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Deportation (Forts.)
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08.11.1941
„Zweite Deportationswelle“:
Beginn der Transporte nach Minsk [Weißrussland, 7
Züge] im „Generalkommissariat
Weißruthenien“ des „Reichskommissariats
Ostland“, Kowno [Litauen, 5 Züge; deutsch: Kauen;
litauisch: Kaunas] und Riga [Lettland, 20 Züge], mit denen
bis zum 06.02.1942 ca. 37.000 „Reichsjuden“
deportiert werden. Abgangsbahnhöfe sind: Hamburg,
Düsseldorf, Frankfurt/M., Berlin, Brünn, Bremen,
Wien, München, Breslau, Nürnberg, Stuttgart,
Köln, Kassel, Münster/Osnabrück/Bielefeld,
Hannover, Theresienstadt, Leipzig/Dresden,
Gelsenkirchen/Dortmund.
Gottwaldt / Schulle, Judendeportationen,
S. 84ff.
Die Deportationen nach Riga im Winter
1941/42 erfolgten in zwei Zeitabschnitten, die lediglich durch
die für die Urlauberzüge der Wehrmacht während
der Weihnachtszeit 1941 eingelegte allgemeine Reisesperre
zeitlich getrennt waren. Am 10. Dezember 1941 traf der erste
für das Riager Ghetto bestimmte Zug aus Köln ein. Ihm
folgten im Abstand von zwei oder drei Tagen vier weitere: Am
12. Dezember 1941 der Deportationszug aus Kassel, am 13.
Dezember 1941 der Zug aus Düsseldorf, am 16. Dezember 1941
der Zug aus Münster, Osnabrück und Bielefeld sowie am
18. Dezember 1941 der Zug aus Hannover. Die Ankunftsdaten
konnten sich in den Erinnerungen der Überlebenden um einen
Tag verschieben, da manche Züge, nicht nur der aus
Düsseldorf, in der Nacht eintrafen und die Menschen in den
ungeheizten Wagen bis zum nächsten Morgen ausharren
mussten. Soweit bekannt, gelangten 5073 Menschen im Dezember
1941 nach dem Ghetto von Riga.
Gottwaldt / Schulle, Judendeportationen,
S. 117
Dieser Transport war ursprünglich
für den 8. Dezember 1941 mit dem Zielort
„Minsk“ geplant, wurde aber verschoben. Die
Teilnehmer des dritten Kölner Transports – bis auf
drei Personen ausschließlich Einwohner der Stadt
Köln – hatten sich am Vortag der Deportation in den
Messehallen am Rheinufer einzufinden, bevor sie vom Bahnhof
Deutz-Tief ihre Fahrt nach dem „Osten“ antraten.
Sie waren die ersten deutschen Juden, die nach den Massakern an
den mehr als 25.000 lettischen Juden direkt ins Ghetto von Riga
gelangten. Deshalb übernahmen viele Kölner wichtige
Funktionen in der „Ghettoverwaltung“. Am dritten
Tag nach der Ankunft wurden die männlichen Jugendlichen
bereits nach Salaspils gebracht. Das Durchschnittsalter der
Teilnehmer betrug 40 Jahre, darunter befanden sich 64 Kinder
bis zum zehnten Lebensjahr. Aus dem gesamten Transport sind 87
Überlebende bekannt.
Gottwaldt / Schulle, Judendeportationen,
S. 126
In diesem Transport befanden sich aus den
Kreisen Düren und Jülich u.a.:
Adler, Hilde geb. Weil *1921 Embken
Cahn, Elfriede *1934 Koslar
Cahn, Gustav *1905 Niederzissen
Cahn, Hannelore *1926 Köln
Cahn, Henriette *1933 Koslar
Cahn, Regina geb. Levy *1893 Ochtendung
Cahn, Rosa geb. Lehmann *1895 Koslar
Cahn, Siegfried *1935 Koslar
Cahn, Simon *1888 Pier
Fromm, Hans *1923 Köln
Fromm, Heinrich Kurt *1928 Köln
Fromm, Lotte geb. Frenkel *1903 Köln
Fromm, Sally *1893 Birkesdorf
Glupschinsky, Gertrud Elisabeth geb. Meisen
*1897 Jülich
Glupschinsky, Hildegard *1931
Köln-Lindenthal
Joseph, Amalie geb. Mendel *1880 Boslar
Joseph, Herbert *1919 Köln
Kahn, Hugo *1894 Embken
Kahn, Lydia geb. Sternberg *1902 Koblenz
Kamp, Henriette geb. Marx *1891 Nettesheim
Kamp, Josef (Ernst) *1924 Berg v. Nideggen
Kamp, Leopold *1890 Berg
Kamp, Walter (Michel) *1922 Berg v.
