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1500 - 1799
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1500
Erwähnung der
„Juedenschole“ (Synagoge), wohl identisch mit dem
1634 als solche bezeugten, aber nicht mehr benutzten Haus auf
der Südseite der Kölnstraße, und des
„Juedenkirchhoff“ (Begräbnisplatz) an der
Arnoldsweiler Straße.
Schoop, Quellen, S. 409, 413, 423;
Stadtplan von 1634, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 36
1500
Im Jahre 1500 lebten Juden wahrscheinlich
lediglich in vier Orten des Rheinlandes: in Büderich,
Essen, Holten und Wassenberg. Bei den neun Orten Brühl,
Deutz, Kalkar, Mönchen-Gladbach, Mülheim, Rees,
Wesel, Wesseling und Xanten ist Anwesenheit von Juden nicht
ausgeschlossen.
Ob diese drei Stichdaten 1400, 1450 [siehe
jeweils dort] und 1500 die Veränderungen im einzelnen
hinreichend wiedergeben, sei dahingestellt. Die Grundtendenz
ist jedoch klar. Die Zahl der Orte, in denen mit einiger
Sicherheit Juden lebten, ging im Raum des heutigen
Nordrhein-Westfalen im 15. Jahrhundert von 21 auf 8
zurück. In Wirklichkeit lagen die Verluste jedoch
erheblich höher; die Zahl der Juden ging zwischen 1400 und
1500 vermutlich auf ein Viertel oder ein Fünftel
zurück. […]
Ob im Jahr 1500 im Raum des heutigen
Nordrhein-Westfalen auch nur eine Judenschaft den Minjan, die
Mindestzahl von zehn religionsmündigen Männern zum
Gottesdienst, aufbrachte, ist ungewiß.
Zimmermann (Hg.), Geschichte der Juden in
Rheinland und Westfalen, S. 74
1514
[Für die Kölner Kirchenprovinz
wurde im Jahre 1452 festgelegt, dass die Männer einen
gelben Ring auf der Vorderseite ihrer Überkleidung zu
tragen hätten und Frauen zwei blaue Streifen an ihrer
Kopfbedeckung.] Herzog Johann von Jülich ordnete 1514
für Juden das Tragen eines „gelben Ringes“ an.
Nach unbestätigter Überlieferung soll diese Anordnung
jedoch schon 1515 nach einer Audienz des Joselmann von Rosheim
bei Kaiser Maximilian wieder aufgehoben worden sein.
Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-1
1546
Die Dürener Juden treten sonst in den
Akten nicht hervor, gelegentlich wird ein Jude unter den
Akzispächtern genannt, so in der Rechnung von 1546 der
Jude Jan.
Schoop, August: Rechts- und
Wirtschaftsgeschichte der Stadt Düren bis zum Jahre 1794,
S. 181
1695
Ein Beispiel für die Bedeutung der
Tradition sind die Memorbücher der
rheinisch-westfälischen Gemeinden, die seit dem 17.
Jahrhundert zum Gedenken an verstorbene Gemeindemitglieder und
jüdische Märtyrer aus früheren Zeiten angelegt
wurden. Ihr liturgischer Teil, der auch Gebete enthielt, wurde
in Gottesdiensten am Sabbat rezitiert. Außerdem wurden
dort gelegentlich historische Nachrichten eingetragen. Die
Existenz von Memorbüchern ist aus vielen Gemeinden belegt,
beispielsweise seit 1650 in Rheinbach bei Bonn, seit 1661 in
Kleve, seit 1677 in Bergheim/Erft, seit 1678 in Emmerich, seit
1695 in Düren und seit 1776 in Xanten.
Zimmermann (Hg.), Geschichte der Juden in
Rheinland und Westfalen, S. 126
1799
Juden in Düren im Jahre 1799 (An VII)
39 jüdische Personen
(einschließlich 10 Kindern unter 12 Jahren) eindeutig
identifiziert:
Haus Nr. Namen der Einwohner Alter
Stand/Beruf Zuwanderungsjahr Viehbestand
81 (Pletzergasse) Levi, Josef 46
Händler Jahr VI 1 Geiß
4 Kinder unter 12 Jahren
Liber, Hendel 43 Ehefrau Jahr VI
Levi, Sarah 14 Tochter Jahr VI
Levi, Genta 13 Tochter Jahr VI
261 (Hühnermarkt) Cahn, Herz 62
Hausierer Geburt
Samuel, Petronella 53 Ehefrau 1763
Herz, Gabriel 30 Sohn Geburt
Herz, Johanna 25 Tochter Geburt
Herz, Sarah 18 Tochter Geburt
Herz, Esther 15 Tochter Geburt
Herz, Godschalck 14 Sohn Geburt
332 (Auf dem alten Teich) David, Isaak 26
Kaufmann 1797
446 (Schellengasse) Hartog, Andreas 28
Metzger Jahr VI
Hertz, Rebecca 30 Ehefrau Geburt
468 (Viehmarkt) Warrendorf, Bernhard 50
Einzelhändler Jahr V 1 Geiß
5 Kinder unter 12 Jahren
Sousmann, Gudula 36 Ehefrau Jahr V
Warrendorf, Martha 16 Tochter Jahr V
Warrendorf, Lub 14 Sohn Jahr V
486 (Viehmarkt) Matheis, David 50
Particulier 1783
1 Kind unter 12 Jahren
Falck, Sophia 50 Ehefrau Geburt
511 (Markt) Heumans, [Genta] (Witwe) 83
Particulière Geburt
Heuman, Gabriel 32 Hausierer Geburt
Juld, Johanna 37 Ehefrau 1786
Wolff, Noe 35 Cousin 1777
537 (Wirtelstraße) Falck, Mendel 30
Metzger Geburt 1 Geiß
Levi Meyer Rosa 26 Ehefrau Jahr V
Falck, Johanna 83 Particulière
Geburt
Zusammenstellung von Kurt Baltus aus:
WENDELS, Claudia: Die Bevölkerungs- und Sozialstruktur der
Stadt Düren im Jahre 1799. Wiedergabe und Auswertung einer
Bevölkerungsliste aus französischer Zeit (=
Veröffentlichungen des Dürener Geschichtsvereins Bd.
24), Düren 2004
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