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Deportation (Forts.)
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Transporte, mit denen Jüdinnen und Juden aus den Kreisen Düren und Jülich deportiert wurden:
16.10.1941 Luxemburg/Trier - Lodz/Litzmannstadt
18.10.1941 Berlin - Lodz/Litzmannstadt
20.10.1941 Frankfurt/M. - Lodz/Litzmannstadt
25.10.1941 Hamburg - Lodz/Litzmannstadt.
27.10.1941 Düsseldorf - Lodz/Litzmannstadt
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13.01.1942 Berlin - Riga
19.01.1942 Berlin - Riga
27.01.1942 Gelsenkirchen-Dortmund - Riga
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24.03.1942 Nürnberg - Izbica
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18.06.1942 München - Theresienstadt
20.07.1942 Köln - Minsk
23.07.1942 Hannover - Theresienstadt
29.07.1942 Dortmund - Theresienstadt
31.07.1942 Münster/Bielefeld - Theresienstadt
18.08.1942 Frankfurt am Main - Theresienstadt
22.08.1942 Stuttgart - Theresienstadt
01.09.1942 Frankfurt am Main - Theresienstadt
05.09.1942 Köln - Theresienstadt
05.09.1942 Berlin - Riga
15.09.1942 Frankfurt - Theresienstadt
22.09.1942 Berlin - Theresienstadt
27.09.1942 Darmstadt/Mainz - Theresienstadt
03.10.1942 Berlin - Theresienstadt
18.11.1942 Magdeburg - Theresienstadt
25.11.1942 Magdeburg - Theresienstadt
09./10.12.1942 Danzig - Theresienstadt
17.03.1943 Berlin - Theresienstadt
16.06.1943 Frankfurt am Main - Theresienstadt
18.06.1943 Köln - Theresienstadt
18.01.1944 Westerbork (NL) - Theresienstadt
04.09.1944 Westerbork (NL) - Theresienstadt


Über die Deportation der Dürener Jüdinnen und Juden waren uns keine schriftlichen Dokumente zugänglich (1).
Die Rekonstruktion der Deportation von ca. 230 jüdischen Menschen aus Düren läßt sich nur aufgrund spärlicher Hinweise erstellen. Zeugenaussagen gibt es kaum. Die wenigen Juden, die aus den Todesfabriken heimkehrten, leben heute nicht mehr.
Im Jahre 1942 fanden die Deportationen aus Düren statt. Die meisten Menschen wurden von den Sammellagern Gerstenmühle, Thuirs Mühle und Napp’sche Fabrik verschleppt. Wenige hielten sich vielleicht noch in privaten Unterkünften auf. Josef Stock, der aus Angst vor Verfolgung zwei Jahre lang häufig seinen Wohnsitz wechselte, wurde nach dem Bericht einer Augenzeugin (2) zum Abtransport zum Dürener Bahnhof bestellt. Gewöhnlich ordnete die Geheime Staatspolizei die Deportationen an, und in der Regel mußten die jüdischen Gemeinden selbst die Liste der zu Deportierenden aufstellen.
Die Nationalsozialisten gaben lediglich Zahl und Alter an; die qualvolle, unwürdige „Auslese“ wurde den Gemeindevorstehern überlassen. Es ist fraglich, ob der Jüdischen Gemeinde in Düren diese schreckliche Selektion oblag, denn die Gemeinde war nach der Zerstörung der Synagoge nicht mehr intakt.
Der 22.03.1942 ist auf der Deportationsliste des Polizeipräsidenten Aachen als Deportationsdatum für Aachen angegeben. Da die Geheime Staatspolizei[leit]stelle Düsseldorf für die Deportationen in Koblenz, Aachen, Köln, Düsseldorf u.a. zuständig war, ist anzunehmen, daß die Deportationen aus Aachen und Düren zusammenfielen. […]
Der nächste Deportationstermin war am 15.06.1942. In einem Fernschreiben des SS-Obersturmführers Adolf Eichmann an die Staatspolizeistelle Aachen vom 03.06.1942 wird hinsichtlich der „Evakuierung von Juden nach dem Osten“ bekanntgegeben, daß „zur Abbeförderung der für die Evakuierung nach dem Osten noch in Betracht kommenden Juden“ der Sonderzug DA 22 am 15.06.1942 ab Koblenz nach Izbica „vereinbart“ wurde. Der Sonderzug DA 22 sollte am 15.06.1942 Koblenz um 2.08 Uhr verlassen und um 3.50 Uhr in Köln eintreffen. „Von Aachen sind die Juden im Einvernehmen mit der Reichsbahndirektion Köln unter Ausnutzung von Regelzügen rechtzeitig zur Verladung nach Köln heranzubringen.“ (3) […]
Ca. 30 Dürener Jüdinnen und Juden fanden in den Konzentrationslagern von Izbica und Lublin/Majdanek den Tod.
