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Synagoge (Forts.)
1500
Erwähnung der „Juedenschole“ (Synagoge), wohl identisch mit dem 1634 als solche bezeugten, aber nicht mehr benutzten Haus auf der Südseite der Kölnstraße, und des „Juedenkirchhoff“ (Begräbnisplatz) an der Arnoldsweiler Straße.
Schoop, Quellen, S. 409, 413, 423; Stadtplan von 1634, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 36
1826
Der Kreis war politisch in 27 Bürgermeistereien, kirchlich in 3 Dekanate mit 49 Pfarreien und 40 Kapellen eingeteilt; außerdem gab es 1 evangelische Superintendentur mit 2 Mutterkirchen und 6 Synagogen.
Bei der endgültigen Übernahme der Rheinlande durch die preußischen Verwaltungsbehörden zählte der Kreis Düren 37186 Einwohner, welche Zahl in den ersten zehn Jahren der preußischen Herrschaft auf 44276 stieg. Unter diesen waren 43239 Katholiken, 559 Evangelische, 1 Mennonit und 477 Juden.
Heimatblätter, Beilage zur Dürener Zeitung, 3. Jahrgang 1926, Nr. 18 v. 18. Juni 1926, S. 139/140    
1828
Eine Synagoge besteht an unbekannter Stelle.
Rheinischer Städteatlas, Düren, S. 12, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 84
1835
Die jüdische Schule
In den Uralten Weisthümern lesen wir, daß „eine Juddenscholen uf dem Vehmarkt“ war; ob dieses nun die Synagoge, ihr Bethaus oder eine gesonderte Schule gewesen, läßt sich nicht ermitteln. Im 17. Jahrhundert befand sich die jüdische Schule und Kirche in der Kölnstraße in dem Hause, früher mit No. 24 bezeichnet, welches der Herr Bürgermeister Dr. Günther mit seinem Hause durch einen Neubau verbunden hat. Im Jahre 1727 war Abraham Levy Lehrer der Judenschule welcher, weil er katholisch ward, in demselben Jahre abdankte. Gegenwärtig haben die Juden hier keine eigene öffentliche Schule, und besuchen deren Kinder die städtischen Elementarschulen, wofern die Eltern es nicht vorziehen, sie selbst zu unterrichten.
Bonn, Rumpel, Fischbach, Materialien zur Geschichte Dürens und seiner Umgebung, Düren 1835
1837
In einem Bericht des damaligen Landrats von Egidy, veröffentlicht im „Stadt Dürener Anzeige- und Unterhaltungsblatt“, heißt es:
Düren, 15. Mai 1838
Die Bevölkerung [des Kreises] zerfällt in 47056 Katholiken, 787 Evangelische[n], 535 Juden, 1 Menonit [im Jahre 1837]. […] Der Kreis zählt […] 7 jüd. Betstuben
Heimatblätter. Beilage zur Dürener Zeitung, 13. Jahrgang, Nummer 11, Donnerstag, 28. Mai 1936
1841
Düren […] hat […] 2 katholische Pfarr- und 3 Klosterkirchen, […] 2 evangelische Kirchen und 1 Synagoge.
Malerische Beschreibung der Eisenbahn zwischen Köln und Aachen und der von ihr durchschnittenen Gegend […], Köln 1841, S. 36
1844
01.08.1844
Nach einem mißlungenen Attentat auf König Friedrich Wilhelm IV. Dankgottesdienste in den Kirchen und der Synagoge und Glückwunschadressen der Bürgerschaft an den König.
DA 1844 Aug. 7, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 93
1847
23.07.1847
Nach dem Gesetz vom 23. Juli 1847, durch welches die Napoleonischen Dekrete von 1808 und 1810 abgelöst wurden, wurden im Regierungsbezirk [Aachen] die Juden in fünf Synagogengemeinden eingeteilt: Aachen, Düren, Jülich, Geilenkirchen-Heinsberg-Erkelenz und Gemünd, die die Landkreise Schleiden und Malmedy umfaßte und seit 1869 die Bezeichnung Synagogengemeinde Schleiden-Malmedy führte.
Weber, Hans: Die jüdische Bevölkerung im Regierungsbezirk Aachen, in: 150 Jahre Regierung und Regierungsbezirk Aachen. Beiträge zu ihrer Geschichte, Aachen 1967, S. 128
1872
24.05.1872
Einweihung des 1868 begonnenen Synagogenneubaus mit einer nicht der städtischen Verwaltung unterstehenden Elementarschule an der Schützenstraße.
