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Von den Anfängen bis 1399
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828
Reichlicher fließen die Quellen erst
für die Karolingerzeit. […] Um 828 werden Juden in
Jülich erwähnt […].
Monumenta Judaica, Handbuch, S. 202
13. Jhdt.
Der älteste bekannte Jude im Kreis
Düren dürfte Moses von Nideggen sein. Erwähnt
wird er nur beiläufig bei einem in den Kölner
Schreinsurkunden verzeichneten Grundstücksgeschäft.
In den dortigen, zeitlich zwischen 1200 und 1235 einzuordnenden
Protokollierungen ist von der Übertragung eines Anteils an
einem großen Haus durch die Jüdin Bele, Tochter des
Moses von Nideggen, nach dem Tode ihres Mannes die Rede. Da
Bele bei diesem Ereignis bereits Witwe war, dürfte sie um
1180 geboren sein. Ihr Vater (Moses) wäre demnach zwischen
1130 und 1150 geboren und 1177, dem Jahr des Baubeginns der
Burg Nideggen, bereits ein erwachsener Mann gewesen. Es ist nun
davon auszugehen, daß zur Durchführung dieses
Bauvorhabens das dazu erforderliche Kapital überregional
zusammengetragen wurde. Vielleicht war Moses derjenige, der die
dazu notwendigen Verbindungen geknüpft hat, denn die Juden
waren zu diesem Zeitpunkt nun mal die Geldbeschaffer.
Hinweis von Franz-Josef Brandenburg, in:
Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
Im Zusammenhang mit dem Ausbau des
Judenregals traten auch die von den Juden entrichteten Steuern
ins Blickfeld. […] Die Judenschaft des Niederrheins war
schwächer, die von Kaiserswerth zahlte 20 Mark, die von
Duisburg und Aachen je 15 Mark, die von Düren 10.
Monumenta Judaica, Handbuch, S. 209 f.
In der 2. Hälfte des 13. Jhdts. lebt
zeitweise der Rabbiner Isaak ben Meir (um 1230-1315) in
Düren, dessen Hauptwerk, das Ritualbuch
„Scha’are Dura“, große Verbreitung
fand.
Avneri, Germania Judaica II 1, S. 179, in:
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 28
1226
Graf Wilhelm IV. von Jülich ist schon
sehr früh in den Besitz des Judenregals gekommen. Es wurde
ihm im Jahre 1226 von König Heinrich VII. verliehen.
Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-1
1237
Ein Jahrhundert später (1237) wird in
Köln Anselm von Düren genannt.
Schulte, Dokumentation, S. 39, in:
Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
1241/1242
Steuerverzeichnis für die Reichsorte:
Von den 40 Mark Silbers, die Düren zu zahlen hat, gehen 20
an den Kaiser, 20 werden für die Stadtbefestigung
verwandt. Die Dürener Juden, die hier erstmals
erwähnt werden, zahlen 10 Mark Silbers.
UB Düren I1, Nr. 32, in:
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 26
1271
Für das Jahr 1271 sind für den
bearbeiteten Bereich drei jüdische Geldverleiher
überliefert. Nach der erwähnten Vereinbarung nimmt
der Kölner Erzbischof Engelbert bei den Juden Livermann
von Düren, Joselin von Rudinc (Rödingen) und David
von Zülpich ein Darlehen in Höhe von 400 Mark auf.
Jahresbericht der Bürgermeisterei
Rödingen (1923), in: Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S.
I-2
1287
Eine Notiz im „Nürnberger
Memorbuch“ besagt, daß nach dem den Juden
zugeschriebenen Mordanschlag auf den Knaben Werner von
Bacharach im Jahre 1287 im ganzen rheinischen Raum das Volk
gegen die Juden aufgebracht wurde und unter anderem in den
Dörfern Aldenhoven und Rödingen die Juden ermordet
wurden.
Bers, Jülich; Kuhl, Gymnasium, Bd. 1,
S. 291, in: Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
1289
Im Jahre 1289 ist in Köln der Jude
Simon von Jülich tätig.
Bers, Jülich, S. 107, in:
Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
14. Jhdt.
Als die bedeutendsten Werke, die seit dem
14. Jahrhundert im Rheinland entstanden sind, müssen die
folgenden genannt werden: […] „Scha’are
Dura“ („Die Pforte Dürens“, auch
„Issur Wehetter“, „Verbotenes und
Erlaubtes“, genannt), von Isaak ben Me’ir aus
Düren (14. Jahrhundert): Schächt- und Speisegesetze;
Monumenta Judaica, Handbuch, S. 687
1334
Im Jahre 1334 siegelt der Jude Saul aus
Aldenhoven einen Kaufvertrag.
Quix, Christian, Urkundensammlung
Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Urkunde Nr. 3, in:
Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
um 1348
Die jüdische Gemeinde wird
während der Verfolgungen nach dem Vordringen der Pest
vernichtet.
Avneri, Germania Judaica II 1, S. 179, in:
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 30
1349
Die Pestepidemie von 1349 war Anlaß
für ein Pogrom, bei dem man die Juden der
Brunnenvergiftung bezichtigte. Demzufolge mußte die
jüdische Bevölkerung in Aldenhoven, Birgel,
Düren, Heimbach, Linnich und Rödingen wiederum
zugleich mit 44 Gemeinden der alten Erzdiözese Köln
ihren Blutzoll zahlen, nachdem anderswo schon zahlreiche
Judengemeinden aus diesem Grunde vernichtet waren.
Brisch, Cöln, S. 134, in:
Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
1350
Für die Jahre bis 1350 sind im
Rheinland elf jüdische Gemeinden nachgewiesen: Aachen,
Bonn, Duisburg, Düren, Jülich, Kempen, Köln,
Mönchen-Gladbach, Neuss, Siegburg und Zülpich; in
Brühl und Essen existierten wahrscheinlich weitere
Gemeinden. Nach 1350 lassen sich mit Sicherheit nur noch vier
Gemeinden – in Bonn, Deutz, Siegburg und Köln
– registrieren; wahrscheinlich gab es auch in Düren
eine Gemeinde.
Zimmermann (Hg.), Geschichte der Juden in
Rheinland und Westfalen, S. 69
1389
26.05.1389
Der Herzog von Jülich verbietet auf
Grund einer Beschwerde, die jüdische Gemeinde zu
Düren weiter zu behelligen.
UB Düren I1, Nr. 178, in:
Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 31
Für das Jahr 1389 ist der Aufenthalt
der Jüdin Bele aus Linnich in Köln bezeugt.
Schulte, Linnich, S. 219, in:
Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
1394
26.12.1394
Am 26. Dezember 1394 erhält Jacob
Goitschalks soen van Nuysse von Herzog WILHELM III. den Frei-
oder Geleitbrief, der ihm das Recht gab, sich in Linnich als
Geldverleiher mit Familie und Gesinde niederzulassen.
Schulte, Linnich, S. 219, in:
Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-3
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