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Bevölkerungszahlen
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13. Jhdt.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Judenregals traten auch die von den Juden entrichteten Steuern ins Blickfeld. […] Die Judenschaft des Niederrheins war schwächer, die von Kaiserswerth zahlte 20 Mark, die von Duisburg und Aachen je 15 Mark, die von Düren 10.
Monumenta Judaica, Handbuch, S. 209 f.

In der 2. Hälfte des 13. Jhdts. lebt zeitweise der Rabbiner Isaak ben Meir (um 1230-1315) in Düren, dessen Hauptwerk, das Ritualbuch „Scha’are Dura“, große Verbreitung fand.
Avneri, Germania Judaica II 1, S. 179, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 28
1237
Ein Jahrhundert später (1237) wird in Köln Anselm von Düren genannt.
Schulte, Dokumentation, S. 39, in: Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
1241/1242
Steuerverzeichnis für die Reichsorte: Von den 40 Mark Silbers, die Düren zu zahlen hat, gehen 20 an den Kaiser, 20 werden für die Stadtbefestigung verwandt. Die Dürener Juden, die hier erstmals erwähnt werden, zahlen 10 Mark Silbers.
UB Düren I1, Nr. 32, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 26
1271
Für das Jahr 1271 sind für den bearbeiteten Bereich drei jüdische Geldverleiher überliefert. Nach der erwähnten Vereinbarung nimmt der Kölner Erzbischof Engelbert bei den Juden Livermann von Düren, Joselin von Rudinc (Rödingen) und David von Zülpich ein Darlehen in Höhe von 400 Mark auf.
Jahresbericht der Bürgermeisterei Rödingen (1923), in: Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
14. Jhdt.
Als die bedeutendsten Werke, die seit dem 14. Jahrhundert im Rheinland entstanden sind, müssen die folgenden genannt werden: […] „Scha’are Dura“ („Die Pforte Dürens“, auch „Issur Wehetter“, „Verbotenes und Erlaubtes“, genannt), von Isaak ben Me’ir aus Düren (14. Jahrhundert): Schächt- und Speisegesetze;
Monumenta Judaica, Handbuch, S. 687
um 1348
Die jüdische Gemeinde wird während der Verfolgungen nach dem Vordringen der Pest vernichtet.
Avneri, Germania Judaica II 1, S. 179, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 30
1349
Die Pestepidemie von 1349 war Anlaß für ein Pogrom, bei dem man die Juden der Brunnenvergiftung bezichtigte. Demzufolge mußte die jüdische Bevölkerung in Aldenhoven, Birgel, Düren, Heimbach, Linnich und Rödingen wiederum zugleich mit 44 Gemeinden der alten Erzdiözese Köln ihren Blutzoll zahlen, nachdem anderswo schon zahlreiche Judengemeinden aus diesem Grunde vernichtet waren.
Brisch, Cöln, S. 134, in: Unterrichtsmaterialien, 2. Aufl., S. I-2
1389
26.05.1389
Der Herzog von Jülich verbietet auf Grund einer Beschwerde, die jüdische Gemeinde zu Düren weiter zu behelligen.
UB Düren I1, Nr. 178, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 31
14./15. Jhdt.
Auch im Spätmittelalter bestanden weitreichende Beziehungen der Juden des Rheinlandes. So gab es Verbindungen zum niederländischen Geldern: Die kleine Niederlassung in Nymwegen erhielt Zuzug aus dem Rheinland. Dort lebten zu Ausgang des 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts Juden, deren Beinamen wohl auf die Herkunft von Berg, Düren, Neuß und Siegburg hinweisen, so: Isaak von Neuß, Bonhem von Düren und Moise von Berg.
Monumenta Judaica, Handbuch, S. 224
1402
Herzog Rainald von Jülich erteilt 7 jüdischen Familien das Geleit, für 8 Jahre in Düren zu wohnen und Handel zu treiben.
UB Düren I2, Nr. 207, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 32
1546
Die Dürener Juden treten sonst in den Akten nicht hervor, gelegentlich wird ein Jude unter den Akzispächtern genannt, so in der Rechnung von 1546 der Jude Jan.
Schoop, August: Rechts- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt Düren bis zum Jahre 1794, S. 181
1800
Bl. [=Bevölkerungsliste] Nr. 2486
Isaac Seligmann, 51 J. a., Hausierer, Haus Nr. 558, Ehefr. Hendel Goel, 40 J. a.
Rp. [=Ratsprotokoll] Quintidi d 25 Pluviose 8. j. d. R. (=14.2.1800)
Seligmann Isaac zeigte an, das Er sich mit seiner Ehefrau Hendel gohl dahier niederlassen und mit Ellen Waaren handlen wollen, Verlangte ins bürger register eingetragen zu werden - eingetragen
Geuenich, Josef, Bürgeraufnahmen der Stadt Düren 1607-1800, S. 299
1808
29.10.1808
Die in Düren wohnenden 42 Juden nehmen aufgrund einer Anordnung der französischen Behörden feste Familiennamen an.
STAD, Frz. Zeit A I 46, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 79
1811
Zwei Nichtkatholiken sind in der Gemeinde [Merken]. Die Frau des Hermann Kaulen war eine „Calviniana“, und ein Jude lebte in Merken, übrigens der erste Jude, der urkundlich hier erscheint.