Nideggen
Levy, Helene geb. Leiser *1882 Kerpen
Levy, Max *1876 Weisweiler
Mayer, Jenny *1903 Kirchberg
Meyer, Helene geb. Roer *1904 Untermaubach
Ransenberg, Ernst *1908 Köln
Ransenberg, Robert *1876 Calle
Ransenberg, Rosa geb. Wolf(f) *1878
Düren
Salomon, Karoline *1881 Linnich
Schwarz, Albert *1889 Nörvenich
Schwarz, Carl* 1871 Lüxheim
Schwarz, Erna geb. Schürmann *1891
Eidinghausen
Schwarz, Gustav *1882 Lüxheim
Schwarz, Joseph *1876 Lüxheim
Schwarz, Rosel *1923 Wattenscheid
Schwarz, Sara *1873 Lüxheim
Sinn, Ida *1876 Neckarbischofsheim
Sommer, Jenny geb. Scheuer *1896 Sinzenich
Sommer, Leo *1892 Zülpich
Süskind, Benno *1900 Jülich
Süskind, Klara geb. Samuel *1904
Leiwen
Weil, Adolf *1892 Aachen
Weil, Lucie, Lina geb. Katz *1885 Heimbach
Wolff, Leo *1893 Niedermerz
Der Transport mit der Zugnummer „Da
38“, dem nur 21 Düsseldorfer Juden zugeordnet waren,
setzte sich überwiegend aus Mitgliedern von über 40
umliegenden jüdischen Gemeinden zusammen […]. Sie
alle waren tags zuvor am Düsseldorfer Hauptbahnhof
eingetroffen und mussten sich von dort aus zu Fuß zum
Schlachthof im Stadtteil Derendorf, Rater Straße 3,
begeben, der für diesen Transport als Sammellager diente.
Am 11. Dezember 1941, gegen vier Uhr morgens, traten die Juden
den Weg zum Güterbahnhof Derendorf an. Die Ankunft des
Sonderzuges verzögerte sich aufgrund personeller
Schwierigkeiten bei der Reichsbahn um etwa vier Stunden. Da der
Zug erst gegen Abend des 13. Dezember 1941 den Bahnhof
Riga-Skirotava erreichte und deshalb nicht mehr entladen wurde,
verbrachten seine Insassen die Nacht in den inzwischen
unbeheizten Waggons bei einer Außentemperatur von minus
zwölf Grad Celsius. Das Durchschnittsalter für diesen
Transport lag bei 42 Jahren, dazu gehörten 76 Kinder bis
zum zehnten Lebensjahr. 98 Personen überlebten.
Gottwaldt / Schulle, Judendeportationen,
S. 127
In diesem Transport befanden sich aus den
Kreisen Düren und Jülich u.a.:
Davids, Ella Sibilla *1899 Rödingen
Elkan, Henriette *1881 Setterich
Elkan, Marta *1903 Setterich
Elkan, Rosa *1885 Setterich
Elkan, Sofia *1873 Setterich
Frenkel, Henriette geb. Schwarz *1881
Jülich
Frenkel, Julius *1880 Odenkirchen
Heyman, Marx, Helene *1903 Jackerath
Mendel, Robert *1882 Linnich
Winter, Julius *1879 Korschenbroich
Sachs, Henriette geb. Winter *1892
Hemmerden
Schnitzler, Hildegard geb. Elkan *1906
Rheydt-Odenkirchen
Schnitzler, Michael *1902 Müntz
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