DA 1868 Nr. 22, 99; 1871 Nr. 50; 1872 Nr. 42, 45; STAD, VW 1871, S. 29, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 122

[Gedicht]
Zur Synagogenweihe in Düren am 16/17 Ijar 5632 (Abschrift im Archiv)
Dürener Anzeiger und Unterhaltungsblatt 42/55 v. 25.5.1872
24.-26.05.1872
Nachdem [!] die Zahl der Juden in Düren von 78 im Jahre 1870 auf 161 im Jahre 1875 und sogar auf 252 im Jahre 1882 gestiegen war, errichtete die jüdische Gemeinde eine Synagoge, die bereits 1871 in der Schützenstraße im Bau war und vom 24. bis 26.5.1872 feierlich eröffnet wurde.
Geuenich, Straßennamen, S. 59
24.-26.05.1872
Düren, 8. Oct. (Privatm.) Ein Beispiel seltenen Edelsinnes verdient durch die Vermittelung Ihres vielgelesenen Blattes in weiteren Kreisen Verbreitung zu finden als Sporn zur Nachahmung.
Selten wohl forderte die Nothwendigkeit gebieterischer und unabweisbarer eine Gemeinde zum Baue einer neuen Synagoge auf, selten aber auch hatte eine Gemeinde gegen unüberwindlich scheinende Hindernisse härter zu ringen, um zum endlichen Ziele zu gelangen, als die unserige. Von den vielen Mißgeschicken sei nur das Unglück erwähnt, welches uns nach Fertigstellung der Umfassungsmauern traf, als der vor einigen Jahren durch einen großen Theil Europa’s wüthende Orkan die Front- und eine Seitenmauer in einen Schutthaufen verwandelte, das kurz nachher erfolgende Falliment des Bauunternehmers, welches erst vor Kurzem zum Abschluß gelangte, die Hemmung, welche der letzte Krieg dem endlich der Vollendung nahen Bau entgegenstellte, dazu die beschränkte Leistungsfähigkeit der Gemeinde. Die edelmüthige Bestimmung unserer christlichen Mitbürger, welche theils in Form von Geschenken, theils von Actienzeichnung unsere Sache förderten, sodann eine Verloosung, deren Ertrag durch die Huld Ihrer Majestät unserer Kaiserin, welche zwei Geschenke als Gewinngegenstände übersendete, eine nicht geahnte Höhe erreichte, trugen im Vereine mit der Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder dazu bei, einen in seiner Einfachheit erhabenen, der Stadt zur Zierde gereichenden Tempel zu vollenden, dessen herrliche Fronte und innere Ausstattung wir dem Geschmacke und dem Genie unseres Landsmannes, des bei dem Baue der neuen Kliniken in Bonn thätigen Baumeisters Herrn Roland Brauweiler verdanken. – Die in diesem Frühjahre von dem würdigen und beredten Rabbiner Herrn Dr. Wolfssohn aus Aachen vollzogene Einweihung gestaltete sich durch die Mitwirkung des bewährten aachener Synagogenchors, welcher bei ausgezeichneten Stimmmitteln unter der Leitung seines unermüdlichen Dirigenten, Herrn Dr. R. Marx, es zu wahrer Meisterschaft künstlerischer Leistung gebracht hat, zu einem nicht nur für die Angehörigen der Gemeinde, sondern auch für die zum Theil durch die Genüsse der cölner Gesellschaftsconcerte und der rheinischen Musikfeste verwöhnten Gäste zu einer unvergeßlichen Feier: so sehr fühlten sich Alle durch die ergreifende Wirkung der Choräle der Alltäglichkeit entrückt und zur Andacht erhoben.
Doch was frommt ein schönes neues Gotteshaus, eine noch so erhebende Einweihungsfeier, wenn, wie Dies leider meist der Fall ist, bei dem ohne Wirkung auf das Gemüth der heutigen Generation ganz und gar in der alten Form celebrirten Gottesdienste der Eindruck einer Feier nur zu bald sich mehr und mehr schwächt und die alte Unordnung Platz greift? Dann ist der Contrast eines schönen Gotteshauses mit dem unschönen Gottesdienste um so greller.