Sommer, Josef, Merkener Geschichte, Essen 1985, S. 225
1814
26.09.1814
Die Stadt, einschließlich Distelrath, hat 4.777 Einwohner; männlich 2.308, weiblich 2.469; katholisch 4.341, lutherisch 110, reformiert 285, jüdisch 41 […]
STAD, PrZ 16, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 80
1818
Die Stadt hat 4.978 Einwohner, 4.542 Katholiken, 278 Reformierte, 110 Lutheraner, 48 Juden.
Geuenich, Straßennamen, S. 223
1820
Im Jahre 1820 lebten im Regierungsbezirk [Aachen] insgesamt 1668 Juden. Hiervon lebten im Stadtkreis Aachen 96 und in den Landkreisen Aachen 121, Düren 409, Jülich 471, Heinsberg 213, Geilenkirchen 132 und Gemünd 133 Juden. Aus den übrigen Landkreisen wurden keine Juden gemeldet.
Weber, Hans: Die jüdische Bevölkerung im Regierungsbezirk Aachen, in: 150 Jahre Regierung und Regierungsbezirk Aachen. Beiträge zu ihrer Geschichte, Aachen 1967, S. 125
1825/26
„Denkschrift“ („Darstellung“) betr. die Verhältnisse der Juden in der Rheinprovinz
(u.a.)
A. In Bezug auf Population
[…]
§ 4. […]
Die Städte, wo die meisten Juden wohnen, sind
[…]
im Reg.-Bezirk Aachen Aachen mit 110
    Linnich  70
    Düren   52
    Jülich   50
[…]
RhPA Köln, Nr. 373, Bll. 5-39 (endgültige, den Landständen vorgelegte Fassung); Abdruck: Kastner, S. 99-121; Auszug in: Lepper I, S. 565ff.
1826
Der Kreis war politisch in 27 Bürgermeistereien, kirchlich in 3 Dekanate mit 49 Pfarreien und 40 Kapellen eingeteilt; außerdem gab es 1 evangelische Superintendentur mit 2 Mutterkirchen und 6 Synagogen.
Bei der endgültigen Übernahme der Rheinlande durch die preußischen Verwaltungsbehörden zählte der Kreis Düren 37186 Einwohner, welche Zahl in den ersten zehn Jahren der preußischen Herrschaft auf 44276 stieg. Unter diesen waren 43239 Katholiken, 559 Evangelische, 1 Mennonit und 477 Juden.
Heimatblätter, Beilage zur Dürener Zeitung, 3. Jahrgang 1926, Nr. 18 v. 18. Juni 1926, S. 139/140    
1837
In einem Bericht des damaligen Landrats von Egidy, veröffentlicht im „Stadt Dürener Anzeige- und Unterhaltungsblatt“, heißt es:
Düren, 15. Mai 1838
Die Bevölkerung [des Kreises] zerfällt in 47056 Katholiken, 787 Evangelische[n], 535 Juden, 1 Menonit [im Jahre 1837]. […] Der Kreis zählt […] 7 jüd. Betstuben
Heimatblätter. Beilage zur Dürener Zeitung, 13. Jahrgang, Nummer 11, Donnerstag, 28. Mai 1936
1841
31.12.1841
Die Stadt hat 7.952 Einwohner, davon: 7.476 Katholiken, 420 Evangelische, 56 Juden.
DA 1842 Febr. 12, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 91
1842
Die zunehmende Industrialisierung des Regierungsbezirks [Aachen] und der damit wachsende Wohlstand der Bevölkerung dürfte vor allem dazu geführt haben, daß die Zahl der Juden ständig zunahm. Zugleich war dies jedoch wohl auch Ausfluß einer allgemeinen Wanderbewegung der Juden in die west- und mitteleuropäischen Länder. So wohnten im Jahre 1842 in den Städten des Regierungsbezirks 2331 Juden. Damit hatte sich innerhalb von 20 Jahren die Zahl der Stadtbewohner nahezu vervierfacht. Wie schon seit langer Zeit betätigten sich viele im Handel. Viele waren Handwerker, andere Angestellte oder auch als Fabrikanten oder in freien Berufen tätig.
Weber, Hans: Die jüdische Bevölkerung im Regierungsbezirk Aachen, in: 150 Jahre Regierung und Regierungsbezirk Aachen. Beiträge zu ihrer Geschichte, Aachen 1967, S. 127
1847
09.12.1847
9. Dezember 1847
Die Polizeidirektion an die Regierung, Abt. des Innern, betr. die für die israelitischen Einwohner des Aachener Regierungs-Bezirks zu bildenden Synagogen-Bezirke
[…]Die gedachte Bevölkerung stellt sich nämlich auf folgende Weise heraus:
1. Stadt- und Landkreis Aachen mit Ausnahme der Gemeinde Warden 453 Köpfe
2. die Kreise Düren u. Schleiden 754 Köpfe
3. der Kreis Jülich, einschließlich der Gemeinde Warden 731 Köpfe
4. die Kreise Geilenkirchen, Heinsberg und Erkelenz 420 Köpfe
 Summa 2358 Köpfe
[…]
Die jüdische Bevölkerung des Kreises Düren beträgt, nach der Angabe des Consistoriums, 558, jene des Kreises Schleiden aber nur 196 Seelen. Die letztgedachte Population ist zwar nicht bedeutend, wogegen die des Dürener Kreises nach jener von Jülich die größere des ganzen Regierungs-Bezirks ist, mithin wohl zu einem für sich allein bestehenden Synagogen-Bezirk füglich eignen könnte. […]
HStAD, RAA Nr. 2477. Abdruck in: Lepper I, S. 693-696