daß an Stelle der nur für die Einweihungsfeier hergerichteten Chortribüne einst eine definitive erstehen möge. Ein von seltenem Charakteradel beseelter Mann, der schon erwähnte Dirigent des Synagogenchores zu Aachen, Herr D. R. Marx, erbot sich, unserer Gemeinde unter der Bedingung, daß dieselbe die Bildung eines Chores beschließe, ein Harmonium zum Geschenke zu machen, und mit freudigem Danke gingen Vorstand und Repräsentanten diese Bedingung ein. Alsbald bildete sich ein jetzt aus 27 Damen und Herren bestehender Chor und übte fleißig die Gesänge ein, durch welche fernerhin der Gottesdienst eine würdigere Gestalt annehmen sollte. Vor etwa einem Monat langte dann aus der Fabrik zu Stuttgart das wahrhaft fürstliche Geschenk eines neuen Harmoniums von mächtiger Tonfülle an, und nachdem an dem hohen Neujahrsfeste zum ersten Male seine Harmonien sich mit den Gesängen des jungen Chores vereinten, finden wir, mirabile dictu, da wo sich am meisten Abneigung hätte befürchten lassen, Theilnahme, ja Begeisterung.
Um die Hochherzigkeit des Gebers recht zu würdigen, muß hervorgehoben werden, daß Herr Marx keineswegs in irgendwelcher Beziehung zur hiesigen Gemeinde oder zu Mitgliedern derselben steht; er kannte vor der Synagogeneinweihung kaum Einen derselben. Seine That erfließt nur dem edlen Streben, das Judenthum in seinen Bekennern und in der Achtung der außer ihm Stehenden zu heben.
Möge der Allmächtige ihn und sein Haus segnen!
Allgemeine Zeitung des Judenthums, Jg. 36, 1872, Nr. 43 v. 22.10.1872, S. 851-852
05.10.1872
[Veröffentlichung der neuen Feuerlösch-Ordnung, im Anhang:]
A. Schutzmannschaft
 54. Levy, Leopold, Kfm.
 82. Ullmann, Jacob, Händler
108. Ullmann, Sußmann, Händler
147. Falk, Jakob, Metzger
B. Rettungs-Kompagnie
 22. Bendix, Alexander, Kfm.
Zeitungsbericht, s. Unterlagen FF Düren
1875
01.12.1875
Volkszählung: Die Stadt hat 14.516 (14.488) Einwohner, 13.270 Katholiken, 1057 Evangelische, 161 Juden [eine unwahrscheinliche Angabe, s. 1870: 78 Juden]
Geuenich, Straßennamen, S. 225; STAD, VW 1875, S. 1, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 126
1877
Nathan Ulmer gründete 1863 in Neuss die erste Kunstwollfabrik; sie wurde später von Felix Michels und Benny Bellerstein übernommen und schließlich 1917 an die christliche Konkurrenz (Gebr. Lonnes) verkauft.
Briefkopf der Kunstwollfabrik Ulmer (Nr. 93), in: Neusser Juden. Spuren ihrer Geschichte, Ausstellungskatalog des Stadtarchivs Neuss im Clemens-Sels-Museum 1. Juni bis 18. September 1988, o.O., o.J., S. 42
1877/78
5. Die Schüler (1864-1928)
A. Ehemalige Schüler, die an der Schule ein Abschlußzeugnis erwarben, und Abiturienten
[…] Ullmann Jakob, Düren […]
Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 156
1878/79
5. Die Schüler (1864-1928)
A. Ehemalige Schüler, die an der Schule ein Abschlußzeugnis erwarben, und Abiturienten
[…] Kaufmann Herm., Langerwehe […]
Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 156
1879
28.02.1879
28. Februar 1879
„Bekanntmachung“, betr. die teilweise Aufhebung des § 71 des „Gesetzes über die Verhältnisse der Juden“ vom 23. Juli 1847
Der Minister des Innern hat sich in einem Erlaß vom 10. Januar d.Js. den Ausführungen des Ober-Tribunals in dem Erkenntnisse vom 24. Mai v.Js., wonach der § 71 des Gesetzes über die Verhältnisse der Juden vom 23. Juli 1847, insoweit derselbe zur Annahme ausländischer Juden als Gewerksgehülfen, Gesellen oder Lehrlinge eine besondere Genhmigung erfordert, in Folge des § 41 der Reichs-Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni 1869 für aufgehoben zu erachten ist, angeschlossen.
Demgemäß sei an dem Erfordernisse einer besonderen Genehmigung zur Annahme ausländischer Juden für die oben bezeichneten Berufsarten im diesseitigen Staatsgebiete fernerhin nicht mehr festzuhalten.
Dagegen müsse es bezüglich der Annahme ausländischer Juden als Rabbiner oder Synagogenbeamte, oder als Dienstboten bei der Vorschrift des § 71 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 bis auf Weiteres bewenden.
Deutscher Reichs- und Königlich Preußischer Staats-Anzeiger v. 28.2.1879, in: Lepper II, S. 935
1879/1880
5. Die Schüler (1864-1928)
A. Ehemalige Schüler, die an der Schule ein Abschlußzeugnis erwarben, und Abiturienten
[…] Mayer Josef, Gürzenich […]
Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 157
1880
01.12.1880
Volkszählung: Die Stadt hat 15.741 Einwohner, 17.368 ortsanwesende, davon 17.151 ortsangehörige Personen, 15.674 Katholiken, 1.408 Evangelische, 252 Juden […].
Anm. v. Geuenich: „17151 - 15741: Die Differenz besteht in der Zahl der hier vorübergehend anwesenden Geisteskranken in der Rhein. Irrenanstalt und der Arbeiter der Flachsspinnerei“ (Verw.-Ber. 1881/82)
Geuenich, Straßennamen, S. 225

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