Was nun unsere Gemeinde betrifft, so zeigte sich die, die Gemüther tief rührende Wirkung der bei der Einweihung unter Begleitung des Harmoniums von dem gemischten Chore vorgetragenen hebräischen Gebete und deutschen Psalmen als eine so nachhaltige, daß Verbesserungen des Gottesdienstes von einer Seite herbeigewünscht wurden, von welcher es am Wenigsten zu erwarten war. Eher als man es zu hoffen wagte, erfüllte sich der in einem Trinkspruche ausgesprochene Wunsch, daß an Stelle der nur für die Einweihungsfeier hergerichteten Chortribüne einst eine definitive erstehen möge. Ein von seltenem Charakteradel beseelter Mann, der schon erwähnte Dirigent des Synagogenchores zu Aachen, Herr D. R. Marx, erbot sich, unserer Gemeinde unter der Bedingung, daß dieselbe die Bildung eines Chores beschließe, ein Harmonium zum Geschenke zu machen, und mit freudigem Danke gingen Vorstand und Repräsentanten diese Bedingung ein. Alsbald bildete sich ein jetzt aus 27 Damen und Herren bestehender Chor und übte fleißig die Gesänge ein, durch welche fernerhin der Gottesdienst eine würdigere Gestalt annehmen sollte. Vor etwa einem Monat langte dann aus der Fabrik zu Stuttgart das wahrhaft fürstliche Geschenk eines neuen Harmoniums von mächtiger Tonfülle an, und nachdem an dem hohen Neujahrsfeste zum ersten Male seine Harmonien sich mit den Gesängen des jungen Chores vereinten, finden wir, mirabile dictu, da wo sich am meisten Abneigung hätte befürchten lassen, Theilnahme, ja Begeisterung.
Um die Hochherzigkeit des Gebers recht zu würdigen, muß hervorgehoben werden, daß Herr Marx keineswegs in irgendwelcher Beziehung zur hiesigen Gemeinde oder zu Mitgliedern derselben steht; er kannte vor der Synagogeneinweihung kaum Einen derselben. Seine That erfließt nur dem edlen Streben, das Judenthum in seinen Bekennern und in der Achtung der außer ihm Stehenden zu heben.
Möge der Allmächtige ihn und sein Haus segnen!
Allgemeine Zeitung des Judenthums, Jg. 36, 1872, Nr. 43 v. 22.10.1872, S. 851-852
1897
Pfingsten
O. Düren, 18. Juni. Die hiesige Synagogengemeinde feierte an den vergangenen Pfingsttagen das fünfundzwanzigjährige Bestehen der Synagoge. Verbunden hiermit wurde die Feier der Konfirmation und die Einweihung einer neuen Thora (Gesetzesrollen). Zu dem Feste, an welchem die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden sowie viele Angehörige der christlichen Gemeinden theilnahmen, hatten sich die Freunde und Verwandten der israelitischen Familien in großer Zahl eingefunden. – […]
Allgemeine Zeitung des Judenthums, Jg. 61, 1897, Nr. 26 v. 25.06.1897, S. 2-3
1914-1918
[mögliche] Jüdische Gefallene aus der Stadt Düren
Meyer, Gustav, Port.-Fähnrich 19. 9. 1914
Bender, Karl  20.12. 1914
Isacson, Siegfried, Kaufmann 4. 5. 1915
Schweitzer, Norbert, Kaufmann 29. 5. 1915
Schweitzer, Salomon, Kaufmann 25. 9. 1915
Daniels, Fritz, stud. phil. 11.10. 1915
Cohnen, Viktor Friedrich Wilh., Fabrikarbeiter  14. 1. 1916
Herrmann, Oskar, Konditorgeh. 31. 7. 1916
Mayer, Leopold Leser, Gesch.-Geh.  7. 9. 1916
Leiser, Richard 14. 9. 1916
Heumann, Salomon, Schlosser  1. 4. 1917
Meyer, Franz Ant. Nik., Friseur 16. 5. 1917
Berg, Matth. Jos. Maria, Kaufmann 31. 7. 1917
Mayer, Johann, Seiler 29. 5. 1918
Schwarz, Josef, Kraftwagenführ. 28. 6. 1918
Berg, Benno, Kaufmann  3. 8. 1918
Meyer, Joh. Karl, Handl.-Geh.  6.10. 1918

Laut Gedenktafel an der Synagoge gab es insgesamt 10 „Heldensöhne“ aus der hiesigen Synagogengemeinde.
Verwaltungsbericht der Stadt Düren 1921-1925, Düren 1926; Müller, Regina

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