Höchstwahrscheinlich wurden sie mit diesem Transport deportiert.
Der vermutlich letzte Deportationstermin für Düren war der 25.07.1942. Ein Telegramm der Gestapo Berlin an die Staatspolizeistellen Aachen und Düsseldorf gab „zur Abbeförderung der im dortigen Bezirk noch ansässigen, für die Evakuierung nach Theresienstadt in Frage kommenden Juden“ (4) den Sonderzug DA 71 am 25.07.1942, 9.25 Uhr ab Aachen an.
Mit diesem Transport wurde die Mehrzahl der Dürener Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager gebracht. Ziel dieses Transportes war Theresienstadt, das für die meisten Opfer nur ein Durchgangslager sein sollte. […]
Es ist unbekannt, wie viele jüdische Menschen mit den jeweiligen Deportationszügen verschleppt wurden. Auch lassen sich hinsichtlich der Einzeltransporte die Namen der Opfer heute nicht mehr ohne Dokumente aus der Verfolgungszeit ermitteln.
(1) Im Stadtarchiv Düren existiert seit 1967 eine Liste der vor der Deportation in Düren lebenden Jüdinnen und Juden, deren Urheber unbekannt ist. Es ist undenkbar, daß eine Liste, die Namen und Adressen vieler damaliger Dürener Juden enthält, ohne „Judenkartei“ erstellt wurde, da sie mehr Informationen über die Betroffenenen aufweist als den Wiedergutmachungsakten der fünfziger Jahre zu entnehmen sind.
(2) M. Kröngen, Brief vom 5.3.1989
(3) In: Bierganz, M./Kreutz, A., Juden in Aachen, S. 95f.
(4) ebd., S. 110
Naor/Robrock, S. 105f.
15.10.1941
„Erste Deportationswelle“: Erster Transport nach Litzmannstadt/Lodz [Abgangsbahnhof Wien]; es folgen bis 03.11. weitere 19 [aus Prag, Luxemburg/Trier, Berlin, Frankfurt/M., Köln, Hamburg, Düsseldorf]. „Mit dem 20. Sonderzug des Programms […] war die Verschleppung von rund 20.000 Juden aus dem ‘Großdeutschen Reich’ nach Lodz beendet.“
Gottwaldt / Schulle, Judendeportationen, S. 52ff.
Von Köln gingen im Oktober 1941 rasch nacheinander zwei Züge mit insgesamt 2007 rheinischen Juden nach Litzmannstadt ab. Die Insassen des ersten Transports wurden als „Volljuden älterer Jahrgänge“ (Zvi Asaria) bezeichnet.
Das Sammellager für die Kölner Juden war in den zu jener Jahreszeit unbenutzten Messehallen des rechtsrheinischen Stadtteils Deutz eingerichtet, von welchem sie zu Fuß zum Sonderzug am Bahnsteig 5 des Bahnhofs Köln-Deutz (tief) zu gehen hatten.
Gottwaldt / Schulle, Judendeportationen, S. 74.
Die Eltern [Elfriede und Max Bachmann] sind dann am 22.10.41 mit 2014 [= die Summe aus beiden Transporten] Kölner Juden in das Ghetto Lodz deportiert worden. Das hat mir Professor Herbert Lewin gesagt, der auch 45 nach Köln zurückkam, überlebend aus diesem Lager. Er erzählte mir, 42 oder 43 seien meine Eltern verhungert. Es gab in Lodz 30 Gramm Brot, also ein Kilo im Monat, und sie sind glatt verhungert …
Kurt Bachmann in: Naor, S. 107
In diesem Transport befanden sich aus den Kreisen Düren und Jülich u.a.:
Bachmann, Elfriede geb. Klaber *1881 Zülpich
Bachmann, Max *1876 Gleicherwiesen
Bruch, Ludwig *1876 Vettweiß
Brünell, Albert *1889 Kerpen
Brünell, Malwine geb. Cahn *1880 Kommern
Cahn, Jenny *1890 Pier
Emanuel, Bertha geb. Elkan *1891 Aldenhoven
Elkan, Jakob *1875 Setterich
Elkan, Karoline geb. Moses *1873 Köln
Friedlaender, Rosa geb. Jakobs *1883 Langerwehe
Friedlaender, Otto *1879 Eschweiler
Isaak, Johanna geb. Abraham *1904 Dürboslar
Isaak, Bernhard *1908 Köln
Kratz, Norbert *1887 Nideggen
Kratz, Emma geb. Moses *1892 Rengsdorf
Kratz, Inge(borg) *1924 Nideggen
Leffman, Henriette geb. Loeb *1877 Darmstadt
Leven, Berta geb. Stein *1878 Düren
Leven, Hermann *1876 Gastorf
Löwenbach, Else geb. Heumann *1914 Düren
Manbach, Johanna geb. Meyer *1881 Linnich
Meyer, Leonhard *1878 Linnich
Roer, Josef *1883 Untermaubach
Roer, Helene geb. Frenkel *1883 Jüchen
Treumann, Hildegard geb. Bachmann *1917 Düren
Treumann, Hans *1909 Köln
Treumann, Emil *1870 Bromberg
Weil, Clara geb. Vohs *1889 Embken*
Weil, Arthur *1894 Aachen*
Weil, Ruth * 1921 Embken*
Willner, Josef *1873 Oedt
Willner, Bertha geb. Salm *1874 Kempen
*Diese Namen tauchen auch in der Liste vom 30.10.1941 auf (s.u.); Corbach, 6.00 Uhr ab Messe Köln-Deutz

Grete Cohnens Schwester, Eva Hausmann, und ihre Mutter, Jenny Hausmann geb. Wolff, wurden am 30.10.1941 von Köln nach Litzmannstadt in den Tod deportiert. Ihr Bruder, Richard Hausmann, konnte sich durch rechtzeitige Auswanderung retten.
Naor/Robrock, S. 153
In diesem Transport befanden sich aus den Kreisen Düren und Jülich u.a.:
Behrens, Min(n)a geb. Gans *1877 Witz(en)hausen
Coopmann, Julia *1882 Linnich
Fernich, Leo *1886 Klotten
Fernich, Helene geb. Blumenthal *1887 Castrop-Rauxel
Fernich, Hans *1920 Koblenz
Hausmann, Jenny geb. Wolf *1877 Rommerskirchen
Hausmann, Eva *1916 Düren
Heumann, Clara *1883 Gey
Heumann, Josefine *1887 Gey
Höflich, Henriette geb. Lewin *1896 Aachen
Mayer, Selma *1884 Düren
Meyer, Nanni *1894 Frenz
Meyer, Otto *1896 Frenz
Meyer, Rosa geb. Kaufmann *1877 Düren
Nathan, Emilie geb. Levy *1878 Langerwehe
Nathan, Siegmund *1883 Heimbach
Nathan, Johanna geb. ? *1879 Mechernich
Rosenthal, Bertha geb. Sommer *1906 Vettweiß
Rosenthal, Paul *1901 Rietberg
Rosenthal, Hanna *1934 Düren
Sommer, Hermann *1912 Vettweiß
Voss, Erna *1923 Embken
Walter, Klara geb. Eckstein *1886 Langerwehe
Weil, Clara geb. Vohs *1889 Embken*
Weil, Arthur *1894 Aachen*
Weil, Ruth * 1921 Embken*
Wolf, Benjamin *1882 Düren
Wolf, Sofia geb. Zander *1893 Wanlo
Wolff, Emanuel * 1873 Düren
Wolff, Berta geb. Goldschmidt *1897 Brilon
Wolff, Erich *1924 Köln
*Diese Namen tauchen auch in der Liste vom 22.10.1941 auf (s.o.); Corbach, 6.00 Uhr ab Messe Köln-Deutz